Der Geraser Quatember hat sich wieder einmal als ein bedeutendes Event für Gesundheitsthemen in der Region etabliert. Im malerischen Stift Geras versammelten sich Interessierte, um spannende Einblicke in die Welt der modernen Onkologie und den medizinischen Dialog zu erhalten. Unter dem Titel „Ist es wichtig, Naturheilverfahren in die Schulmedizin zu integrieren? – Praktische Beispiele aus der Onkologie“ hielt die fachkundige Referentin Elisabeth Bräutigam, Vorstandsdirektorin der NÖ Landesgesundheitsagentur und erfahrene Allgemeinmedizinerin sowie Fachärztin für Radioonkologie, ihren Vortrag.
Sie stellte eindrucksvoll dar, wie komplementäre Methoden in die Krebsbehandlung integriert werden können. Ihre Präsentation war nicht nur informativ, sondern auch inspirierend. Der Fokus lag auf Anwendungen, die die Schulmedizin ergänzen und die Lebensqualität der Patienten maßgeblich verbessern können. Dabei betonte Bräutigam die Wichtigkeit evidenzbasierter Verfahren und einen verantwortungsvollen Umgang mit ergänzenden Behandlungsmöglichkeiten. Die Besucher erhielten somit wertvolle Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Onkologie und die ganzheitliche medizinische Versorgung.
Ein harmonischer Auftakt
Die Atmosphäre im Stift Geras war von Anfang an herzlich. Vor dem Vortrag gab es eine gesungene Vesper in der Stiftskirche – eine schöne Tradition, die den Rahmen für die folgenden Diskussionen bildete. Nach dem Vortrag fand eine Agape statt, bei der die Gäste die Möglichkeit hatten, die Themen intensiver zu diskutieren. Es war eine wunderbare Gelegenheit, Gedanken auszutauschen und sich über die verschiedenen Ansätze in der Onkologie auszutauschen.
Der Geraser Quatember wird als wichtiger Impulsgeber angesehen. Veranstaltungen wie diese sind entscheidend, um das Bewusstsein für Gesundheitsthemen in der Region zu schärfen und den Dialog zwischen Medizinern, Patienten und Interessierten zu fördern. Gerade in der heutigen Zeit, in der viele Menschen nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten suchen, ist es wichtig, Informationen aus erster Hand zu erhalten.
Komplementäre Medizin im Fokus
Ein spannendes Thema, das nicht nur bei der Veranstaltung in Geras zur Sprache kam, ist die Rolle der Komplementärmedizin in der Krebsbehandlung. Die „S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung onkologischer PatientInnen“ wurde kürzlich aktualisiert und bietet wissenschaftlich abgesicherte Informationen zu komplementären und alternativen medizinischen Verfahren. Diese Leitlinie wird zunehmend wichtiger, da viele Patienten Informationen zu komplementärmedizinischen Methoden wünschen, allerdings oft nicht den Mut haben, ihre Ärzte darauf anzusprechen.
Komplementärmedizin wird dabei als zusätzliche Behandlung neben der Standardtherapie betrachtet, wohingegen Alternativmedizin die Standardtherapie ersetzen soll. Es ist wichtig zu betonen, dass es kein „Wundermittel“ gibt. Studien zeigen, dass das Abbrechen oder Verzögern der ärztlichen Therapie die Überlebenschancen mindern kann. Bei all den spannenden Ansätzen sollte man also stets auf evidenzbasierte Medizin setzen. Einige komplementärmedizinische Mittel können jedoch die Nebenwirkungen von Chemotherapien lindern und das allgemeine Wohlbefinden der Patienten unterstützen.
Das Forschungsprojekt KOKON (Kompetenznetz Komplementärmedizin in der Onkologie) hat sich intensiv mit diesen Themen beschäftigt und wissenschaftliche Daten zu komplementärmedizinischen Verfahren untersucht. Die Erkenntnisse daraus sind in die S3-Leitlinie eingeflossen und bieten Ärzten wertvolle Informationen über Wirkstoffe, Verfahren und Wechselwirkungen. Die KOKON-Datenbank stellt zudem laienverständliche Informationen für Patienten und deren Angehörige bereit.
Der Dialog über komplementäre Ansätze in der Onkologie ist wichtiger denn je. Veranstaltungen wie der Geraser Quatember tragen dazu bei, diesen Dialog zu fördern und das Bewusstsein für die verschiedenen Möglichkeiten, die es gibt, zu schärfen. Ein Schritt in die richtige Richtung für eine ganzheitliche Gesundheitsversorgung.
