Für Haushalte in Baden-Württemberg ist das Heizen mit Gas binnen eines Jahres deutlich teurer geworden. Laut einer Analyse des Vergleichsportals Verivox stiegen die Erdgaspreise landesweit im Schnitt um 22 Prozent. Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden kletterten die durchschnittlichen Kosten von 2.158 auf 2.643 Euro.

Die Entwicklung zieht sich durch alle Stadt- und Landkreise: Überall liegen die durchschnittlichen Gaspreise über dem Vorjahresniveau. Wer die Abrechnung öffnet, spürt das nicht nur in einer Zahl, sondern oft auch ziemlich direkt im Haushaltsbudget.

Ravensburg und Göppingen mit den stärksten Anstiegen

Am kräftigsten legten die Preise im Landkreis Ravensburg zu. Dort stiegen die durchschnittlichen Jahreskosten von 1.965 auf 2.580 Euro – ein Plus von 31,3 Prozent. Im Landkreis Göppingen waren es 31,2 Prozent mehr. Freiburg im Breisgau verzeichnete einen Anstieg von 29,8 Prozent, Pforzheim von 28,9 Prozent und der Landkreis Lörrach von 28,8 Prozent.

Weniger stark, aber ebenfalls spürbar fiel der Zuwachs im Hohenlohekreis mit 15,7 Prozent aus. Im Stadtkreis Karlsruhe waren es 15,8 Prozent, im Rems-Murr-Kreis 16,2 Prozent, im Landkreis Böblingen 16,3 Prozent und im Landkreis Heidenheim 17,1 Prozent.

Auch bei den tatsächlichen Jahreskosten geht die Schere auseinander. Am teuersten ist Gas in Pforzheim: Dort zahlt ein vergleichbarer Haushalt durchschnittlich 2.943 Euro. Am günstigsten kommt Baden-Baden mit 2.289 Euro davon.

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Großhandel und Netze treiben die Rechnung

Verivox führt die höheren Kosten auf gestiegene Großhandelspreise und Netzentgelte zurück. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft machen die Netzentgelte bei Haushaltskunden etwa ein Fünftel des Gaspreises aus. Die regionalen Unterschiede können Haushalte laut Verivox-Energieexperte Thorsten Storck kaum beeinflussen.

Ein Hebel bleibt aber: die Tarifwahl. Zwischen der teuren Grundversorgung und einem günstigen Neukundentarif liegen derzeit im Durchschnitt 154 Euro pro Jahr. Ein Tarifvergleich kann sich also auszahlen – auch wenn niemand beim Anbieterwechsel gern Kleingedrucktes studiert.

Deutschlandweiter Blick auf 2026

Die BDEW-Gaspreisanalyse August 2026 betrachtet die durchschnittliche Preisentwicklung für Heizkundinnen und -kunden in Ein- und Mehrfamilienhäusern in Deutschland. Ausgewiesen werden jeweils die durchschnittlichen Preise der im betreffenden Zeitraum verfügbaren Gastarife. 2026 lag der Durchschnitt bisher bei 11,93 Cent je Kilowattstunde für Haushalte in Einfamilienhäusern und bei 11,17 Cent je Kilowattstunde für Haushalte in Mehrfamilienhäusern.

Trotz eines jüngsten Aufwärtstrends lag der durchschnittliche Gaspreis 2026 bislang noch nicht über dem Durchschnitt des Vorjahres. Beschaffung und Vertrieb machen knapp die Hälfte des Gaspreises aus. Im Jänner 2026 lagen diese Kosten laut BDEW auf dem niedrigsten Stand seit 2021, danach stiegen sie nach Angaben der Analyse aufgrund des Iran-Kriegs.

Die Netzentgelte für Haushaltskunden sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen und machen etwa ein Fünftel des Gaspreises aus. Steuern, Abgaben und Umlagen tragen rund 30 Prozent bei; sie gingen 2026 leicht zurück.

Der zusätzlich übermittelte Energiepreisbericht 2024 des Landes Baden-Württemberg besteht aus fragmentierten, komprimierten PDF-Daten und technischen Objektdefinitionen. Ein lesbarer Nachrichtenartikel oder überprüfbarer Sachinhalt ist daraus nicht erkennbar. Die BDEW erstellt regelmäßig auch eine Strompreisanalyse. Für BDEW-Mitgliedsunternehmen ist die Gaspreisanalyse außerdem als PowerPoint-Version erhältlich.