Heute ist der 5.10.2026. Im Nordosten Afrikas zeichnen sich düstere Wolken am Horizont ab. Eine regionale Allianz formiert sich gegen Äthiopien, und das Ganze könnte nicht brisanter sein. Präsidenten von Eritrea, Somalia und Sudan trafen sich mit Ägyptens Präsident Abdelfattah al-Sisi in Ägypten. Ein Treffen, das sich um „regionale Fragen von gemeinsamem Interesse“ drehte, und das nur kurz nach einem Gipfel der Afrikanischen Union (AU) stattfand. Bei diesem Gipfel hatte Sisi zu einem „Dialog“ über die grenzüberschreitenden Konflikte aufgerufen. Die vier Regierungen, die sich da versammelten, sind allesamt Gegner von Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed.

Die Lage ist angespannt. Eritrea unterstützt die aufständische Tigray-Rebellenbewegung TPLF und hat äthiopische Regierungsgegner in Sudan zusammengebracht. Sudan wiederum wirft Äthiopien vor, die aufständische Miliz RSF (Rapid Support Forces) zu unterstützen. Ägypten und Sudan sind auch gegen den Ausbau von Wasserkraft am Oberlauf des Blauen Nils, was den Wasserzufluss nach Sudan und Ägypten gefährden könnte. Somalia hat ebenfalls ein Wörtchen mitzureden und kritisiert die äthiopische Unterstützung der Republik Somaliland.

Waffen und Konflikte

Die Situation in Äthiopien selbst ist explosiv. Seit einigen Wochen herrscht dort wieder Krieg. Am 20. September gründete die TPLF eine neue Rebellenallianz und setzte sich in Bewegung, um Armeestellungen in den angrenzenden Regionen Afar und Amhara anzugreifen. Die äthiopischen Regierungstruppen, die nicht untätig geblieben sind, konnten die Rebellen jedoch zurückschlagen und rückten in Tigray ein. Die Kämpfe in Südtigray waren heftig, und das Geräusch von schwerem Artilleriefeuer hallte durch die Luft von Alamata, während mindestens 52 zivile Tote gemeldet wurden.

Und dann kam der Schock: Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba wurde mit Drohnen beschossen. Diese schlugen in der Nähe des Armeehauptquartiers ein, was die ohnehin angespannte Lage weiter verschärfte. Trotz der Attacken hat Äthiopiens Armee die Oberhand gewonnen und patrouilliert nun in der Hauptstadt von Tigray, Mekelle. Die TPLF gibt an, sich „zeitweise“ zurückgezogen zu haben und von „woanders“ zu regieren, doch sie kontrolliert weiterhin den Großteil der Provinz Tigray und erhält dabei Unterstützung von Eritrea. Es gibt zwar Spekulationen über eine mögliche Absetzung der TPLF-Führung nach Eritrea, doch diese werden als unwahrscheinlich eingeschätzt.

Diplomatische Brüche

Äthiopien und Eritrea bereiten sich unterdessen auf mögliche Konfrontationen vor. Die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern sind mehr als angespannt. So schloss Äthiopien seine Botschaft in Eritrea und wies zehn eritreische Diplomaten aus, was Eritrea dazu veranlasste, „alle“ diplomatischen Beziehungen zu Äthiopien abzubrechen. Ein Schritt, der die ohnehin schon komplizierte Situation weiter verkompliziert.

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Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge in den kommenden Wochen entwickeln werden. Die regionalen Spannungen, die über Jahre hinweg gewachsen sind, scheinen nun in eine neue Phase einzutreten. Die Menschen in der Region, die schon genug Leid erfahren haben, können nur hoffen, dass es bald zu einem Dialog und einer friedlichen Lösung kommt. Aber mit der aktuellen Situation ist das eher ein fernes Wunschdenken.