In der malerischen Kulisse rund um den Starnberger See, ein Ort, der nicht nur für seine Schönheit, sondern auch für seine Erholungsmöglichkeiten bekannt ist, gibt es derzeit große Aufregung. Die Badegäste und Betreiber des Ausflugskiosks am beliebten „Steg 1“ haben sich zusammengetan, um für den Erhalt der letzten drei Stege im Naherholungsgebiet „Paradies“ bei Possenhofen zu kämpfen. Diese Stege sind nicht nur eine Verbindung zum Wasser, sie sind auch ein wichtiges Element für viele, die sich in der Natur entspannen möchten. Seit dem 1. Mai sind die Stege aus Sicherheitsgründen gesperrt, was für viele eine massive Einschränkung darstellt. Die Landeshauptstadt München, die Eigentümerin des Geländes ist, hat die Entscheidung getroffen – und damit auch den Unmut der Anwohner und Badegäste geweckt.
Mit einer Online-Petition, die vom Kneippverein Starnberg & Umgebung ins Leben gerufen wurde, haben bereits fast 2500 Menschen ihre Stimme für den Erhalt der Stege abgegeben. Ein beeindruckender Zuspruch, wenn man bedenkt, dass zusätzlich 500 Unterschriften auf weiteren Listen gesammelt wurden. Der Vorsitzende des Kneippvereins, Burkhardt Schütz, hebt hervor, wie wichtig diese Stege für ältere Menschen sind, die auf einen sicheren Zugang ins Wasser angewiesen sind. Die Unterschriften sollen dem neuen Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) übergeben werden, in der Hoffnung, dass dieser die Anliegen der Bürger ernst nimmt und die Stege nicht abgerissen werden. Schütz kritisiert zudem die späte Vorlage des städtischen Gutachtens, das erst Ende April erschien, obwohl bereits zuvor Schäden festgestellt wurden.
Fachliche Beurteilung und mögliche Lösungen
Ein Gutachter hat morsche Querriegel und Stützpfosten festgestellt, die eine Gefährdung darstellen. Die Sprecherin des Baureferats erläutert, dass es in den Stützhölzern zersetzende Prozesse gibt, die nicht sofort erkennbar sind. Das klingt nach einem Dilemma, denn die Holzkonstruktionen können nicht mehr gefahrlos betreten werden. Während Steg 4 bereits abgebaut wurde, ist eine fachtechnische Beurteilung der Stege 1 bis 3 für Herbst 2025 angesetzt. Ein wenig Hoffnung gibt es jedoch: Die Fachfirma Lynberg aus München hat sich bereit erklärt, den Zustand der Stege kostenlos zu überprüfen und gegebenenfalls zu reparieren. Gespräche mit dem Münchner Baureferat laufen. Vielleicht gibt es ja doch einen Ausweg aus diesem Schlamassel.
Die Situation ist nicht nur für die älteren Menschen problematisch. Landrat Stefan Frey (CSU) hat sich ebenfalls an Oberbürgermeister Krause gewandt und fragt nach einer möglichen Wiedereröffnung der Stege in dieser Badesaison. Frey betont, dass die Sperrung eine wesentliche Einschränkung für Menschen mit Handicap darstellt. Ein Rollstuhlfahrer aus Starnberg bringt es auf den Punkt: „Ohne den Steg ist es für Menschen mit Behinderungen oder ältere Personen nicht möglich, in den See zu gelangen.“ Seine Worte verdeutlichen die Dringlichkeit und die Bedeutung der Stege für viele.
Barrierefreiheit als zentrales Anliegen
Das Thema Barrierefreiheit wird in diesem Zusammenhang immer wichtiger. Überregional gibt es bereits zahlreiche Initiativen, um Badestellen für mobilitätseingeschränkte Menschen zugänglicher zu machen. Eine aktuelle Veröffentlichung über barrierefreie Badestellen in Deutschland zeigt, dass es an vielen Orten Fortschritte gibt, wie etwa am Chiemsee oder in Schleswig-Holstein. Barrierefreie Zugänge, Strandrollstühle und spezielle Toiletten sind dort schon Realität. Auch in Bayern gibt es viele Orte am Starnberger See, die mit einer Rampe und Behindertentoiletten ausgestattet sind. So können Menschen mit Einschränkungen ebenfalls die Natur genießen und eine Auszeit am Wasser verbringen.
Doch während die Diskussion um die Stege in Possenhofen weitergeht, bleibt zu hoffen, dass bald eine Lösung gefunden wird, die sowohl die Sicherheit der Badegäste als auch den Zugang für alle gewährleistet. Es bleibt spannend, wie sich die Situation entwickeln wird. Die Anwohner und Unterstützer sind jedenfalls bereit, für ihre Stege zu kämpfen!
