In Krefeld tut sich etwas ganz Besonderes. Am kommenden Wochenende wird das experimentelle Konzertformat „Partita Shelter“ wieder aufgenommen, und die Vorfreude ist greifbar. Sebastian Blasius, der Initiator des Formats, hat mit seinem Konzept, das klassische Musik mit den Stimmen obdachloser Menschen verbindet, positive Resonanz erhalten. Am Samstag, den 30. Mai, um 18 Uhr, und am Sonntag, den 31. Mai, ab 12 Uhr, haben Besucher die Möglichkeit, im Pax Christi, Glockenspitz 265, eine ganz neue Perspektive auf die Themen Schutz, Verlust und Solidarität zu erleben. Mehr dazu hier.

Die Idee hinter „Partita Shelter“ ist ebenso einfach wie tiefgründig. Es werden Solowerke für Violine von Johann Sebastian Bach aufgeführt, während die Lebensperspektiven obdachloser Menschen aus Krefeld in die Musik integriert werden. Blasius hat Gespräche mit diesen Menschen geführt, um ihre Sichtweisen auf Themen wie Schutz und Solidarität zu verstehen. Dabei wurde deutlich, dass jeder von uns in diese missliche Lage geraten kann. Die Stimmen der Obdachlosen, die durch den Schauspieler Raafat Daboul, selbst ein Flüchtling aus Damaskus, gesprochen werden, verleihen den klassischen Klängen eine ganz neue Dimension.

Kunst und Gesellschaft im Dialog

Augustin Lusson, ein junger Barockgeiger aus Frankreich, wird die Violine spielen. Sein Interesse an der sozialen Dimension barocker Musik macht ihn zu einer idealen Besetzung für dieses außergewöhnliche Projekt. Zu hören sein werden unter anderem Bachs 1. Partita h-moll BWV 1002 und Werke von Marin Marais. Die Kombination aus Musik und persönlichen Berichten soll nicht nur berühren, sondern auch zum Nachdenken anregen. „Partita Shelter“ ist nicht nur ein Konzert; es ist ein Dialog zwischen Kirche, Musik und der Gesellschaft.

Ein weiteres bemerkenswertes Detail ist die Kooperation mit der Wohnungslosenhilfe der Diakonie Krefeld. Die Veranstaltung wird durch das Kulturbüro der Stadt Krefeld gefördert und ist Teil der Reihe „Zonen der Durchlässigkeit“ in Pax Christi. Der Eintritt ist frei, um eine breite Beteiligung zu ermöglichen. Kollekte wird erbeten – ein netter Weg, um die Künstler und das wichtige soziale Engagement zu unterstützen.

Soziale Verantwortung durch Kunst

Kunst und Kultur sind nicht nur Ausdruck menschlicher Kreativität, sondern auch wichtige Bestandteile einer lebendigen Gesellschaft. Die Wirth-Stiftung fördert Projekte, die den Zugang zu Kunst und Kultur ermöglichen und soziale Verantwortung stärken. Solche Initiativen sind entscheidend, um kulturelle Teilhabe für alle zu öffnen und den Zugang zu Kunst und Kultur für benachteiligte Gruppen zu erleichtern. Das „Partita Shelter“-Projekt ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Kunst Brücken schlagen kann – zwischen Menschen, zwischen Lebensrealitäten und zwischen Herzen.

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Am Wochenende in Krefeld wird es also nicht nur um Musik gehen. Es wird um Geschichten, um das Verständnis füreinander und um das Licht, das wir in den dunklen Ecken unserer Gesellschaft finden können. Ein vielversprechendes Erlebnis steht bevor!