Julia Hartner: Die Hofheldin, die die Landwirtschaft neu denkt
Im Herzen der Südsteiermark, genauer gesagt in Leutschach an der Weinstraße, tut sich etwas Spannendes. Julia Hartner, eine Quereinsteigerin in die Landwirtschaft, hat es unter die 21 Finalistinnen im Wettbewerb „Hofheldin 2026“ geschafft. Organisiert von der Landwirtschaftskammer, ist dieser Wettbewerb dafür bekannt, innovative und mutige Frauen in der Landwirtschaft zu würdigen. Für Julia, die ursprünglich als Elementarpädagogin tätig war, könnte dies der Durchbruch in ihrer neuen Laufbahn sein.
Gemeinsam mit ihrer Familie leitet sie einen landwirtschaftlichen Betrieb im Bezirk Leibnitz, der sich in den letzten Jahren von einem Nebenerwerb zu einem Vollerwerb entwickelt hat. Die Vielfalt ihres Betriebs begeistert: Rindermast, eine Herde Alpakas und die Freilandhaltung von zehntausend Legehennen – hier steckt viel Leidenschaft drin. Julia hat sich nicht nur der Produktion von hochwertigen Lebensmitteln verschrieben, sondern auch der Bildung der Gesellschaft über die Hintergründe der Landwirtschaft. Sie plant, in die Direktvermarktung einzusteigen und möchte besonders Kindern den Ursprung ihrer Nahrung näherbringen.
Ein großer Tag für die Hofheldinnen
Die Nominierung der Hofheldinnen findet am 9. Oktober um 18 Uhr bei einer Gala statt, wo eine Jury die Finalistinnen bewertet. Neben den Hauptpreisen wird zum ersten Mal der Ehrenpreis „Die Mutige“ verliehen. Die Vorfreude ist greifbar, und Julia ist sicher, dass ihre Ansätze in der Landwirtschaft nicht nur ihr, sondern auch der Gemeinschaft zugutekommen werden.
Im Rahmen der Auszeichnung „Bäuerliche Unternehmerin 2026“ der Landwirtschaftskammer Steiermark sind die Einreichungen bereits abgeschlossen. Hierbei können Frauen durch bäuerliche Einrichtungen, Organisationen oder auch durch Selbstnominierung vorgeschlagen werden. Die Unterlagen werden anonymisiert und vertraulich behandelt – ein wichtiger Schritt, um die Auswahl fair zu gestalten.
Die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft
Frauen spielen eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft, und das nicht nur in Österreich, sondern auch international. Auf dem BäuerinnenForum 2026 in Berlin, das am 17. Januar 2026 stattfindet, werden Chancen und Herausforderungen für Frauen in der Landwirtschaft diskutiert. Es ist erstaunlich, wie viel Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft oft unsichtbar bleibt. Laut LandFrauenpräsidentin Petra Bentkämper werden nur rund 11% der Betriebe in Deutschland von Frauen geführt, obwohl sie über ein Drittel der Arbeitskräfte stellen. Diese Ungleichheit muss angegangen werden!
Die Sichtbarkeit von Frauen in der Landwirtschaft wird durch Wettbewerbe wie „Hofheldin“ und „Bäuerliche Unternehmerin“ gestärkt. Andrea Wiedner, Hofheldin 2025, berichtet von einer positiven Motivation und erhöhter Bekanntheit durch die Auszeichnung. Auch die persönliche Entwicklung wird durch solche Initiativen gefördert, was Heidi Kaufmann-Ferstl, ebenfalls Hofheldin 2025, eindrucksvoll bestätigt.
Julia Hartner symbolisiert diese Veränderungen. Ihr Engagement und ihre Pläne könnten nicht nur ihre eigene Zukunft, sondern auch die der Landwirtschaft in der Region prägen. Die Vorfreude auf die Gala ist riesig – sowohl für die Finalistinnen als auch für die gesamte Gemeinschaft, die hinter ihnen steht.
