Für die HSG Baden-Endingen ist der Mobiliar-Cup vorbei – und zwar denkbar bitter. Im Achtelfinal unterlag das Team von Trainer Aco Stević am Donnerstag in Winterthur der SG Yellow/Pfadi Espoirs mit 27:28 (16:16). Ein Treffer kurz vor der Schlusssirene entschied die Partie zugunsten der Gastgeber.

Dabei waren vor dem Spiel noch 16 Mannschaften im Wettbewerb. Baden-Endingen und die junge Winterthurer Mannschaft galten nach dem jüngsten Meisterschaftsduell als Gegner auf Augenhöhe. Dass die SG Yellow/Pfadi Espoirs nun im Viertelfinal steht, lag am Ende an einer einzigen Szene – und an einem Ball, der nach dem Abpraller plötzlich beim richtigen Mann landete.

Zu lange hinterhergelaufen

Baden-Endingen fand gegen die kämpferischen Gastgeber bis rund zehn Minuten vor Schluss nicht wirklich zu seinem Spiel. Über weite Strecken lief die Mannschaft einem Rückstand nach. Der verletzungsbedingt geschwächte Rückraum entwickelte zu wenig Durchschlagskraft, klare Torchancen blieben Mangelware.

Topscorer Janis Thomann übernahm im Angriff viel Verantwortung, bekam von seinen Nebenleuten aber nur wenig Unterstützung. Weil aus dem Rückraum selten Lücken in die Winterthurer Abwehr gerissen wurden, konnten auch die Kreisspieler kaum wirkungsvoll eingesetzt werden. Die SG Yellow/Pfadi Espoirs nutzte ihre Möglichkeiten konsequenter – und Baden-Endingen musste sich lange mühsam durch die Partie arbeiten.

Im Rückraum fehlten die verletzten Rohr und Köchli. Bühler und Šehić sind nach ihren Verletzungen zudem noch nicht wieder voll leistungsfähig. Keine Kleinigkeit, wenn das Spiel vorne stockt und hinten jede gewonnene Sekunde zählt.

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Der Ausgleich kam, die Wende nicht

Dann kämpfte sich Baden-Endingen Tor um Tor heran. Fünf Minuten vor dem Ende erzielte Brouwer den Ausgleich zum 26:26. Auch eine Minute vor Schluss stand es unentschieden. Plötzlich war wieder alles offen.

Im letzten Angriff der Winterthurer setzte Baden-Endingen die Gastgeber unter Druck und zwang sie ins Zeitspiel. Nach einem direkten Freistoss wurde der Ball jedoch von einer Aargauer Hand geblockt und hoch abgelenkt. Der Winterthurer Süss reagierte am schnellsten, nahm den Abpraller auf und traf zum 28:27.

Eine letzte Angriffsmöglichkeit blieb Baden-Endingen noch. Stević nahm das Timeout, doch statt einer Torchance unterlief der Mannschaft ein technischer Fehler. Ballverlust. Schluss. Das Cup-Aus war besiegelt.

Bekannter Gegner, andere Rechnung

Die SG Yellow/Pfadi Espoirs war für Baden-Endingen keineswegs unbekannt. Am 18. Oktober hatte die HSG im Heimspiel gegen die Winterthurer nach einem zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand noch ein 28:28 erreicht. Zwölf Minuten vor Schluss schien ein Punktgewinn damals kaum mehr wahrscheinlich.

Bereits am 11. Oktober war Baden-Endingen nach dem Cupspiel in Stans in den Meisterschaftsbetrieb zurückgekehrt und hatte in der Sporthalle Aue um 18 Uhr die SG Yellow/Pfadi Espoirs empfangen. Im Aargauer Derby beim TV Möhlin, das am 25. Oktober stattfand, lag die Mannschaft nach 45 Minuten sogar mit acht Toren zurück. Wieder kämpfte sie sich in der Schlussphase heran und glaubte bis zur letzten Sekunde an die Wende. Trainerpersönlichkeiten standen sich dort ebenfalls gegenüber: Zoltan Majeri und Aco Stević.

Stevićs Mannschaft muss nun mit dem Frust in die zweiwöchige Nationalmannschaftspause gehen. Der Zeitpunkt passt immerhin, um die angeschlagenen Spieler wieder näher an die volle Leistungsfähigkeit zu bringen. Danach richtet sich der Blick auf die Meisterschaft: Im November warten Stans, Chênois und Emmen.

Eine zentrale Figur der Mannschaft ist dabei Igor Čagalj, der am 20. Oktober vorgestellt wurde. Der 2,01 Meter grosse Serbe führt die HSG als Abwehrchef und Captain an. Neben seiner Rolle in der Defensive wird auch seine ruhige und herzliche Art ausserhalb des Spielfelds hervorgehoben. In Winterthur hätte Baden-Endingen seine Präsenz gut brauchen können – am Ende entschied aber nicht ein Zweikampf, sondern ein Abpraller.