Die Graz 99ers sind nur einen Schritt von ihrem ersten Titel in der ICE Hockey League entfernt. Trainer Dan Lacroix träumt von diesem historischen Moment, während seine Mannschaft heute um 19:45 Uhr in Bruneck gegen den EC Pustertal antreten wird. Ein Sieg würde die 99ers zum Champion küren, und die Vorfreude auf das Spiel ist greifbar. Die Partie wird live auf Sport+ übertragen und verspricht ein spannendes Duell zu werden.
Die 99ers haben sich in beeindruckender Manier ins Finale gekämpft. Mit einer makellosen Bilanz von 4:0 haben sie die „Best of seven“-Serie gegen Fehervar gewonnen und stehen nun kurz davor, Eishockeygeschichte zu schreiben. Seit dem 9. September 1999 spielen die Grazer in der ICE-Liga, jedoch war der Titel bis jetzt ein unerreichter Traum. Vorgängervereine wie die „Elefanten“ und der EC Graz konnten ebenfalls keinen Pokal gewinnen. Der Arbeiter-Turn- und Sportverein Eggenberg hingegen feierte in den 1970er Jahren Erfolge in der Bundesliga.
Das Ritual der Spieler
Wie viele Eishockeyspieler haben auch die 99ers ihre eigenen Rituale während der Playoffs. Dazu gehört, sich nicht mehr zu rasieren, die Shirts nicht zu waschen und den gleichen Schläger zu verwenden. Diese kleinen Aberglauben scheinen den Spielern zusätzliche Kraft zu verleihen, während sie in ihrer bestechenden Form sind. Mit einer Siegesserie von 15 Spielen haben die Grazer eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie bereit sind, alles für den Titel zu geben.
Die Heimspiele im „Bunker“, dessen denkmalgeschützte Architektur vor einem Jahrzehnt renoviert wurde, sind seit acht Partien ausverkauft. General Manager Bernd Vollmann ist mit der Unterstützung der Fans äußerst zufrieden, betont jedoch, dass zuerst das Spiel und dann die Feierlichkeiten im Vordergrund stehen müssen. Ein „Sweep-Triple“ mit 12:0-Siegen in den Playoffs würde Geschichte schreiben, was zuvor nur den Capitals und Salzburg gelang.
Der Weg zum Titel
Die 99ers stehen derzeit auf dem dritten Platz in Graz hinter Sturm und GAK und planen eine Rückkehr in die Champions League. Lacroix, bekannt für seine pedantische Planung, hat alles minutiös vorbereitet, einschließlich der Gästekabine in Bruneck. Spieler wie Lukas Haudum, Stapelfeldt, Huber und Ganahl sind entscheidend für den Erfolg des Teams, und die gesamte Mannschaft ist entschlossen, den Titel nach Graz zu holen.
Die Karl-Nedwed-Trophy, die 18,25 Kilogramm wiegt, hat eine bewegte Geschichte und ist von vielen Mythen umgeben. Der Klubchef sieht den Erfolg von Lacroix als Bestätigung seiner Entscheidungen und der harte Weg bis hierher könnte sich bald auszahlen. Die 99ers haben die Möglichkeit, die Eishockeygeschichte in Österreich neu zu schreiben.
Eishockey: Ein Sport mit Tradition
Eishockey hat eine lange und faszinierende Geschichte, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat. Kanada beansprucht die Geburtsstätte des Eishockeys, insbesondere durch ein Spiel am 3. März 1875 im Victoria Skating Rink in Montreal. Ballspiele auf Eis sind jedoch auch in Europa seit der Renaissance bekannt. Historische Darstellungen, wie die von Pieter Bruegel, belegen, dass Eisläufer mit Ball und Stock bereits im 16. Jahrhundert in Antwerpen zu sehen waren.
In Nordamerika vermischten sich indianische Ballspiele mit Soldatenspielen, was zur Entstehung von Lacrosse führte, jedoch nicht als Vorläufer des Eishockeys gilt. Der Begriff „Hockey“ stammt aus dem Französischen und der Camburca, ein Krummstock, entwickelte sich zu einem Hockeyschläger. Die ersten festen Spielregeln wurden von Studenten der McGill-Universität entwickelt, was dem Sport zu seiner heutigen Form verhalf.
Mit der Gründung der Ontario Hockey Association 1890 und der ersten internationalen Turniere ab 1908 gewann Eishockey zunehmend an Popularität. 1920 wurde der Sport schließlich Teil des olympischen Programms. Die Entwicklung des Spiels ist eine beeindruckende Geschichte von Leidenschaft und Tradition, die bis heute fortlebt, und die Graz 99ers könnten bald ein neues Kapitel hinzufügen.