31 Schüsse, drei Gegentore: Sturm Graz scheitert an Celjes Effizienz
Sturm Graz hat am 4. Spieltag der Europa-League-Ligaphase in Liebenau eine bittere Heimniederlage kassiert. Gegen den slowenischen Meister NK Celje verloren die Grazer mit 2:3 (1:2). 12.977 Fans waren dabei – und sahen eine Partie, die sich lange eher nach Sturm-Sieg als nach bösem Erwachen anfühlte.
31 Schüsse gab Sturm ab, Celje nur acht. Das Chancenplus war deutlich, die Ausbeute aber nicht. Ein Doppelpack von Diakité reichte nicht einmal für einen Punkt. Stattdessen kassierte Sturm die erste internationale Heimniederlage der Saison, verpasste eine bessere Ausgangsposition für den Aufstieg und hält weiterhin bei vier Punkten.
Viel Druck, zu wenig Konsequenz
„Input und Output“ hätten nicht zusammengepasst, sagte Trainer Fabio Ingolitsch nach dem Spiel. Er machte mangelnde Konsequenz und fehlende geistige Frische für die Niederlage verantwortlich. Bei so vielen Chancen müsse Sturm ein Europa-League-Spiel gewinnen, betonte der Coach.
Die Grazer waren weiterhin durch Verletzungen geschwächt und dominierten die Partie dennoch über weite Strecken. Genau das machte die Niederlage umso ärgerlicher: Sturm übte Druck aus, Celje kam nur selten nach vorne – und erzielte trotzdem drei Tore, die Jon Gorenc Stankovic als „billig“ bezeichnete. Mehrere Gegentreffer seien leicht vermeidbar gewesen.
Für Celje war es der erste Sieg im Europacup. Der slowenische Meister hatte zuvor bereits ein 2:2 gegen Salzburg erreicht. Nun nahm er aus Graz alle drei Punkte mit.
„Superheroes“ und „Vollarschlöcher“
Routinier Jürgen Heil verwies auf die rasch wechselnde öffentliche Bewertung der Mannschaft. Nach dem Spiel gegen Marseille sei Sturm noch als „Superheroes“ gefeiert worden, nun werde das Team als „Vollarschlöcher“ bezeichnet. Die aktuelle Negativserie sei eine schwierige Phase, sagte Heil.
Das Fehlen von Otar Kiteishvili, Filip Rozga und weiteren Spielern erschwere die Situation zusätzlich. Als Ausrede wollte Heil das trotzdem nicht gelten lassen. Die Mannschaft werde gut bezahlt, um solche Ausfälle zu kompensieren. Klare Ansage, ohne Schleife drumherum.
Ein kleiner Lichtblick war das Comeback von Gizo Mamageishvili, der nach längerer Verletzungspause in der Schlussphase wieder auf den Rasen kam. Weitere Rückkehrer könnten nach der Länderspielpause folgen.
Salzburg wartet schon
Viel Zeit zum Grübeln bleibt Sturm nicht. Am Sonntag empfangen die Grazer Salzburg. Bis Weihnachten stehen noch sechs Spiele auf dem Programm. Nach dem 2:2 gegen Celje hatte Salzburg bereits erlebt, wie unangenehm der slowenische Meister sein kann; Sturm bekam es nun auf die harte Tour zu spüren.
In Liebenau blieb am Ende vor allem das Gefühl liegen, dass mehr möglich gewesen wäre: 31 Schüsse, lange Zeit die aktivere Mannschaft – und trotzdem ein 2:3. Das ist im Europacup schnell passiert, aber deswegen nicht weniger bitter.
