Heute, am Sonntag, 8. November 2026, empfängt der Vizemeister SK Sturm Graz den FC Red Bull Salzburg in Graz-Liebenau. In der 12. Bundesliga-Runde geht es in der Merkur-Arena ab 17:00 Uhr um wichtige Punkte – und um einen halbwegs freundlichen Abschied der Bundesliga in die letzte Länderspielpause des Jahres. Zwei Eurofighter stehen sich dabei gegenüber.

Für Sturm kommt das Duell zur Unzeit und vielleicht gerade deshalb zur richtigen Zeit. Vier Pflichtspiele in Folge blieb die Mannschaft ohne Sieg, im Cup ist sie ausgeschieden, im Europabewerb ist die Ausgangslage ungünstig und der Rückstand auf die Bundesliga-Spitze ist größer geworden. Dazu kommen personelle Probleme durch Verletzungen. Trainer und Mannschaft wollen zurück auf die Siegerstraße und mit einem positiven Gefühl in die Pause gehen.

Salzburg mit breiter Brust, Sturm unter Druck

Salzburg ist in der österreichischen Bundesliga noch ungeschlagen. Unter der Woche setzte es allerdings eine Niederlage in Anderlecht. In der Tabelle liegt der Klub nach elf Spielen mit 27 Punkten auf Platz zwei und will im Titelrennen den Anschluss an Tabellenführer Rapid halten. Sturm ist mit 19 Punkten Vierter. Die Grazer Saisonbilanz: fünf Siege, vier Unentschieden und zwei Niederlagen, bei einem Torverhältnis von 19:13.

Die jüngsten Ligazahlen erzählen bei Sturm eine etwas freundlichere Geschichte als die allgemeine Stimmung. Aus den letzten fünf Spielen holte der Vizemeister zwei Siege, spielte zweimal remis und verlor einmal. Zuletzt gab es ein 1:1 beim Wolfsberger AC. In dieser Phase erzielte Sturm durchschnittlich 2,2 Tore pro Partie – mehr als der Saisonschnitt von 1,7 –, kassierte aber auch 1,4 Gegentore statt 1,2.

Salzburg gewann vier der vergangenen fünf Ligaspiele und spielte einmal unentschieden. Das letzte Match endete 5:1 gegen den SC Austria Lustenau. Mit 2,8 Toren pro Spiel liegt die Mannschaft zuletzt über ihrem Saisonschnitt von 2,6; defensiv sind es 0,4 Gegentore pro Partie gegenüber 0,5 über die gesamte Saison. Das Torverhältnis lautet 29:6.

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Auch die Buchmacher sehen Salzburg leicht vorne und errechnen eine implizite Siegchance von 44 Prozent. Die Quoten wurden zwei Tage vor dem Anpfiff erhoben. Für mehr als 2,5 Tore liegt die Wahrscheinlichkeit bei 67 Prozent, für Treffer beider Teams bei 68 Prozent; als daraus abgeleitete Gesamttorzahl werden 3,5 Tore genannt.

Heimvorteil gegen den letzten direkten Dämpfer

Im jüngsten direkten Duell gewann Salzburg dank einer effizienten Schlussphase mit 3:0. Dieses Heimspiel der laufenden Saison ging ebenfalls mit 3:0 an die Salzburger. Der Vergleich der letzten fünf Begegnungen ist dennoch ausgeglichen: Sturm gewann einmal, dreimal gab es ein Remis, einmal siegte Salzburg.

In Graz schaut die Sache aus Sturm-Sicht besser aus. Seit Oktober 2024 ist Sturm zu Hause gegen Salzburg ungeschlagen, mit zwei Siegen und zwei Unentschieden. Ein kleiner statistischer Halt in einer Phase, in der man jeden brauchbaren Strohhalm nimmt.

Die Grazer schießen im Schnitt 17,3-mal pro Spiel – der drittbeste Wert der Liga, deren Mittel bei 14,4 liegt. Gleichzeitig stehen sie durchschnittlich 2,9-mal im Abseits, ebenfalls Ligahöchstwert. Salzburg kommt auf 5,1 Großchancen pro Partie und führt diese Statistik damit deutlich an; der Ligamittelwert liegt bei 2,9. Auch bei Schüssen aufs Tor sind die Salzburger mit 7,7 pro Spiel Spitzenreiter, gegenüber 4,8 im Ligamittel. Besonders auffällig: Die Gegner kommen gegen Salzburg nur auf 1,6 Großchancen pro Partie, der beste Wert der Liga bei einem Durchschnitt von 2,9.

Treffsichere Angreifer, dünne Personaldecke

Bei Sturm hat Simon Seidl ein Tor und acht Assists gesammelt. Oumar Diakité kommt auf sieben Treffer, davon sechs in den letzten vier Spielen bei drei Einsätzen. Belmin Beganović erzielte zwei Tore in fünf Einsätzen. Nicht dabei sind Daniil Khudyakov wegen einer Beinverletzung und Emran Soglo wegen einer Muskelverletzung.

Salzburg bringt mit Haris Tabaković einen formstarken Torjäger mit: sieben Tore in zehn Einsätzen, vier davon in den vergangenen drei Spielen. Frans Krätzig hält bei zwei Toren und zwei Assists in sechs Einsätzen, Jesper Lindstrøm bei einem Tor und zwei Assists in vier Spielen. Kevin Boma, Sota Kitano und Dominik Schmid fehlen. Nikolas Veratschnig fällt mit einer Knieverletzung aus; er hatte in dieser Saison zwei Tore erzielt und einen weiteren Treffer vorbereitet.

Disziplinarisch steht Sturm bei drei Roten Karten, Salzburg bei keiner. Arjan Malić sah vor zwei Spielen Rot. Salzburgs Abubakar Barry kassierte in zehn Einsätzen vier Gelbe Karten. Und dann wäre da noch Albert Vallci: Der Sturm-Spieler kam zuvor von Salzburg, für das er in 45 Einsätzen über drei Saisons vier Tore erzielte.

Auf den Rängen wird es also nicht bloß um Tabellenplätze gehen, sondern auch um Nerven. Sturm muss den Europacup- und Cup-Frust abschütteln, Salzburg die englische Woche samt Niederlage in Anderlecht aus den Beinen bekommen. Um 17:00 Uhr geht’s los. Der Ligaportal-Liveticker begleitet die Partie, als Reporter aus dem Stadion ist Antonio Perner angekündigt.