Eisenstadt. Im Designer Outlet Parndorf wird das Dach zur Energiequelle und der Parkplatz zum Ladeplatz: Am 7. August 2024 präsentierten das McArthurGlen Designer Outlet Parndorf und Burgenland Energie zwei Projekte – eine Photovoltaikanlage für die teilweise Eigenversorgung sowie einen Ladehub mit insgesamt 100 E-Ladepunkten.

Schon bisher setzt das Center zu 100 Prozent auf Strom aus erneuerbaren Energien. Nun sollen bis Oktober auf 1.650 von insgesamt 36.000 Quadratmetern Dachfläche Photovoltaikpaneele installiert werden. Die Anlage soll rund 400 Kilowatt-Peak leisten. Der erzeugte Solarstrom ist für die öffentlichen Bereiche des Centers vorgesehen – dort, wo täglich viele Menschen unterwegs sind.

100 Ladepunkte, aber zwei Ausbaustufen

Auch für Kundinnen und Kunden entstehen neue Ladestationen. In der ersten Ausbaustufe sind 70 zusätzliche Ladepunkte vorgesehen, in einer zweiten sollen weitere 130 folgen. Gleichzeitig wird der Standort mit insgesamt 100 Ladepunkten beschrieben – die Angaben zu den Ausbaustufen sind damit nicht vollständig konsistent. Unbestritten ist: Das Projekt wird als einer der größten beziehungsweise als größter E-Ladehub Österreichs bezeichnet.

Im Sommer wurde der Ladehub mit 100 Ladestationen eröffnet. Inzwischen haben das Outlet und Burgenland Energie neue Lade-Screens installiert. Sie zeigen aktuelle Tarife und Preise, führen durch den Ladevorgang und stellen Ladeinformationen per QR-Code auf Deutsch, Englisch, Ungarisch und Slowenisch bereit.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Elektrofahrzeug anschließen, die Ladekarte am Kartenleser verwenden oder den QR-Code für die Smartphone-Zahlung scannen. Ist der Ladevorgang beendet, endet auch die Abrechnung automatisch. Kein Herumprobieren, kein Rätselraten am Display – gerade an einem vollen Einkaufstag durchaus angenehm.

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Strom vom Dach, Wärme aus der Pumpe

„Die Lade-Screens erweitern unsere nachhaltige Infrastruktur und unser Serviceangebot für die Gäste“, sagt General Manager Mario Schwann. Neben dem geplanten Ausbau der Photovoltaik setzt das Designer Outlet auf flächendeckende LED-Beleuchtung und Wärmepumpen. In den öffentlichen Bereichen gibt es dadurch keinen Gasverbrauch.

Über den „Fanclub Burgenland Energieunabhängig“ soll das Laden mit Wind- und Sonnenstrom 3,50 Euro pro 100 Kilometer kosten. Burgenland-Energie-CEO Stephan Sharma sieht Elektromobilität als Beitrag zur Energieunabhängigkeit des Burgenlands. Nach Angaben des Unternehmens betreibt Burgenland Energie 634 öffentliche E-Tankstellen im Burgenland; durchschnittlich sei alle 30 Kilometer eine Ladestation verfügbar. Alle diese Stationen gehören zur burgenlandweiten Energiegemeinschaft „Fanclub Burgenland Energieunabhängig“. Elektrisches Fahren sei im Burgenland derzeit um etwa zwei Drittel günstiger als das Tanken von Benzin oder Diesel.

Das Outlet selbst besteht seit 26 Jahren, beherbergt mehr als 160 Designer-Stores und beschäftigt nach eigenen Angaben fast 2.000 Menschen. Millionen Besucherinnen und Besucher kommen jedes Jahr. Da fällt auch beim Strom einiges an – die neue Infrastruktur soll deshalb erneuerbare Energie stärker direkt am Standort nutzbar machen und den Bedarf teilweise aus eigener Erzeugung decken.

Vom Ladehub bis zur E-Bike-Raststation

Wie breit das Thema inzwischen gedacht wird, zeigt ein Blick nach Apetlon. Dort wurde die erste E-Bike-Ladestation des Burgenlands mit integrierter Raststation eröffnet. Die Anlage verbindet Photovoltaik, einen Energiespeicher und Ladepunkte für E-Bikes mit einem Rastcontainer. Getränke und Snacks gibt es ebenfalls – ein kleiner Stopp, bevor es weitergeht.

Apetlon deckt derzeit rund 70 Prozent seines Strom- und Wärmebedarfs selbst. Zum Einsatz kommen Photovoltaikanlagen, Windkraft, Wärmepumpen und die Beteiligung an einer Energiegemeinschaft. Stephan Sharma bezeichnete die Gemeinde als Vorzeigegemeinde für Energieunabhängigkeit und Klimaschutz.

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos ist in Apetlon bereits geplant. Die E-Auto-Ladestationen sollen dort eine weitere Stufe der lokalen Mobilitätswende einleiten – mit dezentraler Energieerzeugung, Speicherlösungen und nachhaltiger Mobilität, vom E-Bike bis zum Einkaufsverkehr nach Parndorf.