Heute ist der 27.05.2026, und wir werfen einen Blick auf ein Thema, das oft im Schatten steht, aber nicht weniger wichtig ist: die Ungleichheit der Geschlechter in der Sorgearbeit und die damit verbundenen finanziellen Herausforderungen für Frauen in Österreich. In vielen Familien übernehmen Frauen den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit, die häufig unsichtbar bleibt. Eine aktuelle AMS-Statistik aus dem Jahr 2024 zeigt, dass Frauen in Österreich 43 Prozent mehr Sorgearbeit leisten als Männer. Besonders krass wird dies bei den 30- bis 34-Jährigen sichtbar, wo Frauen mehr als doppelt so viel Care-Arbeit leisten. Fast jede zweite Frau in Österreich arbeitet in Teilzeit, während es bei den Männern nur rund 14 Prozent sind.
Ein weiterer bemerkenswerter Punkt ist, dass Frauen im Schnitt 17,6 Prozent weniger verdienen als Männer – und das liegt über dem EU-Durchschnitt! Diese Lücke ist nicht nur eine Zahl, sie zeigt sich auch in der Berufswahl, den Karrierechancen und den Pensionen. Die traditionellen Rollenbilder und das Fehlen von Angeboten verstärken diese Ungleichheiten, insbesondere im ländlichen Raum. Um dem entgegenzuwirken, wurde das Projekt „Gleich.Land.Leben – akzente für Frauen in der Weststeiermark“ ins Leben gerufen, unterstützt vom Verein „akzente“ im Bezirk Deutschlandsberg.
Wo bleibt die Gleichstellung?
Das Ziel dieses Projekts ist klar: Fragen wie finanzielle Abhängigkeit, ungleiche Aufgabenverteilung und der sogenannte „Mental Load“ sollen thematisiert werden. Workshops wie „fairVORsorgen – Geldwissen für Frauen“ sollen Frauen dazu ermutigen, sich aktiv mit Geldfragen auseinanderzusetzen. Hierbei geht es nicht nur um das Wissen, sondern auch um die Empowerment, das Frauen brauchen, um ihre finanzielle Situation selbst in die Hand zu nehmen. Auch die Workshops „Typisch Frau – Typisch Mann?“ richten sich an junge Menschen und thematisieren Rollenbilder sowie die Entwicklung fairer Beziehungen.
Ein weiteres Highlight des Projekts ist der Podcast „Kopfsalat und Butterbrot“, der sich mit Themen zu Geld, Alltag und Gleichstellung beschäftigt. In einer der Folgen spricht Julia Strableg-Muchitsch von der Schuldenberatung Steiermark über finanzielle Herausforderungen, mit denen viele Frauen konfrontiert sind. Diese Themen sind nicht nur relevant, sie sind dringend notwendig, um das Bewusstsein für die Ungleichheit zu schärfen.
Aktiv werden und informieren
Der Verein akzente ist dabei sehr aktiv und informiert regelmäßig über aktuelle Fragen und Alltagsthemen auf seiner Facebook-Seite. Eine Pop-Up-Ausstellung ist für den Herbst geplant, die sicherlich spannende Einblicke bieten wird. Das Projekt wird zudem vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung finanziert, was zeigt, dass auch auf politischer Ebene ein Interesse an der Verbesserung der Situation von Frauen besteht.
Es ist klar, dass die Herausforderungen vielfältig sind und die Lösungen nicht über Nacht kommen werden. Aber Initiativen wie diese sind notwendig, um die Ungleichheiten zu bekämpfen und Frauen die Unterstützung zu geben, die sie verdienen. Wenn Frauen mehr leisten, sollten sie auch mehr verdienen. Das ist nicht nur gerecht, das ist dringend notwendig.
