Widerstand gegen Atomkraftwerksausbau in Freistadt wächst
In Freistadt brodelt es, und die Wellen des Widerstands schlagen hoch. Manfred Doppler, ein engagierter Vertreter des Anti Atom Komitees, hat klare Bedenken bezüglich des geplanten Ausbaus des Atomkraftwerks Dukovany geäußert. Geplant ist, die bestehende Anlage um zwei Reaktoren zu erweitern, was die Gesamtleistung des Kraftwerks verdoppeln würde. Aktuell laufen geologische Erkundungen, die die Vorbereitungen für den Bau in Gang setzen sollen. Was zunächst wie ein technisches Projekt klingt, hat weitreichende Auswirkungen auf die Region. Denn um Schwertransporte für die Kraftwerkskomponenten zu ermöglichen, müssen die Verkehrswege angepasst werden.
Doch das ist noch längst nicht alles. Bis 2030 sollen neue Straßen, Brücken und Umfahrungen gebaut und bestehende Infrastrukturen ausgebaut werden. Und als ob das nicht genug wäre, wird das Bett der Elbe ausgebaggert, um den Schiffstransport zu ermöglichen. Zudem müssen Wohnungen für etwa 22.000 vorwiegend ausländische Fachkräfte und deren Familien geschaffen werden. Gerold Wagner, ein weiterer Kritiker, warnt eindringlich: Diese Maßnahmen könnten die Umwelt erheblich verändern. Besonders alarmierend ist die Vorstellung, dass bei der Inbetriebnahme der neuen Reaktoren über 4.000 Megawatt an Abwärme in die Umgebung abgegeben werden. Das klingt nicht gerade nach einem umweltfreundlichen Plan.
Erweiterung auch in Temelín
Ein Blick auf die tschechische Atompolitik zeigt, dass das nicht nur in Dukovany der Fall ist. Auch in Temelín steht eine ähnliche Erweiterung um zwei Reaktoren an, und dazu sollen auch Small Modular Reactors (SMRs) entwickelt werden. Der Standort „Nuklearpark Südböhmen“ ist für die Entwicklung und den Bau dieser kleinen Reaktoren vorgesehen, und es gibt sogar Überlegungen, ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll auf dem Gelände zu errichten. Diese Pläne lassen nicht nur die Umweltschützer aufhorchen, sondern auch die Bürger, die um die Zukunft ihrer Heimat fürchten.
Die tschechische Regierung hat im Januar 2024 beschlossen, die Ausschreibung für das Kernkraftwerk Dukovany um drei weitere Reaktoren zu erweitern. Verbleibende Bewerber wie das französische Unternehmen EDF und das südkoreanische KHNP wurden aufgefordert, verbindliche Angebote vorzulegen. Im Sommer 2024 fiel die Entscheidung zugunsten von KHNP. Der Baubeginn der neuen Reaktoren ist für 2029 geplant, die Inbetriebnahme soll 2036 erfolgen. Ob das alles tatsächlich so kommt, bleibt allerdings unklar. Eine nationale Energiestrategie muss aktualisiert werden, um die neuen Planungen zu berücksichtigen, und eine strategische Umweltprüfung wird durchgeführt – Österreich wird dabei grenzüberschreitend beteiligt.
Historische Investition und Energiestrategie
Der Vertrag über die neuen Reaktoren im Atomkraftwerk Dukovany stellt die größte Einzelinvestition in der Geschichte Tschechiens dar – über 16 Milliarden Euro sind dafür eingeplant. Premierminister Petr Fiala bezeichnete die Vertragsunterzeichnung als entscheidenden Schritt hin zu mehr Energieunabhängigkeit und Sicherheit. Der erste neue Reaktorblock soll 2036 ans Netz gehen. Tschechien hat ehrgeizige Pläne: Der Anteil an Atomstrom soll von derzeit 40% auf 50% erhöht werden, während erneuerbare Energien lediglich 15% ausmachen. Das hat allerdings auch seine Schattenseiten, denn die tschechischen Energiepreise sind oft höher als in Deutschland.
Zusätzlich plant Tschechien den Bau von bis zu drei modularen Mini-AKW im Erzgebirge in Zusammenarbeit mit Rolls Royce. Der erste Standort in Temelín könnte bereits 2035 in Betrieb gehen, ein weiterer Block in Tusimice ist für 2040 vorgesehen. Umweltverträglichkeitsprüfungen und öffentliche Stellungnahmen zu diesen neuen Projekten sind im Gange. Kritiker von Umweltschutzorganisationen und Energieexperten fordern dringend alternative Ansätze wie Energieeinsparungen und den Ausbau erneuerbarer Energien.
Die Situation bleibt angespannt. Während die einen die Vorteile der neuen Technologien und Investitionen sehen, warnen andere vor den langfristigen Folgen für Umwelt und Gesellschaft. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden, und wie stark der Widerstand gegen den Atomausbau tatsächlich sein wird.
