RIED. Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag angekommen – oft leise, manchmal verblüffend schnell. Am 18. November 2026 um 19 Uhr geht es in der Giesserei Ried, Rainerstraße 5, bei einem Podiumsgespräch um die Frage: „Was mache ich mit KI – was macht KI mit mir?“

Drei Menschen aus unterschiedlichen Generationen erzählen von ihren Erfahrungen mit KI-Chatbots, den verwendeten Anwendungen sowie von Chancen, Grenzen und Risiken. Eingeladen hat Max Gramberger, Veranstalter ist die Giesserei Ried. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

Zwischen Hausaufgabe und Alltagsfrage

Nach Angaben von Statistik Austria nutzten 2025 bereits 39,4 Prozent der 16- bis 74-Jährigen in Österreich generative KI-Anwendungen wie ChatGPT oder Gemini. Bei den 16- bis 24-Jährigen lag der Anteil sogar bei 73,2 Prozent. Gefragt wird damit längst nicht nur nach komplizierten Fachthemen: KI beantwortet Wissensfragen, unterstützt bei Recherchen und beim Schreiben, liefert persönliche Empfehlungen oder führt Gespräche.

Valentina Berger, Jahrgang 2008, aus Lambrechten besucht die Maturaklasse der HTL Braunau, Abteilung Elektronik und Technische Informatik. Sie spricht über die KI-Nutzung ihrer Generation. Für sie bietet die Technologie große Möglichkeiten, wenn unterschiedlichste Probleme gelöst werden sollen. Gleichzeitig dürfe man KI nicht zu viel überlassen und müsse den eigenen Verstand weiterhin einsetzen.

Matthias Grimmer, Jahrgang 1989, aus Mining ist Informatiklehrer an der HTL Braunau und beschäftigt sich besonders mit KI-Modellen in der Programmierung. Seine Arbeitsabläufe habe KI deutlich verändert: Aufgaben, die früher eine Woche gedauert hätten, könne er teilweise an einem Nachmittag erledigen. Mehr verfügbare Zeit oder ein stärkeres Produktivitätsgefühl stelle sich dadurch allerdings nicht ein.

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Anton Planitzer, Jahrgang 1959 und pensionierter Theologe, verwendet ChatGPT und Gemini für Recherchen, zur Beantwortung von Alltagsfragen und als Unterstützung beim Formulieren. Ihn beschäftigt, wie zuverlässig die Informationen aus KI-Systemen sind – und ob Menschen durch die zunehmende Nutzung bestimmte Fähigkeiten verlernen könnten.

Fragen, die nicht im Chatfenster verschwinden

Auf dem Podium soll diskutiert werden, wie KI den Zugang zu Wissen verändert und in welchen Bereichen sie tatsächlich hilft. Ebenso geht es darum, wann Antworten kritisch hinterfragt werden sollten und welche Aufgaben und Entscheidungen Menschen weiterhin selbst übernehmen wollen. Danach können Besucherinnen und Besucher Fragen stellen, persönliche Erfahrungen einbringen und mitdiskutieren.

Der bereitgestellte Bericht von Statistik Austria enthält überwiegend rohe PDF-Daten und keine lesbaren Nachrichteninhalte. Eine sachliche Zusammenfassung dieses Dokuments ist daher nicht möglich.

Mehr Werkzeuge, mehr Möglichkeiten – und neue Risiken

Generative KI hat in den vergangenen Monaten weiter an Aufmerksamkeit gewonnen, während zugleich zusätzliche Werkzeuge für Nutzer entwickelt wurden. Zu den genannten Trends zählen sogenannte Midjourney-Modelle. Sie sollen die Lücke zwischen vortrainierten Modellen wie GPT-3 und vollständig angepassten Modellen schließen. Bestehende Modelle können damit für bestimmte Aufgaben oder Fachbereiche feinabgestimmt und angepasst werden – mit mehr Kontrolle über die erzeugten Ergebnisse.

Modelle wie ChatGPT verarbeiten Eingaben, berücksichtigen den Gesprächskontext und erzeugen zusammenhängende, thematisch passende Antworten. Die Entwicklung konzentriert sich besonders auf diese Feinabstimmung und auf interaktive Fähigkeiten. Das kann individuellere Nutzererfahrungen ermöglichen, etwa bei virtuellen Assistenten oder bei der Erstellung kreativer Inhalte.

Mit Fortschritten bei maschinellem Lernen und Deep Learning wird weiteres Wachstum der generativen KI erwartet. Das Training mit größeren Datenmengen soll leistungsfähigere Werkzeuge und neue Anwendungsmöglichkeiten hervorbringen. Genannt werden hochrealistische virtuelle Schauspieler, individualisierte Inhalte für immersive Erlebnisse sowie Unterstützung bei der Produktion von Filmen und Videospielen.

Auch in Design und Kreativität kann generative KI eingesetzt werden – bei Kunstwerken, architektonischen Entwürfen und Modetrends. Im Gesundheitswesen reichen die möglichen Anwendungen von der Synthese neuer Arzneimittelverbindungen über die Analyse medizinischer Bilddaten bis zur Erstellung individueller Behandlungspläne.

Die Kehrseite bleibt die böswillige Nutzung. Realistische, aber gefälschte Medieninhalte könnten für Desinformation oder Betrug erstellt werden. Für den Markt der generativen KI wird von 2023 bis 2030 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von über 24,4 Prozent prognostiziert. Ethische Fragen sowie Bedenken zu Datenschutz und Sicherheit könnten dieses Marktwachstum beeinträchtigen.

In der Giesserei Ried dürfte es am 18. November deshalb nicht nur um technische Möglichkeiten gehen, sondern auch um die ganz praktische Frage, wann man einer Antwort vertraut – und wann man lieber noch einmal selbst nachschaut.