Ein Brand in der Eisenbiegerhalle der Baustofffirma Cerne in Feldkirchen hat am Samstag die Feuerwehr in Atem gehalten. Eine Rauchsäule, die kilometerweit sichtbar war, sorgte dafür, dass die Sirenen in drei Bezirken heulten. Insgesamt zwölf Feuerwehren aus den Bezirken Feldkirchen, St. Veit und Villach rückten an, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Rund 230 Feuerwehrmitglieder waren im Einsatz, darunter engagierte Helfer aus den Freiwilligen Feuerwehren von Feldkirchen, St. Martin, St. Ulrich, Waiern, Glanhofen, Tschwarzen, St. Veit, Himmelberg, Bodensdorf, Moosburg, Ossiach und der Löschgruppe Kreggab.
Die Einsatzleitung lag in den Händen der Feuerwehr Feldkirchen, die in dieser brenzligen Situation die Fäden zusammenhielt. Besonders beeindruckend war der Beitrag der Feuerwehr St. Veit, die mit einer Drehleiter und einem 14.000 Liter Wasseranhänger anrückte. Diese große Koordination ist nicht selbstverständlich und zeigt, wie gut die Zusammenarbeit der verschiedenen Wehren funktioniert. Die Herausforderung für die Atemschutzträger war die Wiederhitze, denn die Flammen hatten sich in der Halle rasant ausgebreitet.
Risikofaktoren und Verletzungen
Ein weiterer Risikofaktor waren die Gasflaschen, die sich in der Halle befanden. Der Verdacht auf Acetylengas führte zur Ankunft der Cobra, einer Spezialeinheit, die für solche gefährlichen Einsätze bereitsteht. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass es sich lediglich um Propangasflaschen handelte, die von der Feuerwehr sichergestellt und gekühlt wurden. Während des intensiven vierstündigen Einsatzes wurden zwei Feuerwehrleute verletzt – einer erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung, der andere leichte Verbrennungen. Beide wurden zur Abklärung ins Krankenhaus gebracht, jedoch nicht stationär aufgenommen. Das ist, ehrlich gesagt, ein kleines Glück in solch gefährlichen Situationen.
Gegen 18 Uhr konnten die Feuerwehren schließlich wieder einrücken, und die Firma Cerne hielt Brandwache mit Materialien der Feuerwehr Feldkirchen. Die genaue Ursache des Brandes ist bisher unklar, und Brandermittler werden hinzugezogen, um Licht ins Dunkel zu bringen. Firmenchef Michael Cerne bestätigte, dass zum Glück keine Mitarbeiter verletzt wurden – ein kleiner Lichtblick inmitten des Chaos.
Ein Blick auf Brandstatistiken
Solche Vorfälle sind leider nicht die Ausnahme. Laut der vfdb-Brandschadenstatistik, die bereits über 5.000 Gebäudebrandeinsätze aus den Jahren 2013 bis 2017 erfasst hat, sind Küchen mit 27 % der häufigste Ort für Gebäudebrände. Besonders interessant ist, dass in Wohngebäuden fast die Hälfte aller Brände aus Küchen resultieren. Außerdem zeigen die Statistiken, dass 83 % der Gebäudebrände bis zum zweiten Obergeschoss stattfinden. Es wird auch darauf hingewiesen, dass Brände, die zwischen 23 Uhr und 4 Uhr ausbrechen, größere Schäden verursachen, auch wenn sie seltener auftreten.
Die Herausforderungen im Holzbau sind ebenfalls nicht zu unterschätzen – hier wurde ein erhöhtes Löschwasserbedarf festgestellt. Es ist klar, dass modernes Bauen und neue Technologien auch neue Brandrisiken mit sich bringen, wie etwa Elektromobilität. Daher ist es wichtig, dass Feuerwehren an der Datenerfassung teilnehmen, um präzisere Informationen zu erhalten und die Brandschutzmaßnahmen weiter zu verbessern. Die vfdb ruft dazu auf, um den Datensatz zu erweitern und damit fundierte Entscheidungen im Brandschutz zu ermöglichen.
