Am Samstag, 31. Oktober 2026, wurde es am Magdalenaberg im Bezirk Kirchdorf laut: Rund 170 Einsatzkräfte rückten mit 26 Fahrzeugen zu einer groß angelegten Einsatzübung aus. Beteiligt waren elf Feuerwehren und das Rote Kreuz.

Drei Lagen liefen gleichzeitig ab. Auf einem landwirtschaftlichen Anwesen musste ein Großbrand bekämpft werden, im Einfahrtsbereich galt es, einen Verkehrsunfall mit Austritt gefährlicher Stoffe zu bewältigen, und außerdem war eine verletzte Person nach einem Sturz aus großer Höhe zu retten. Viel auf einmal – genau das machte die Übung realitätsnah.

Drei Einsatzstellen, ein gemeinsamer Ablauf

Die Einsatzkräfte mussten Brandbekämpfung, Gefahrstoffunfall und Personenrettung parallel bearbeiten und ihre Maßnahmen laufend koordinieren. Darsteller des Roten Kreuzes simulierten verletzte Personen unter möglichst realitätsnahen Bedingungen. Mehrere Sanitätseinsatzwagen waren dafür im Einsatz.

Für die Wasserversorgung wurden zwei Zubringerleitungen zum Übungsobjekt verlegt: Rund 900 Meter führten von einem Teich dorthin, etwa 1.600 Meter von einem Hydranten. Zusammen waren das rund 2,5 Kilometer Löschwasserleitungen. Auch zwei Drehleitern unterstützten die Arbeiten.

Mit dabei waren unter anderem die Einsatzführungsunterstützung und die Drohneneinheit des Bezirks Kirchdorf sowie das Gefährliche-Stoffe-Fahrzeug der Feuerwehr Pettenbach. Gerade bei einem Unfall mit unbekannten oder gefährlichen Substanzen zählt jeder Handgriff – und niemand arbeitet dabei gern im Blindflug.

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Nachbesprechung im Feuerwehrhaus

Nach der Übung lud die Feuerwehr Magdalenaberg zur gemeinsamen Nachbesprechung ins Feuerwehrhaus ein. Die Beteiligten tauschten Erfahrungen zu den drei Szenarien aus und besprachen, was bei den parallelen Einsatzlagen gut funktioniert hatte und wo noch nachgeschärft werden kann.

Wie breit solche Übungen angelegt sein können, zeigte am selben Tag auch ein Blick in den Bezirk Scheibbs. Dort trainierte der Katastrophenhilfsdienst mit 129 Feuerwehrmitgliedern und 22 Fahrzeugen an verschiedenen Standorten. Auf dem Programm standen ein Waldbrand in St. Georgen an der Leys, ein Erdbebenszenario mit verschütteten Personen in Wieselburg sowie ein Forstunfall nach einem Sturmereignis mit Personensuche in Pyhrafeld.

Katastrophenhilfsdienst übte im Bezirk Scheibbs

Parallel zu den drei Einsatzorten arbeitete der Bezirksführungsstab im Feuerwehrhaus Scheibbs. Zwölf Mitglieder sammelten Informationen, beurteilten die Lagen und koordinierten die übergeordneten Abläufe. Die Verbindung zwischen Führungsstab und den KHD-Zügen war ein zentraler Übungsschwerpunkt.

In St. Georgen an der Leys setzte der 2. KHD-Zug 41 Feuerwehrmitglieder und sieben Fahrzeuge ein. Eine Löschwasserversorgung musste von einem Bach über eine längere Strecke bergauf aufgebaut werden – in schwer zugänglichem Gelände, wo aus ein paar Metern schnell eine schweißtreibende Angelegenheit wird. Im Mittelpunkt standen die Zusammenarbeit der Feuerwehren sowie die technische und körperliche Bewältigung der Wasserversorgung.

Der 4. KHD-Zug war in Wieselburg mit 31 Feuerwehrmitgliedern und sieben Fahrzeugen gefordert. Mehrere verschüttete Personen mussten gerettet werden. Dafür kamen unter anderem ein Teleskoplader und ein Kran zum Einsatz. Geübt wurden die technische Menschenrettung, der sichere Umgang mit schwerem Gerät und die Koordination der Einsatzkräfte.

In Pyhrafeld nahm der 1. KHD-Zug mit 45 Feuerwehrmitgliedern und sieben Fahrzeugen ein Unwetter während Forstarbeiten an. Ein Traktor war verunfallt, eine Person eingeklemmt und eine weitere verletzt. Eine dritte Person flüchtete im Schockzustand und galt zunächst als vermisst. Neben der Versorgung und Rettung der Verletzten musste deshalb eine großflächige Suche im umliegenden Wald organisiert werden.

KHD-Kommandant Andreas Kurz bewertete den Übungsverlauf positiv und hob die Arbeit der Einsatzkräfte bei den drei unterschiedlichen Szenarien hervor. Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Alois Hochholzer dankte den 129 freiwillig teilnehmenden Feuerwehrmitgliedern ebenso wie den Führungskräften und Organisatoren. Die Übung diente der praktischen Ausbildung und sollte Erkenntnisse für künftige Einsätze sowie die weitere Zusammenarbeit liefern.