Altersgerechtes Wohnen im Kreis Neuburg-Schrobenhausen: Dringender Handlungsbedarf für eine barrierefreie Zukunft
Im Kreis Neuburg-Schrobenhausen ist es ein bisschen eng geworden – eng in den Wohnungen, vor allem für ältere Menschen oder jene mit körperlichen Einschränkungen. Mit rund 46.600 verfügbaren Wohnungen und lediglich 3.400 davon, die als altersgerecht gelten, ergibt sich ein Bild, das alles andere als rosig ist. Matthias Günther vom Pestel-Institut hat das Problem klar auf den Punkt gebracht: Der Bedarf an seniorengerechten Wohnungen ist enorm. Denn in den nächsten zehn Jahren werden hier etwa 15.400 Menschen in Rente gehen, und viele von ihnen wünschen sich, in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Doch dazu braucht es mehr als nur einen schönen Ausblick!
Die Anforderungen an altersgerechtes Wohnen sind vielfältig. Keine Schwellen, keine Treppen – einfach zugänglich sollte alles sein. Breite Türen, genug Platz für Rollatoren oder Rollstühle, das sind die Basics. Interessanterweise sind 26% der Hausflure im Kreis zu schmal für Rollstühle, was sich auf rund 13.800 Wohnungen auswirkt. Auch die Küchen sind oft nicht ideal: Während 72% groß genug sind, können Rollstuhlfahrer in etwa 13.100 Küchen nicht wenden. Und die Bäder? Oh je, hier sieht es noch düsterer aus: 41% der Bäder sind zu klein, und nur in rund 13.200 Wohnungen gibt es eine bodengleiche Dusche. Das sind alles Punkte, die im Rahmen einer „Senioren-Umbau-Offensive“ angepackt werden müssen.
Der Nachholbedarf ist enorm
Der hohe Nachholbedarf an altersgerechten Wohnungen in Neuburg-Schrobenhausen verlangt nach sofortigem Handeln. Dabei sind barrierearme Umbauten in Altbauwohnungen besonders wichtig. Ältere Gebäude, vor allem aus den 50er-Jahren, haben oft bauliche Einschränkungen, die Umbauten kompliziert machen. Doch die Lösung könnte in einer Zusammenarbeit mit der Bundesregierung liegen. Mieter und Eigentümer brauchen Unterstützung in Form von Zuschüssen, damit der Umbau nicht zu einem finanziellen Albtraum wird. Das Pestel-Institut fordert, dass der Bund einen Großteil der Umbaukosten übernimmt. Ein derzeitiger Zuschuss von 10% beim Badumbau wird als viel zu gering kritisiert – hier ist Nachbesserung angesagt!
Die Bundesregierung hat bereits einige Programme ins Leben gerufen, um den Anforderungen an altersgerechtes Wohnen gerecht zu werden. Das KfW-Zuschussprogramm „Altersgerecht Umbauen“ wurde 2014 eingeführt und hilft dabei, Barrierefreiheit in Bestandsimmobilien zu schaffen. Bis zum 31. Januar 2026 wurden dafür bereits fast 462,5 Millionen Euro an rund 242.200 Antragstellende ausgezahlt. Das zeigt: Es gibt einen hohen Bedarf an finanzieller Unterstützung, denn die Evaluation von 2020 hat gezeigt, dass nur 1,5 Prozent der Wohnungen tatsächlich barrierearm sind. Eine Versorgungslücke von über 2 Millionen Wohnungen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ist alarmierend und weist auf dringenden Handlungsbedarf hin.
Fördermöglichkeiten und die Herausforderung der Umsetzung
Das Thema ist also vielschichtig. Der Abbau von Barrieren in Wohnungen und im Wohnumfeld ist essenziell, um älteren Menschen ein Leben in vertrauten Umgebungen zu ermöglichen. Verschiedene Bundesländer und Gemeinden bieten zudem zusätzliche Fördermöglichkeiten für den altersgerechten Umbau an. Zuschüsse können unabhängig von Einkommen und Alter beantragt werden, was für viele Familien von unschätzbarem Wert ist. Wenn man bedenkt, dass auch Familien mit Kindern von diesen Programmen profitieren können, wird die Wichtigkeit dieser Maßnahmen noch deutlicher.
Es wird immer klarer, dass die technische Umsetzung des altersgerechten Umbaus sich an den DIN-Normen orientieren sollte, um tatsächlich barrierefreies Bauen zu gewährleisten. Der Weg ist lang und steinig, doch die Investitionsanreize für den Barriereabbau könnten den Unterschied ausmachen. Immerhin gibt es auch zinsgünstige Kredite für Investoren, die daran interessiert sind, altersgerechtes Wohnen zu fördern. Die KfW-Programme bieten hier eine willkommene Unterstützung, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.
So bleibt zu hoffen, dass Neuburg-Schrobenhausen und andere Regionen in Deutschland den notwendigen Schwung bekommen, um die Wohnsituation für ältere Menschen nachhaltig zu verbessern. Denn eines ist klar: Die Gesellschaft altert, und mit ihr die Ansprüche an das Wohnen. Es wird Zeit, dass wir handeln – und zwar jetzt!
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