Im Salzburger Europark gibt es seit 29. Oktober 2026 einen neuen Sports Corner von Humanic. Mit dem Standort baut das österreichische Traditionsunternehmen sein Performance-Segment und seine Präsenz in Westösterreich aus. Unter dem Claim „For your best performance. Every day.“ stehen dort Performance-Sneaker internationaler Marken wie On, Adidas, Nike, Asics, New Balance, Brooks und Hoka.

Im Mittelpunkt stehen Running-Schuhe, die funktionale Eigenschaften, modernes Design und Tragekomfort verbinden. Getragen werden solche Modelle längst nicht mehr nur beim Sport: im Alltag, auf Reisen und in der Freizeit gehören Performance-Sneaker für viele Menschen inzwischen ganz selbstverständlich dazu. Genau diese Mischung aus Funktionalität, Komfort und urbanem Stil nimmt das Sports-Konzept von Humanic auf.

Sieben Sports Corner in Österreich

„Performance-Sneaker stehen für Bewegung, Komfort und Lifestyle“, sagt Armin Weger, CEO der Leder & Schuh AG. Der Europark Salzburg sei als weiterer starker Standort für den Ausbau des Konzepts ausgewählt worden. Bisher gab es Humanic Sports Corner in Wien, Vösendorf, Pasching, Graz und Seiersberg. Mit Salzburg umfasst das österreichweite Netzwerk nun sieben Standorte.

Die Performance-Modelle sind außerdem online auf Humanic.net erhältlich. Im Europark trifft das neue Sports-Angebot auf das breitere Sortiment von HUMANIC: Das Unternehmen bietet seit 1872 Schuhe, Taschen und Accessoires an – vom Sneaker bis zum Büro-Look, für Damen und Herren. Zu den Eigen- beziehungsweise exklusiven Marken zählen unter anderem Pat Calvin, Kate Gray und Lazzarini. Dazu kommen internationale Labels wie Steve Madden, Vagabond, Tommy Hilfiger, Bugatti, Högl, Gabor, Skechers und New Balance. Für Kinder führt HUMANIC etwa Affenzahn, Geox, Primigi und Superfit.

Wer dem SHOEMANIC Club beitritt, bekommt persönliche Gutscheine, exklusive Aktionen und Clubpreise. Der kostenlose Club ist auch über die HUMANIC-App verfügbar. Praktisch, wenn die gewünschte Größe gerade nicht im Regal liegt: Das „SEND TO HOME“-Service öffnet den Zugriff auf das gesamte Sortiment mit mehr als 25.000 Schuhen und Accessoires. Nicht vorrätige Modelle oder Größen können in der Filiale bestellt und kostenlos nach Hause geschickt werden.

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Mit „CLICK & COLLECT“ lassen sich online bestellte Artikel innerhalb von zwei Stunden in einer Filiale abholen und dort anprobieren. HUMANIC bietet außerdem Online-Reservierung und ein stilvolles Ladenambiente. Der Sports Corner im Europark ist damit Teil eines größeren Versuchs, digitales Einkaufen und den Besuch im Geschäft enger zusammenzubringen.

Mehr Sneaker, kürzere Wege

Genau diese Verbindung ist Armin Weger wichtig. Der Humanic-CEO will den Online-Einkauf mit stationären Filialen verknüpfen und Kundinnen und Kunden wieder stärker in die Geschäfte bringen. Zum Omnichannel-System gehören „Send to Store“, „Send to Home“ und „Click & Collect“. „Send to Store“ gilt dabei als bevorzugte Variante: Wer in der Filiale abholt, kann dort umtauschen oder noch etwas Zusätzliches kaufen. Rücksendungen müssen nicht per Post erfolgen, sondern bleiben im Geschäft. Das digitale System liefert außerdem Daten für zielgruppenbezogenes Marketing.

Der Schuhhandel steht allerdings unter Druck. Der frühere Humanic-Flagship-Store am Wiener Stephansplatz wurde durch ein Lindt-Schokoladengeschäft ersetzt, am Standort von Dominici befindet sich nun Starbucks. Weger sieht darin den Wandel der Einkaufsstraßen zu Erlebniswelten – und zugleich eine Krise im Schuhhandel. Schokolade spreche mehrere Sinne an; Schuhe hätten es schwerer, ein vergleichbares Erlebnis zu bieten.

Zara, Massimo Dutti und H&M haben mit häufig wechselnden Sortimenten Fast Fashion geprägt. Klassische Mode- und Schuhhäuser passten sich an dieses Tempo laut Weger nicht schnell genug an. Auch jüngere Kundinnen und Kunden müssten stärker angesprochen werden. Humanic will deshalb die Sortimentszyklen verkürzen und neue Produkte und Trends rascher zeigen. Vertikale Modeunternehmen sind wichtige Konkurrenten, weil sie ebenfalls Schuhe anbieten und Trends schnell wechseln.

Als Gegenpol zur kurzlebigen Fast Fashion sieht Weger die Stärken des Schuhhandels bei Qualität und langlebigen Produkten. Klassische Lederschuhe und Pumps blieben ein wichtiges Segment. Im Durchschnitt kaufe man etwa zwei Paar Schuhe pro Jahr und trage diese länger. Gleichzeitig werden Sportfashion und Sneaker für Humanic wichtiger – gerade weil jüngere Menschen häufig Sneakers tragen.

Die Markenstrategie ist dabei klar aufgeteilt: Shoe4You richtet sich an Familien, Humanic House of Brands soll deutlicher im Premiumbereich positioniert werden. Der Sports Corner versteht sich als Ergänzung und will jüngere Zielgruppen erreichen, nicht den klassischen Sporthandel angreifen. Laufhosen und Funktionsshirts sind vorerst nicht geplant. Humanic will bei seiner Schuhkompetenz bleiben, schließt eine spätere Erweiterung des Sortiments aber nicht aus.

Vom „On Cloud Monster“ bis zur Filialoffensive

In zwei Filialen testet Humanic Performance-Sneaker mit speziell geschultem Personal. Zum Sortiment gehört unter anderem der „On Cloud Monster“, der beim Laufen ebenso wie im Alltag getragen werden kann. Wegen des Erfolgs sollen kurzfristig zwei weitere Filialen folgen, im Herbst ist eine Ausweitung auf weitere Standorte geplant.

Die sportliche Vergangenheit reicht bei Humanic weiter zurück, als man auf den ersten Blick vermuten könnte: Weger verweist auf die frühere Sport-DNA des Unternehmens, zu der auch die Herstellung von Skischuhen gehörte. Die rund 150-jährige Geschichte betrachtet er als Grundlage für die Zukunft, nicht als Belastung. Die Marke müsse sich weiterentwickeln, ohne ihre Identität zu verlieren. Historische Werbekampagnen und Kooperationen mit Künstlern gelten als Beispiele für die frühere Innovationskraft. Das Wissen langjähriger Beschäftigter soll mit den Ideen jüngerer Mitarbeiter verbunden werden.

Trotz der Krise plant Leder & Schuh 60 neue Filialen. Bereits heute betreibt das Unternehmen mehr als 200 Humanic- und Shoe4You-Filialen; laut Weger gibt es weitere Chancen, auch weil Wettbewerber Geschäfte geschlossen haben. Leder & Schuh ist in insgesamt neun Ländern aktiv und sieht weiteres Potenzial in Osteuropa. Neue Standorte sollen die Sichtbarkeit der Marken erhöhen und Arbeitsplätze schaffen.

Weger fordert vom Unternehmen weniger Durchschnitt und mehr Spezialisierung, Mut und Eigeninitiative. Auch eine mögliche Sonntagsöffnung ordnet er in die Frage ein, wie Menschen wieder in die Innenstädte gebracht werden können. Religiöse Aspekte und die Auswirkungen auf Arbeitsplätze müssten berücksichtigt werden. In Wien sind die Geschäfte sonntags in der Innenstadt weitgehend geschlossen, obwohl die Stadt stark vom Tourismus geprägt ist.

Handel zwischen Innenstadt und Bildschirm

Die Pandemie beschleunigte laut Weger bereits bestehende Probleme des Handels und veränderte das Einkaufsverhalten nachhaltig. Die Kundenfrequenz in Einkaufsstraßen hat sich von den Rückgängen noch nicht vollständig erholt. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden in Österreich markenübergreifend etwa 200 Schuhgeschäfte geschlossen.

Trotzdem hält Weger den stationären Handel für zukunftsfähig und notwendig, damit Innenstädte attraktiv bleiben. Händler müssten stärker auf ihre Kunden hören, sich laufend verbessern und neue Konzepte für „Digital Natives“ entwickeln. Ein Sports Corner mit Beratung, Anprobe und dem schnellen Wechsel zwischen Filiale und Online-Shop ist dafür ein ziemlich konkreter Ansatz – Schuhe bleiben schließlich etwas, das man gern einmal anzieht, bevor man sich entscheidet.

Leder & Schuh betreibt 140 Humanic-Filialen in Österreich und acht weiteren europäischen Ländern; zum Unternehmen gehört auch Shoe4You. Der Verkauf von Leder & Schuh an den kleineren Konkurrenten Mass sieht Weger als Stärkung: Leder & Schuh bleibt eigenständig, die finanzielle Stabilität soll durch den Eigentümer ACP gesichert sein. Mass und Leder & Schuh gehören zusammen zu den zehn größten Unternehmen im Schuhbereich. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiter.

Armin Weger studierte an der Universität St. Gallen, der Boston Business School und der Harvard Business School. Vor seiner Tätigkeit bei Leder & Schuh arbeitete er unter anderem bei Hervis, Intersport Eybl, Engelhorn und Dodenhof. Seit Sommer 2025 ist er CEO der Leder & Schuh AG. Im Europark Salzburg steht nun sein jüngstes Sports-Projekt zwischen Einkaufswegen, Schaufenstern und der ewigen Frage: noch ein Paar – oder doch zwei?