In Graz-Reininghaus tut sich was. Der Verein Stadtteil Graz Reininghaus hat zusammen mit der verkehrplus ZT GmbH zwischen dem 23. Januar und dem 27. März 2026 eine Umfrage zum Mobilitätsverhalten in diesem Stadtteil durchgeführt. Insgesamt nahmen 552 Personen an der Umfrage teil, was ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung ausmacht. Am 7. Mai wurden die Ergebnisse in der Tennenmälzerei präsentiert. Es war ein buntes Treffen von Bewohner:innen, Beschäftigten und Stadtvertretern, die neugierig waren, wie es um die Mobilität in ihrer Nachbarschaft steht.

Das Ziel der Umfrage war klar: Das Mobilitätsverhalten und die Zufriedenheit der Bewohner zu erfassen. Interessanterweise wurde im Rahmenplan von 2010 eine „eingeschränkte Auto-Mobilität“ für Reininghaus beschlossen. Das klingt erst mal kompliziert, aber es bedeutet einfach, dass weniger Autos und mehr Platz für Menschen geschaffen werden sollen. Und das scheint zu funktionieren! Oberirdische Parkplätze sind kaum sichtbar, denn das Parken erfolgt überwiegend in Tiefgaragen. Außerdem gibt es in jedem Quartier Carsharing-Stellplätze – eine praktische Lösung für alle, die nicht täglich auf ihr Auto angewiesen sind.

Die Ergebnisse der Umfrage

Die Statistiken sind aufschlussreich. 71 Prozent der Befragten sind mit ihrem Stadtteil zufrieden, und zwei Drittel bewerten den verkehrsberuhigten Ansatz positiv. Ein spannender Mix zeigt sich im Mobilitätsverhalten: Rund zwei Drittel besitzen ein Auto, nutzen es aber nur in etwa einem Viertel der Fälle täglich. Das Bild wird lebendiger, wenn man sieht, dass 84 Prozent der Befragten mindestens einmal pro Woche zu Fuß gehen, 72 Prozent öffentliche Verkehrsmittel nutzen, und 54 Prozent mit dem Fahrrad fahren. Das sind Zahlen, die Hoffnung machen!

Besonders erfreulich ist, dass 71 Prozent der Befragten umweltfreundliche Verkehrsmittel für den Arbeits- oder Ausbildungsweg nutzen. 44 Prozent von ihnen steigen dafür in die Öffis, 22 Prozent fahren mit dem Fahrrad, 5 Prozent gehen zu Fuß, und 27 Prozent nutzen das Auto. Die Zufriedenheit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln liegt bei stolzen 90 Prozent, während 85 Prozent der Radfahrer:innen die Radverbindungen loben. Die Erreichbarkeit per Auto bewerten jedoch nur 58 Prozent positiv. Vielleicht ein Zeichen dafür, dass hier noch Luft nach oben ist?

Ein Blick über den Tellerrand

Der ÖV-Anteil liegt bei 44 Prozent und die PKW-Nutzung bei 26 Prozent – das übertrifft die Erwartungen. Es gibt auch Veränderungen im Mobilitätsverhalten seit der Planung des Stadtteils: Lastenfahrräder und Roller sind mittlerweile weit verbreitet. Und was steht als Nächstes an? Geplante Maßnahmen sind ein neues Leitsystem für Besucher:innen, ein Mobilitätsfolder für Neu-Zuziehende und die Weiterentwicklung der Esplanade zu einer autofreien Zone. Doch die Parkplatzsituation bleibt ein heißes Thema. 56 Prozent der Befragten haben einen Parkplatz, aber nur 23 Prozent nutzen ihr Auto täglich. Das führt zu einer interessanten Dynamik, denn die Errichtung von Tiefgaragen treibt die Wohnkosten in die Höhe.

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Ein Blick über die Stadtgrenzen hinaus zeigt, dass in Graz insgesamt 31 Prozent der Wege werktags mit dem Auto zurückgelegt werden. Der Rest verteilt sich auf Fußgänger:innen, Radfahrer:innen und Nutzer:innen öffentlicher Verkehrsmittel. Laut der Mobilitätserhebung 2024, die alle fünf Jahre durchgeführt wird, ist der Anteil der Autofahrten auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung 1982 gesunken. Besonders die Jugendlichen nutzen öffentliche Verkehrsmittel – 56 Prozent der 11- bis 15-Jährigen machen davon Gebrauch. Die Gründe dafür sind übrigens nicht erfragt worden, aber es bleibt spannend zu beobachten, wie sich das Mobilitätsverhalten der zukünftigen Generation entwickeln wird.

Die Zukunft der Mobilität

Alternative Mobilitätskonzepte sind auf dem Vormarsch, und viele Menschen in Städten setzen zunehmend auf neue Fortbewegungsmöglichkeiten. E-Scooter, Carsharing und autonomes Fahren erweitern das Spektrum. 2024 wurden mehr E-Bikes als herkömmliche Fahrräder verkauft – ein klares Zeichen für den Trend zur umweltfreundlicheren Mobilität. Doch trotz dieser Fortschritte ist die Verkehrswende langsamer vorangeschritten als erhofft. Die Diskussion über den Platzbedarf von Kraftfahrzeugen in Städten und die Notwendigkeit, den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver zu gestalten, bleibt aktuell. Das ist ein Thema, das uns alle betrifft und auch in Graz immer wieder auf den Tisch kommt.

Die Entwicklungen in Reininghaus zeigen, dass es möglich ist, Mobilität auch ohne Auto zu gestalten. Vielleicht ist das der Weg in eine lebenswertere Stadt? Wer weiß, was die Zukunft bringt!