Am 27. März 2025 wurde eine streng gesicherte und videoüberwachte Gold-Transportfirma in Mühlacker im Enzkreis von mehreren maskierten Tätern überfallen. Teile des Sicherheitssystems setzten sie außer Kraft. Ein Mitarbeiter wurde mit Reizgas besprüht und leicht verletzt.

Die Beute: Goldbarren, Bruchgold und wertvolle Schmuckstücke. Die Polizei beziffert den Wert auf mehrere Hunderttausend Euro. Vieles deutet darauf hin, dass die Täter über Insiderwissen verfügten und den Überfall gezielt vorbereitet hatten.

DNA-Spur und gestohlene Kennzeichen

Einer der Männer hinterließ am Tatort DNA-Spuren. Sie stimmen mit Spuren aus mehreren Straftaten in Österreich und Frankreich überein. Wer der Mann ist, bleibt bislang ungeklärt.

Nach dem Überfall flüchteten die Täter vermutlich mit einem weißen Transporter. Die daran angebrachten Kennzeichen waren bereits etwa ein Jahr zuvor gestohlen worden. Eine sofort eingeleitete Fahndung mit mehreren Streifenwagen und einem Polizeihubschrauber verlief erfolglos.

Die Kriminalpolizei sucht außerdem nach einem Passanten, der während der Tat am Firmengelände vorbeiging und wichtige Beobachtungen gemacht haben könnte. Auch die geraubten Schmuckstücke könnten Hinweise auf die Täter liefern.

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Fall bei „Aktenzeichen XY… ungelöst“

Heute, am 3. November 2026, behandelt die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ den bewaffneten Überfall. Beginn ist um 20:15 Uhr. Gesucht werden dort sowohl die Täter als auch der mögliche Zeuge.

Organisierte Kriminalität mit internationalen Verbindungen

Der Fall steht in einem Umfeld, in dem kriminelle Netzwerke zunehmend über Grenzen hinweg arbeiten. Laut dem Bundeskriminalamt wurden 2025 bundesweit 683 Ermittlungsverfahren wegen Organisierter Kriminalität geführt. Dabei erfassten die Behörden knapp 8.000 Tatverdächtige – der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre. Rund 69 Prozent der Verfahren hatten einen transnationalen Bezug.

BKA-Präsident Holger Münch beschreibt die Netzwerke als zunehmend digital vernetzt, international und arbeitsteilig. Geopolitische Konflikte können sie für ihre Zwecke nutzen. Für die Ermittlungsbehörden geht es daher nicht nur um einzelne Täter, sondern auch um die Strukturen dahinter, deren finanzielle Grundlagen und ihre Handlungsspielräume.

Das Erscheinungsbild verändert sich ebenfalls. Jüngere kriminelle Akteure, teilweise als „Gen-Z-Mafia“ bezeichnet, präsentieren Macht, Status und Gewalt zunehmend in sozialen Medien. Dienstleistungen werden nach dem Prinzip „Crime-as-a-Service“ angeboten: Logistik, Waffen, Geldwäsche oder die Rekrutierung häufig jugendlicher Tatverdächtiger für Gewalttaten. Aufträge und Vermittlungen laufen über digitale Kanäle, soziale Medien und verschlüsselte Messenger. Auftraggeber können aus dem Ausland agieren und Täter in Deutschland anwerben, ohne ihnen je persönlich zu begegnen.

Gewalt wird innerhalb der Organisierten Kriminalität weiterhin bei Straftaten und zur Aufrechterhaltung der inneren und äußeren Ordnung von Gruppierungen eingesetzt. Sie findet zunehmend im öffentlichen Raum statt, etwa bei Schutzgelderpressungen. Zugleich gibt es eine niedrige Hemmschwelle beim Einsatz von Schusswaffen.

Seit einigen Jahren stellen deutsche Behörden vermehrt illegal hergestellte, sogenannte „totalgefälschte Schusswaffen“ fest. Sie gelangen aus der Türkei über den Landweg nach Deutschland und werden von kriminellen Gruppierungen weiterverbreitet. Hergestellt werden sie außerhalb legaler Produktionsstätten; täuschend echt sind sie originalen Waffenmodellen nachempfunden. Ihre wachsende Verfügbarkeit erhöht das Gefahrenpotenzial der Gruppierungen.

Rauschgift als wichtigstes Betätigungsfeld

Mit etwa 37 Prozent der Verfahren war Rauschgiftkriminalität 2025 das wichtigste Betätigungsfeld der Organisierten Kriminalität. Kokain- und Crackkriminalität blieben auf hohem Niveau: 39.414 Straftaten wurden festgestellt, nach 38.671 im Jahr 2024. Insgesamt stellten die Behörden 10,1 Tonnen Kokain sicher, davon 6,5 Tonnen in deutschen Häfen.

Große Mengen gelangen weiterhin mit legalen Warenströmen über Seehäfen nach Europa. Für den Schmuggel nutzen kriminelle Netzwerke zunehmend schnelle „Go-Fast-Boote“. Gewinne aus dem Kokainhandel fließen laut BKA auch in Bestechung und Einflussnahme; gewaschenes Geld wird anschließend in den legalen Wirtschaftskreislauf eingebracht.

Bei Cannabis verdreifachten sich die Sicherstellungen von Marihuana 2025 gegenüber dem Vorjahr. Illegal angebaut wurde weiterhin in Deutschland. Die Behörden stellten 567 Cannabis-Plantagen mit einer Anbaukapazität ab 20 Pflanzen sicher – rund 55 Prozent mehr als im Jahr davor.

Nach Angaben des Bundesbeauftragten für Sucht- und Drogenfragen starben 2025 insgesamt 2.150 Menschen an Drogen. Die Bundesregierung kündigte Maßnahmen gegen die finanziellen Mittel, Vertriebswege und Ausgangsstoffe krimineller Netzwerke an, außerdem Prävention, Frühintervention und Behandlung. Das BKA veröffentlichte dazu das „Bundeslagebild Organisierte Kriminalität 2025“ und das „Bundeslagebild Rauschgift 2025“.