In den Lagerräumen der Firma Haus Total Service in Kirchberg sind innerhalb weniger Stunden 77 Fahrräder zusammengekommen. Damen-, Herren- und Kinderfahrräder wurden von den Rotary Clubs Rattenberg und Kitzbühel sowie dem Rotary Passport Club TransAlp gesammelt und für den Versand in die Ukraine vorbereitet.

Die Aktion entstand aus einem naheliegenden Gedanken: In österreichischen Haushalten stehen viele Räder ungenutzt herum, während Menschen in der Ukraine dringend auf Fahrräder angewiesen sind. Mitorganisatorin Sabrina Schweiger dankte den Spendern, den freiwilligen Helfern und den Koordinatoren. „Jedes Fahrrad bringt Menschen ein Stück Freiheit und Mobilität zurück“, erklärte sie.

Gesammelt wurde in Kirchberg

Rotary hatte im Distrikt 1920 eine Fahrrad-Sammelaktion für Menschen in der Ukraine gestartet. Gesucht wurden gut erhaltene und fahrbereite Fahrräder für Frauen, Männer und Kinder. Im Tiroler Unterland beteiligten sich daran der Rotary Passport Club TransAlp und der Rotary Club Kitzbühel.

Dafür war in Kirchberg in Tirol eine zentrale Sammelstelle in der Bahnhofstraße 22 eingerichtet worden. Die Fahrräder konnten am Freitag, 30. Oktober, von 14 bis 17 Uhr sowie am Samstag, 31. Oktober, von 9 bis 11 Uhr abgegeben werden. Die Rotarier nahmen sie entgegen und bereiteten sie für den Transport vor.

Gemeinsam mit weiteren Hilfslieferungen werden die Räder von Österreich in die Ukraine gebracht. Befreundete Rotarier nehmen sie dort vor Ort entgegen. Rotary engagiert sich seit Beginn des russischen Angriffskriegs außerdem mit Hilfslieferungen, Kinder-Camps in Österreich und Geldspenden für Waren des täglichen Bedarfs.

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Fahrräder als Verbindung zur Hilfe

Wie dringend solche Transporte sein können, zeigt eine weitere Initiative: Changing Cities organisiert gemeinsam mit der Partnerorganisation U-Cycle aus Kyiv Fahrradspenden für Kharkiv. Ein Transport von Berlin in die Ukraine wurde vorbereitet, die Fahrräder sollen vor Ort an Bedürftige verteilt werden. Eine erste Lieferung von etwa 100 Fahrrädern war für Anfang Mai 2022 geplant.

In vielen Städten funktioniert der öffentliche Nahverkehr wegen der Angriffe nicht mehr, Benzin ist knapp und rationiert. Menschen legen teilweise bis zu 10 Kilometer zu Fuß zurück, um Wasser, Essen, Medizin und Kleidung abzuholen. Die Fahrräder sollen vor allem an Jugendzentren gehen, die humanitäre Hilfe an ältere und bedürftige Menschen nach Hause verteilen. Mit Rädern können die Helferinnen und Helfer schneller und in einem größeren Umkreis unterwegs sein.

Changing Cities stand seit Beginn des russischen Angriffskriegs regelmäßig mit Aktivistinnen und Aktivisten von U-Cycle in Kyiv in Kontakt. Von dort kam der konkrete Bedarf: Straßen sind mit Autos schwer befahrbar, außerdem verzögern Kontrollposten der Armee den Verkehr.

Auch Reparaturhilfe und Zubehör gefragt

Für die Berliner Aktion waren Samstag, 7. Mai, und Sonntag, 8. Mai 2022, jeweils von 10 bis 18 Uhr als Annahmetage vorgesehen. Fahrräder mussten vorher über den Anmeldelink registriert werden; angenommen wurden nur gute, funktionsfähige Räder. Gefragt waren auch Packtaschen und ähnliches Zubehör. Angemeldete Fahrräder konnten bei Bedarf vor dem Versand repariert werden.

Zusätzlich suchte Changing Cities Freiwillige für Reparaturarbeiten sowie Geldspenden für Material und Ersatzteile. Auch Reparaturhelferinnen und -helfer sowie Geldspenderinnen und -spender sollten den Anmeldelink nutzen. Bei erfolgreichem Verlauf wollte der Verein weitere Transporte organisieren.

Unterstützt wurde die Aktion unter anderem von der Deutschen Bahn beim Transport in die Ukraine, von Schwalbe mit Fahrradschläuchen, Reifenhebern und Luftdruckprüfern sowie von freiwilligen Helferinnen und Helfern. Ansprechpartnerin bei Changing Cities war Ragnhild Sørensen, erreichbar unter ragnhild.soerensen@changing-cities.org oder telefonisch unter 0171 535 77 34.

Für die Rotary-Sammlung aus Kirchberg ist der Weg inzwischen vorbereitet: 77 Fahrräder warten gemeinsam mit weiteren Hilfsgütern auf den Transport in die Ukraine.