In der heutigen Zeit, wo Gesundheit einen immer höheren Stellenwert einnimmt, sind lange Wartezeiten auf Arzttermine ein leidiges Thema. Besonders in Unterkärnten, wo die Situation mit Fachärzten alles andere als rosig ist. Ein Leser, der sich für einen Termin bei einem Facharzt in Wolfsberg interessierte, erhielt die erschreckende Mitteilung, dass er erst im Januar 2028 dran sei. Ja, richtig gehört – 2028! Das ist nicht nur frustrierend, sondern macht auch die empfohlenen jährlichen Kontrolluntersuchungen nahezu unmöglich. Brigitte Neubauer von der Bezirkshauptmannschaft Wolfsberg bestätigt diese langwierige Wartezeit, vor allem bei Augenärzten und Dermatologen. Und in Völkermarkt? Da gibt es zwar neue Augenärzte, die jedoch keine neuen Patienten aufnehmen. Ein Teufelskreis!

Die Ursachen für diese verzweifelte Lage sind vielfältig. Laut Monika Hasenbichler von der Ärztekammer Kärnten ist der Fachärztemangel nicht auf eine mangelnde Leistungsbereitschaft der Ärzte zurückzuführen. Vielmehr sind es strukturelle Herausforderungen im Gesundheitssystem: steigende Nachfrage, ein Mangel an Kassenplanstellen und die Bürokratie, die oft wie ein schwerer Stein auf dem Herzen der Ärzte lastet. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) spricht von durchschnittlich 21 Tagen Wartezeit für einen Facharzttermin in Kärnten. Aber das ist nur die Durchschnittszahl. Wenn man die über 500 Tage Wartezeit eines Lesers betrachtet, könnte man meinen, man lebt in zwei verschiedenen Welten.

Fachärzte: Engpass und Alternativen

Die Situation ist nicht nur in Kärnten angespannt. Auch in anderen Bundesländern wie Oberösterreich sieht es nicht viel besser aus. Eine Analyse zeigt, dass dort die Wartezeiten in einigen Fachrichtungen extrem lang sind. Zum Beispiel müssen Patienten in der Psychiatrie bis zu 112 Tage warten. Auch in der Gynäkologie und Kardiologie sind mit 62 und 67 Tagen Wartezeiten von mehr als zwei Monaten keine Seltenheit. Vor allem in ländlichen Regionen wird die Suche nach Kassenärzten zunehmend zur Herausforderung. Die Zahl der Kassenärzt:innen stagniert oder sinkt, während die Nachfrage steigt. Junge Ärzte scheuen sich oft, selbstständig zu arbeiten, vor allem in weniger attraktiven ländlichen Gebieten.

Und was tut man, wenn man dringend einen Arzt braucht? Viele Menschen schauen sich nach Alternativen um. Wahlärzte bieten oft kürzere Wartezeiten, allerdings gegen Bezahlung. Acht von zehn Personen sehen die Wahlarztversicherung als Hauptmotiv für private Vorsorge. Das ist vielleicht eine Lösung für diejenigen, die sich diese Option leisten können. Viele Wahlarztpraxen übernehmen bis zu 100 % der Kosten, was die Entscheidung für die Patienten erleichtert. Aber nicht jeder hat die finanziellen Mittel, um auf diese Weise Zugang zur medizinischen Versorgung zu erhalten.

Ein Blick in die Zukunft

Die Probleme, die wir heute sehen, sind nicht nur ein österreichisches Phänomen. Eine Studie des Barmer-Instituts zeigt, dass auch in Deutschland die hausärztliche Versorgung in den kommenden Jahrzehnten besonders in Kleinstädten und ländlichen Regionen abnehmen wird. Über 5.000 Hausarztsitze sind bereits unbesetzt, und viele Hausärzte planen, in naher Zukunft aus Altersgründen auszuscheiden. Das lässt die Sorgen wachsen. Es scheint, als ob wir vor einer echten Herausforderung stehen, die nicht einfach verschwinden wird, solange die strukturellen Probleme im Gesundheitssystem nicht angegangen werden.

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Die Gesundheit ist ein hohes Gut – und das sollte sich auch in der Versorgung widerspiegeln. Doch was bleibt uns, wenn wir tagelang auf einen Termin warten müssen? Die Frustration wächst, und die Suche nach einem passenden Facharzt wird zum Abenteuer. Es bleibt zu hoffen, dass in naher Zukunft Strukturreformen und ein bedarfsorientierter Ausbau der Kassenplanstellen in den Vordergrund rücken. Der Druck auf das Gesundheitssystem wird nicht weniger, und wir müssen uns fragen, wie wir diesen Herausforderungen begegnen wollen. Denn eines ist klar: Jeder Tag zählt, wenn es um unsere Gesundheit geht.

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