Heute ist der 23.05.2026 und in Rheinland-Pfalz brodelt es mal wieder in der politischen Landschaft. Hendrik Hering, der ehemalige Präsident des Landtags in Mainz, hat sich entschieden, sein Angebot für einen zweiten Geschäftsführerposten bei der Lottogesellschaft zurückzuziehen. Ursprünglich war er als möglicher Nachfolger für Jürgen Häfner vorgesehen, der seit 2014 alleiniger Geschäftsführer war und Ende Mai aus dem Amt scheidet. Hering äußerte sich zur Kritik, die laut wurde, nachdem die Idee eines zweiten Chefpostens aufkam. Die rheinland-pfälzischen Grünen und die AfD zeigen sich empört über diesen Schritt und sprechen von einer „Selbstbedienungsmentalität“ der Landesregierung. Auch der Bund der Steuerzahler äußert Bedenken und warnt vor einer „Beute“ des Staates durch die neue Landesregierung. Die gesamte Situation wirft Fragen auf und sorgt für reichlich Diskussionen.
Die Kritik richtet sich vor allem gegen die geplante Doppelspitze, die in den meisten anderen Bundesländern nicht üblich ist. Tatsächlich gibt es nur in Brandenburg, Saarland und Hamburg zwei Geschäftsführer bei Lottogesellschaften. Die Grünen-Politikerin Katrin Eder bezeichnete den Schritt als „äußerst fragwürdig“ und forderte eine klare Begründung von der Landesregierung. Frank Senger von der AfD schloss sich dieser Meinung an und betonte, dass es in der aktuellen Lage nicht gerade ein Zeichen für verantwortungsvolle Politik sei, einen weiteren hochdotierten Posten zu schaffen. Hering selbst erklärte, dass er die Signalwirkung seines Schrittes nicht richtig eingeschätzt habe, und fügte hinzu, dass die Annahme des Postens den Eindruck von „hochdotiertem Postengeschachere“ erwecken könnte, was das Vertrauen in die Politik gefährden würde. Diese Aussage schwingt bedenklich mit, wenn man bedenkt, dass Hering und der designierte Nachfolger Christian Baldauf (CDU) beide über Jahre hinweg hohe Gehälter bezogen haben.
Die neue Führung der Lottogesellschaft
Das Chaos um die Neubesetzung der Lottogesellschaft hat auch Auswirkungen auf die politische Karriere von Baldauf und Hering. Beide dürften voraussichtlich ihre Landtagsmandate niederlegen, was jedoch noch nicht offiziell erfolgt ist. Baldauf, der auf Häfner folgen soll, war bis vor kurzem CDU-Fraktionschef und hat ein ähnliches Gehalt wie Häfner – rund 200.000 Euro im Jahr. Ein zweiter Geschäftsführerposten soll nun gleich hoch vergütet werden, was den Unmut der Kritiker weiter schürt.
In der politischen Debatte um die Lottogesellschaft wird auch das Thema Transparenz angesprochen. Die Plattform „Abgeordnetenwatch“ fordert von der Landesregierung, mehr Klarheit über die Entstehung des zweiten Postens zu schaffen. So bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickelt und ob die Landesregierung auf die kritischen Stimmen reagieren wird. Die Entscheidung des Aufsichtsrats am kommenden Donnerstag könnte einen entscheidenden Wendepunkt darstellen.
Die Lottogesellschaft Rheinland-Pfalz wurde 1948 gegründet und das Land hält 51 Prozent der Anteile. In einer Zeit, in der Vertrauen in politische Institutionen so wichtig ist, könnte dieser Schritt der Landesregierung nachhaltige Folgen haben. Es bleibt spannend, wie sich die Diskussion weiter entfalten wird und ob die Kritiker Gehör finden.
