Am vergangenen Dienstag, dem 31. Mai 2026, hat der Gemeinderat von Kirchdorf entschieden, einen Zuschuss von 180.000 Euro für die Umgestaltung der Kirche St. Katharina in Nörting freizugeben. Diese Entscheidung war seit längerer Zeit ein heißes Eisen im Rat, denn die Kirchenverwaltung hatte den Antrag auf finanzielle Unterstützung bereits vor geraumer Zeit eingereicht. Die beiden Grünen-Gemeinderätinnen, Susanne Ackstaller und Sabine Helm, waren die einzigen, die gegen den Zuschuss stimmten, während die Mehrheit der Ratsmitglieder für das Projekt war.
In der jüngsten Sitzung hatte Ackstaller einen Geschäftsordnungsantrag gestellt, um mehr Zeit für die Klärung offener Fragen zu gewinnen. Doch dieser Antrag wurde abgelehnt. Bürgermeister Uwe Gerlsbeck von der CSU betonte entschieden, dass das Projekt positiv begleitet werden soll. „Wir müssen die Dorfmitte aufwerten und die Aufenthaltsqualität erhöhen“, erklärte er. Die geplante Umgestaltung umfasst insbesondere die Modernisierung des Vorplatzes sowie die Schaffung von Barrierefreiheit und einem neuen Parkplatz. Das ist wichtig, denn die Kirche St. Katharina hat eine bewegte Geschichte: Sie brannte 1830 nieder und wurde 1835 neu errichtet.
Widerstand und Unterstützer
Das Thema Umgestaltung wird von den Grünen jedoch kritisch betrachtet. Ackstaller äußerte Bedenken zur Höhe des Zuschusses, speziell zur Notwendigkeit einer massiven Rampe und eines neuen Parkplatzes. Ihr Kollege Martin Heyne hinterfragte den Beschluss ebenfalls kritisch. Aber Florian Wastl und Johannes Kaindl von der CSU/FW verteidigten die Maßnahmen vehement. „Ein neuer Parkplatz ist unverzichtbar, um den Besuchern das Erreichen der Kirche zu erleichtern“, so Wastl. Helmut Wildgruber von der FWG kritisierte die Fragen von Ackstaller, was die Diskussion weiter anheizte.
Die Abstimmung zur Freigabe des Zuschusses fiel eindeutig aus: Nur die beiden Grünen stimmten dagegen. Es zeigt sich, dass die Meinungen im Gemeinderat gespalten sind, was die Notwendigkeit und die Höhe des Zuschusses betrifft. Die Diskussionen werden sicherlich auch in den kommenden Sitzungen weitergeführt, denn die Umgestaltung der Kirche ist nur ein Aspekt der größeren Herausforderungen, die die Gemeinde bewältigen muss.
Ein Blick über den Tellerrand
Die Umgestaltung von Kirchen und anderen öffentlichen Gebäuden steht im Kontext eines größeren Gebäudestrategieprozesses, der in der Badischen Landeskirche bereits angestoßen wurde. Hierbei wird zwischen grünen, gelben und roten Gebäuden unterschieden, wobei grüne Gebäude Baumittel erhalten, während für gelbe Gebäude Fremdfinanzierungen notwendig werden und rote Gebäude eventuell aufgegeben oder verkauft werden müssen. Dies zeigt, dass die langfristige Erhaltung von Gebäuden in vielen Gemeinden eine Herausforderung darstellt.
Der Prozess macht deutlich, dass nicht alle Gebäude für die Zukunft erhalten werden können. Die Diskussion um die Kirche St. Katharina in Nörting ist also nur ein Baustein in einem vielschichtigen Puzzle. Die individuelle Lösung für jedes Gebäude wird immer wichtiger, und es bleibt abzuwarten, wie die Gemeinde Kirchdorf mit den Herausforderungen umgehen wird. Der Austausch zwischen den verschiedenen Kirchenkreisen könnte hier wertvolle Impulse geben, um Lösungen zu finden, die sowohl die historische Substanz als auch die Bedürfnisse der heutigen Bevölkerung berücksichtigen.
