Platzverweis kippt Partie: SV Landeck verliert 0:5 gegen Wacker Innsbruck II
Der SV Landeck ist in der 1. Landesliga West daheim gegen FC Wacker Innsbruck II mit 0:5 untergegangen. Dabei hatte die Partie lange nach einem zähen, ausgeglichenen Nachmittag ausgesehen. Bis zum ersten Gegentor hielt Landeck ordentlich dagegen – danach rutschte das Spiel innerhalb weniger Minuten weg.
Co-Trainer Johannes Wachter sah die erste Halbzeit als Orientierung für die kommenden Spiele. Beide Mannschaften suchten spielerische Lösungen, Landeck stand kompakt, zwang Wacker immer wieder zu langen Bällen und wollte über Konter gefährlich werden. Zwei- oder dreimal kam die Heimelf vielversprechend durch, doch beim letzten Pass oder beim Abschluss fehlte die Genauigkeit. Zur Pause stand es 0:0.
Platzverweis und Freistoß als Knackpunkt
Kurz vor dem 0:1 kassierte Landeck eine Gelb-Rote Karte. Wachter bezeichnete den Platzverweis als nicht gerechtfertigt und sprach von einer „Doppelbestrafung“, weil Alexander Böck in der 55. Minute einen Freistoß direkt verwandelte.
Die weiteren Treffer fielen danach fast im Stakkato: Benjamin Parth erhöhte in der 58. Minute auf 0:2, Virgilio Mauricio Olaya Campos traf in der 66. Minute zum 0:3. Parth legte in der 85. Minute sein zweites Tor zum 0:4 nach, ehe Böck in der 88. Minute den 0:5-Endstand herstellte.
Dass Landeck verdient verloren habe, räumte Wachter ein. Die Höhe der Niederlage sei aus seiner Sicht aber nicht gerechtfertigt gewesen. Die erste Verwarnung habe der Spieler bekommen, weil er auf eine blutende Kopfverletzung hingewiesen habe. Bei der zweiten Gelben Karte zeigte die Videoanalyse aus Landecker Sicht, dass der Spieler den Ball gespielt hatte. Außerdem erkannte Wachter auf den Bildern bei zwei weiteren Wacker-Toren mögliche Abseitsstellungen.
Individuelle Fehler und zu leicht zugelassene Tore kamen noch dazu. Positiv blieb für Wachter, dass seine Mannschaft bis zum ersten Gegentreffer gut dagegengehalten hatte. Wacker Innsbruck II trat diesmal personell stärker auf als in anderen Spielen; das Potenzial der jungen Mannschaft war für den Landecker Co-Trainer klar zu sehen.
Das frühere Duell endete 1:3
Beim Spiel Landeck – Wacker Innsbruck am Samstag, 6. September 2025, hatte es im Stadion Landeck Perjen eine 1:3-Niederlage gegeben. Schiedsrichter war Tahir Ücler. Sinan Bicer brachte Wacker in der 10. Minute mit 0:1 in Führung, Christopher Weinzierl erhöhte in der 29. Minute auf 0:2 und traf in der 53. Minute erneut. Serhii Omelchenko gelang in der 72. Minute das 1:3.
Für Landeck sahen Noah Zangerl in der 32. Minute wegen Unsportlichkeit, Fabian Juen in der 42. Minute wegen Unsportlichkeit und Arda Ilhan in der 88. Minute wegen Kritik die Gelbe Karte.
In der Landecker Startelf standen D. Walch, N. Zangerl, C. Leitl, E. Schöpf, A. Ilhan, M. Kössler, S. Omelchenko, F. Juen, Z. Vlahusic, M. Cosic und D. Thurner. Auf der Ersatzbank saßen T. Wachter, E. Dalyan, F. Fleischhacker, M. Rauser und F. Göksu. Fabian Fleischhacker kam in der 46. Minute für Z. Vlahusic, F. Göksu ersetzte in der 73. Minute M. Cosic, M. Rauser kam in der 80. Minute für D. Thurner.
Wacker begann mit K. Daniliev, M. Rief, M. Petutschnig, B. Parth, J. Tusch, J. Storz, C. Weinzierl, K. Martin, S. Bicer, N. Kamateh und J. Kolar. F. Jovic, A. Lanthaler, A. Gheri, R. Kouam Biengaing, A. Amedjoe und J. Hodza bildeten die Ersatzbank. A. Gheri und A. Lanthaler kamen in der 54. Minute für N. Kamateh beziehungsweise J. Kolar, J. Hodza ersetzte in der 79. Minute S. Bicer, R. Kouam Biengaing in der 82. Minute J. Storz.
Ein Verein mit langer Landkarte
Die Wurzeln des Landecker Fußballs reichen bis in die 1930er Jahre zurück. Damals lagen die Gründungsjahre des SC Landeck, dessen erster Obmann der Radrennfahrer Albert Oblinger wurde – ein Mann, der an der Tour de Suisse und der Tour de France teilnahm. Gemeinsam mit dem SV Silz und dem SC Imst spielte der SC Landeck in der Oberlandliga.
Im Herbst 1946 setzten sich Otto Daburt und Josef Rimml für die Gründung des Arbeiter-, Turn- und Sportvereins Landeck-Zams ein. Rimml wurde erster Obmann. Zur Aufstiegsmannschaft gehörten Ernst Whys, Ossi Wechner, Robert Senn, Hubert Prantner, Erwin Guggenberger, Adi Zangerle, Hans Rieger, Hans Kappacher, Josef Senn, Helmut Bowolny, Ernst Koss, Josef Tamerl, Klaus Landerer und Erwin Schneider.
Bei einer Generalversammlung im Gasthof Nußbaum wurden im April 1949 zunächst der FC beziehungsweise SC Landeck und anschließend der ATSV Landeck-Zams aufgelöst. Noch am selben Abend entstand der SV Landeck. Erster Obmann wurde Stefan Lami.
In der Saison 1958/59 qualifizierte sich der SV Landeck in der Tiroler Meisterschaft für die Arlbergliga. Nach deren Reform zur Regionalliga West belegte Landeck den 10. Platz und stieg in die Landesliga Tirol ab. Damals liefen Josef Egger sowie Herbert Juen, Klaus Siess, Hubert Prantner, Hans Gadient, Hubert Tiefenbrunn, Werner Albertini, Walter Pesjak, Anton Tiefenbacher, Richard Reich und Kurt Kubin auf.
Zum 50-jährigen Vereinsjubiläum 1984 holte der Verein mehrere Spieler aus Innsbruck, darunter Luis Trenkwalder, Walter Saurer, Anton Isser, Josef Kremser und Hubert Thönig. In diesem Jahr wurde der SV Landeck in der Tiroler Liga Siebenter. In der Saison 1987/88 folgte der Abstieg in die Landesliga West; in den Jahren danach spielte der Verein häufiger dort als in der Tiroler Liga.
2002 gewann Landeck den Meistertitel in der Landesliga West und stieg in die Tiroler Liga auf, konnte sich dort aber – wie schon in den 1990er Jahren – nicht dauerhaft festsetzen. 2012 ging es in die Gebietsliga West. 2016 folgte der Abstieg in die Bezirksliga West, 2018 der Wiederaufstieg in die Gebietsliga West und 2019 der direkte weitere Aufstieg in die Landesliga. Seither spielt der Verein in der Landesliga und befindet sich nach den Angaben des Artikels im Tabellenmittelfeld.
Auch der FC Landeck gehört zur Vereinsgeschichte. Der zweite Landecker Fußballclub nahm ab der Saison 1998/99 an der Meisterschaft teil und wurde unter zehn Mannschaften Achter. 2003 stieg der FC Landeck in die 1. Klasse West auf. In der Saison 2003/04 belegte er den sechsten Platz und schloss sich dem SV Landeck als zweite Mannschaft an. Diese spielte in der Saison 2004/05 in der 2. Klasse West.
Als Obmänner des SV Landeck sind Stefan Lami von 1949 bis unbekannt, Manfred Gasser von unbekannt bis 1980, Ekkehardt Rainalter von 1980 bis 1984, Herbert Litsch von 1984 bis 1985, Franz Raich von 1986 bis 1990, Elmar Landerer in der Saison 1990/91, Engelbert Carpentari in der Saison 1991/92, Ekkehardt Rainalter von 1992 bis 1996, Engelbert Marth in der Saison 1995/96, Gerhard Walser von 1996 bis 1998, Christoph Carotta von 1998 bis 2000, Gerhard Walter von 2001 bis 2007, Wolfgang Jörg von 2007 bis 2013, Christian Wilhelm von 2013 bis 2020 und seit 2020 Mathias Niederbacher angeführt.
