Im Bezirk Liezen kam es am vergangenen Wochenende zu mehreren Verkehrsunfällen, die die Anwohner in Aufregung versetzten. Insbesondere in der Nacht auf Sonntag, gegen 1.57 Uhr, ereignete sich ein schwerer Unfall auf der B75 in Irdning-Donnersbachtal. Ein 18-jähriger Fahrer verlor die Kontrolle über sein Auto, nachdem er über eine Mittelinsel eines Kreisverkehrs gefahren war. Das Fahrzeug kam von der Fahrbahn ab und krachte gegen eine Mauer. Anrainer, die den Aufprall hörten, alarmierten sofort die Einsatzkräfte, und so begann ein hektisches Treiben vor Ort.
Die Situation war dramatisch: Der Fahrer und sein 18-jähriger Beifahrer mussten aus dem Auto befreit werden. Beide erlitten Verletzungen und wurden notärztlich versorgt. Der Fahrer, der offenbar alkoholisiert war – mit einem Wert von fast 1 Promille – wurde mit einem Rettungshubschrauber abtransportiert, während sein Beifahrer vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht wurde. Die Feuerwehren waren mit mehreren Kräften im Einsatz, um das stark beschädigte Auto zu bergen. Die Ermittlungen zum Unfallhergang laufen noch, und die Frage, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte, bleibt offen.
Ein weiterer Sturz in Stainach-Pürgg
Am Sonntagnachmittag kam es dann zu einem weiteren Vorfall in Stainach-Pürgg. Eine 57-jährige Frau stürzte mit ihrem E-Bike in Wörschachwald, als sie gegen 13.30 Uhr in eine Linkskurve einfuhr. Die genaue Ursache des Sturzes ist unklar, jedoch erlitt die Frau Verletzungen unbestimmten Grades. Glücklicherweise war beim Unfall niemand anderes beteiligt, und ein Alkotest bei der Radfahrerin verlief negativ. Das Rote Kreuz war schnell zur Stelle und leistete Erstversorgung, ehe die Frau mit dem Rettungshubschrauber C14 ins LKH Rottenmann eingeliefert wurde.
Diese Ereignisse werfen ein Schlaglicht auf die Problematik von Unfällen unter Alkoholeinfluss. Im Jahr 2024 wurden bundesweit 34.700 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss registriert, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Besonders an Wochenenden, wie dem vergangenen, sind die Unfallzahlen hoch. Allein an Christi Himmelfahrt wurden 287 Alkoholunfälle verzeichnet, und der Trend zeigt, dass die Zahl der alkoholbedingten Unfälle mit Personenschäden um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist.
Die Gefahren des Alkohols im Verkehr
Besonders alarmierend ist, dass 39 Prozent der Alkoholunfälle mit Personenschaden von Pkw-Fahrenden verursacht werden. Aber auch Fahrradfahrende sind betroffen: 43 Prozent der Alkoholunfälle gehen auf sie zurück, wobei 10 Prozent auf E-Bikes entfallen. Der TÜV-Verband fordert daher dringend eine Veränderung in der Aufklärungsarbeit über Alkohol und Mobilität. Die bisherigen Kampagnen konzentrieren sich hauptsächlich auf motorisierten Individualverkehr. Doch auch für Rad- und E-Scooter-Fahrende sollten gezielte Alkoholkontrollen und stärkere polizeiliche Überwachungen eingeführt werden.
Die Statistiken sind nicht nur Zahlen, sondern sie sind die Grundlage für Maßnahmen in der Gesetzgebung, Verkehrserziehung und Straßenbau. Die Straßenverkehrsunfallstatistiken zeigen Strukturen des Unfallgeschehens und helfen, Abhängigkeiten zwischen unfallbestimmenden Faktoren zu erkennen. Sie sind entscheidend für die Entwicklung einer sicheren Verkehrspolitik, die sich mit der Infrastruktur und der Verkehrssicherheit befasst. Es bleibt zu hoffen, dass durch bessere Aufklärung und konsequente Maßnahmen die Zahl der Unfälle, insbesondere unter Alkoholeinfluss, gesenkt werden kann.
