Mostviertler Tourismus setzt auf Qualität, Digitalisierung und Ganzjahresgäste
Im Festsaal des Landesklinikums Mauer hat sich am 6. November 2026 die Mostviertler Tourismusbranche zum diesjährigen Tourismusfest getroffen. Mehr als 200 Gäste kamen zusammen, um über die Bilanz der NÖ Landesausstellung 2026, die neue Tourismusstrategie Niederösterreich 2030+ und die weitere Entwicklung der Region zu sprechen.
Der Veranstaltungsort war bewusst gewählt: Die Landesausstellung läuft noch bis 8. November 2026. Bereits am Nachmittag nahmen mehr als 80 Gäste an einer Führung teil. Dabei besichtigten sie auch den Da-Vinci-Operationsroboter – ein ungewöhnlicher Programmpunkt für ein Tourismusfest, aber einer, der den Schauplatz Mauer ziemlich gut erklärte. Durch das Abendprogramm führte ORF-Moderatorin Ursula Pucher.
Landesausstellung als Impuls für die Region
Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer, Amstettens Bürgermeister Christian Haberhauer und Johannes Scheiblauer, Vorsitzender der Generalversammlung von Mostviertel Tourismus, betonten die Bedeutung der Landesausstellung für das Mostviertel. Landesrat Anton Kasser bezeichnete den Tourismus als wichtigen Wirtschaftsfaktor für Niederösterreich: Jährlich werden rund zwei Milliarden Euro Wertschöpfung erwirtschaftet, knapp 50.000 Menschen arbeiten in der Branche.
Nach Kassers Einschätzung macht die Landesausstellung Niederösterreich über die Landesgrenzen hinaus bekannt, stärkt regionale Betriebe und schafft Wertschöpfung vor Ort. Auch die am 6. Oktober 2026 im niederösterreichischen Landhaus präsentierte „Tourismusstrategie Niederösterreich 2030+“ setzt an solchen regionalen Wirkungen an.
Die Strategie wurde von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Wirtschaftskammer-NÖ-Präsident Wolfgang Ecker und Hotelbetreiber Ferdinand Schachner aus Maria Taferl vorgestellt. Niederösterreich erwirtschaftet im Tourismus rund zwei Milliarden Euro Umsatz und verzeichnete im Vorjahr drei Millionen Gästeankünfte. Mikl-Leitner verwies darauf, dass derzeit intensiv in den Tourismus investiert werde. Die Branche schaffe Beschäftigung und Wertschöpfung und trage zur Lebensqualität in den Regionen bei.
„Qualität schafft Erlebnisse“
Andreas Purt, Geschäftsführer von Mostviertel Tourismus, und Michael Duscher von der Niederösterreich Werbung präsentierten die Strategie im Festsaal unter dem Motto „Qualität schafft Erlebnisse“. Im Mittelpunkt stehen Digitalisierung, Nachhaltigkeit, internationale Vermarktung und Ganzjahrestourismus. Die strategischen Ziele sollen gemeinsam mit Tourismusdestinationen, Betrieben und weiteren Partnern in konkrete Maßnahmen übersetzt werden.
Erarbeitet wurde das Konzept in einem Beteiligungsprozess mit mehr als 200 Personen aus verschiedenen Bereichen der Tourismuswirtschaft. Drei zentrale Ziele stehen darin nebeneinander: Betriebe sollen durch weniger Bürokratie und den Abbau bürokratischer Hürden entlastet, die Qualität der Angebote weiter gesteigert und mehr nationale sowie internationale Gäste ganzjährig nach Niederösterreich gebracht werden.
Weiterhin setzt das Land auf Ausflugstourismus, Urlaubstourismus, Gesundheitstourismus und Wirtschaftstourismus. Natur- und Aktivangebote sowie Leitprojekte wie der Weinherbst sollen weiterentwickelt werden. Die östlichen Nachbarländer will Niederösterreich stärker bearbeiten; bis 2030 soll das Nächtigungsvolumen aus diesen Märkten um 100.000 Übernachtungen steigen. Als Beispiele für Qualitätsinvestitionen wurden Projekte im Moorbad Harbach, im Gartenhotel Pfeffel und das neue Leonardo Smart am Flughafen Schwechat genannt.
Mostviertel plant nächste Schritte
Ab November soll mit den Partnern eine eigene Tourismusstrategie für das Mostviertel erarbeitet werden. Für 2027 kündigte Andreas Purt bereits mehrere Vorhaben an: Der Gastgeberservice wird ausgebaut, die Website weiterentwickelt, Kooperationen mit Bergbahnen werden angestrebt und neue Mobilitätslösungen sollen entstehen. Außerdem ist eine Zertifizierung mit dem Österreichischen Umweltzeichen für Tourismusdestinationen geplant.
Wolfgang Ecker machte bei der Präsentation klar, dass erfolgreicher Tourismus wirtschaftlich gesunde Betriebe voraussetze. Er hob die Beteiligung verschiedener Akteure an der Strategieentwicklung und die Bedeutung der Zusammenarbeit bei der Umsetzung hervor. Die Tourismusbranche schaffe Wertschöpfung, sichere Arbeitsplätze und erteile Aufträge an zahlreiche weitere Branchen. Das Wirtshaus bezeichnete Ecker als wichtigen Treffpunkt für Orte; Freizeitangebote seien zugleich ein Beitrag zur Lebensqualität einer Region.
Ganz ohne Stolpersteine geht es freilich nicht. Ecker nannte die wirtschaftliche Lage, Energiekosten, Lohnnebenkosten und Bürokratie als Herausforderungen. Nötig seien leistbare Energie, niedrigere Lohnnebenkosten und weniger Verwaltungsaufwand. Die Wirtschaftskammer unterstützt Betriebe bei Übergaben, unter anderem mit der Veranstaltungsreihe „Nachfolge 2026+“, Nachfolgeberatung, einem Leitfaden und einer Nachfolgebörse. Zusätzlich hilft sie Tourismusbetrieben bei der Auswahl und Nutzung digitaler Lösungen für den Arbeitsalltag.
Ferdinand Schachner aus Maria Taferl erklärte, er habe an der Strategieentwicklung mitgewirkt und sei dabei gehört worden. Sein Hotel wurde in den vergangenen Jahren modernisiert. Kontinuierliche Qualitätsinvestitionen seien der richtige Weg, sagte Schachner. Digitalisierung solle keine Arbeitsplätze ersetzen, sondern Beschäftigte unterstützen. Digitale Systeme müssten weiterhin von Menschen kontrolliert werden und mehr Zeit für den persönlichen Kontakt schaffen.
Glühmost, Maroni und Gespräche
Beim Tourismusfest blieb es nicht bei Strategiepapieren. Für die Bewirtung sorgten der GenussBauernhof Distelberger, das Landhotel Gafringwirt, Erzbräu Bruckner, Edla’s Craftbier und der Winzerhof Erber mit regionalen Spezialitäten. Glühmost der Seppelbauer Mostkellerei und Maroni der Familie Roitner ergänzten das Angebot. Dazu spielte die Gruppe 3er-Blech – der Geruch von gerösteten Maroni, Most und Bier gehörte an diesem Abend einfach dazu.
Das Fest diente dem Austausch von Erfahrungen, der Kontaktpflege und der Abstimmung weiterer Schritte für die Tourismusentwicklung im Mostviertel. Die bereitgestellte dritte Quelle, ein PDF zur Tourismusstrategie, enthält ausschließlich unlesbare beziehungsweise komprimierte PDF-Rohdaten; ein Nachrichtenartikel lässt sich daraus nicht rekonstruieren.
