Oberwart Gunners prüfen ihren Aufwärtstrend gegen Tabellenführer Traiskirchen
Die Oberwart Gunners haben sich nach einem holprigen Start gefangen. Nach acht Spielen in der win2day Basketball Superliga stehen fünf Siege und drei Niederlagen zu Buche. Der jüngste Erfolg gegen die Dukes fiel mit 85:66 deutlich aus – für Vizemeister Oberwart ein kräftiges Lebenszeichen.
Headcoach Horst Leitner sprach von einer ordentlichen Leistung, trat aber gleich auf die Bremse. Das Ergebnis dürfe man nicht zu hoch bewerten, weil der Gegner derzeit Probleme habe. Trotzdem ist Leitner mit der Entwicklung seiner Mannschaft zufrieden. Die ersten Saisonspiele seien nicht gut gewesen, seit einigen Wochen gehe es jedoch Schritt für Schritt bergauf.
Mehr Intensität, klarerer Stil
Vor allem defensiv treten die Gunners inzwischen intensiver auf. In den vergangenen Partien gelang es ihnen wiederholt, dem Gegner den eigenen Spielstil aufzuzwingen. Wenn die Konzentration passt, könne Oberwart jeden Gegner fordern, meint Leitner.
Der anfängliche Anpassungsbedarf kam für den Trainer nicht überraschend: Der Kader wurde zu großen Teilen neu zusammengestellt. Die Legionäre bewertet Leitner grundsätzlich positiv. US-Spieler Nathan Scott ist allerdings seit mehreren Wochen verletzt und soll nun wieder ins Training einsteigen. Scott habe großes Potenzial, von ihm erwarte Leitner noch viel.
Auch Deaken Stangl, der seit Kurzem die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, bringt laut Leitner viel mit. Der Neuzugang pendelt derzeit zwischen starken und schwachen Leistungen, zeigt also gute wie schlechte Phasen. Dass Stangl künftig Nationalteamspieler wird, hält der Coach dennoch für möglich.
Spitzenspiel gegen Traiskirchen
Am Samstag wartet in der Sporthalle Oberwart der Tabellenführer. Die Traiskirchen Lions haben sieben Spiele in Folge gewonnen und reisen entsprechend selbstbewusst ins Burgenland. Mit Edi Patekar gehört außerdem ein ehemaliger Oberwart-Spieler zum Kader der Lions.
Leitner erwartet ein hartes und interessantes Spiel zwischen zwei Teams mit Ambitionen. Traiskirchen traut er eine erfolgreiche Saison zu, gleichzeitig sieht er auch für Oberwart weiterführende Ziele. Für die Gunners geht es also nicht bloß um den nächsten Eintrag in der Bilanz.
Ein Klub mit langer Geschichte
Die Oberwart Gunners – auch UNGER STEEL Gunners Oberwart genannt – sind in Oberwart, Burgenland, zu Hause. Der Verein wurde 1957 als Union Basketball Club Oberwart durch Ing. Johann Hadek gegründet. Die Heimspiele finden in der Sporthalle Oberwart statt, die Vereinsadresse lautet Informstraße 27, 7400 Oberwart. Zu Hause spielt Oberwart in Weiß, auswärts in Blau. Die Website ist unter www.gunners.at erreichbar; der Standort liegt bei 47° 16′ 55,2″ N, 16° 12′ 34,7″ O.
Alfred Wertner gilt als Initiator des Vereins und des Aufstiegs in die österreichische Basketball-Bundesliga. Er starb im Oktober 2010. Von 1992 bis 1995 spielte die Mannschaft in der 2. Bundesliga, seit 1995 ist sie dauerhaft in der österreichischen Basketball-Bundesliga vertreten.
Vier österreichische Meistertitel stehen in der Klubgeschichte: 2011, 2016, 2024 und 2025. Der Titel von 2024 war dabei kurios und historisch zugleich: Oberwart wurde als erster Verein österreichischer Meister, der nach dem Grunddurchgang nur Platz neun belegt hatte und an der unteren Zwischenrunde teilnahm. Im selben Jahr gewannen die Gunners außerdem den Supercup.
Vizemeister wurde Oberwart 1997, 1998, 2005, 2007, 2008, 2013 und 2017. Dazu kommen Cup-Siege aus den Jahren 1995, 1999, 2005, 2016 und 2021. 2016 gelang erstmals das Double aus Meisterschaft und Cup. In der Saison 2016/17 kam die Mannschaft auf 27 Siege in 32 Spielen – eine Siegquote von 84 Prozent.
Europäische Abende in Oberwart
Auch international hat der Klub Spuren hinterlassen. Im Europapokal der Pokalsieger beziehungsweise Europacup 1995/96 kam Oberwart in die erste Runde und bilanzierte einen Sieg und eine Niederlage. Es folgten Teilnahmen am Korać-Cup 1996/97 sowie 1999/2000. In der Saison 1997/98 erreichten die Gunners die erste Runde; ihre Gruppengegner waren Bonn, Dijon und Málaga.
Besonders umfangreich verlief der Saporta Cup 1998/99. In der Gruppenphase traf Oberwart auf Benetton Treviso, Unics Kazan, Aerosoles Ovarense, Den Helder und Odessa. Im Sechzehntelfinale setzte es gegen Bruguer Badalona zwei Niederlagen – 66:92 und 64:92. Trotzdem schrieb der Klub Geschichte: Oberwart war der erste österreichische Basketballklub, der das Sechzehntelfinale eines europäischen Cup-Bewerbs erreichte. Die Bilanz lautete vier Siege und acht Niederlagen.
Im Korać-Cup 2000/01 schied Oberwart in der Ausscheidungsrunde gegen Trefl Sopot aus. Über alle Korać-Cup-Auftritte hinweg stehen vier Siege und zwölf Niederlagen. Jetzt aber richtet sich der Blick wieder auf die heimische Halle, auf Traiskirchen – und auf die Frage, ob die Gunners ihren Aufwärtstrend auch gegen den Tabellenführer bestätigen können.
