Am 18. Juli 2026 war Voitsberg Schauplatz einer bemerkenswerten Veranstaltung unter dem Titel „Weil jede Frau zählt“. Organisiert von zam Voitsberg, war das Ziel klar: Frauen am Arbeitsmarkt zu vernetzen und zu unterstützen. Eine besondere Aufmerksamkeit galt der sogenannten „stillen Reserve“. Hierbei handelt es sich um Frauen, die gerne arbeiten würden, aber aus unterschiedlichen Gründen nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen können. Diese Veranstaltung bot eine Plattform, um über die Herausforderungen und Möglichkeiten zu diskutieren.

Doch was sind das für Gründe? Oftmals sind es nicht mangelnde Motivation oder Qualifikation, die Frauen daran hindern, ihren Platz im Berufsleben einzunehmen. Vielmehr sind es Hürden wie Betreuungspflichten, Mobilität oder gesundheitliche Belastungen, die ihnen im Weg stehen. Diese Themen wurden in Präsentationen von zam, dem AMS Voitsberg und Joanneum Research behandelt. Es wurde die Wichtigkeit betont, gezielte Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg zu bieten.

Inspirierende Praxisbeispiele

Zwei beeindruckende Erfolgsgeschichten wurden vorgestellt. Da war zum einen die Diplomingenieurin, die nach dem Tod ihres Lebensgefährten Unterstützung durch die Caritas und zam Voitsberg erhielt. Heute arbeitet sie wieder in ihrem Beruf. Zum anderen eine Frau mit Migrationshintergrund, die trotz eines anerkannten Studiums lange Zeit ohne Erfolg blieb. Dank der Hilfe von zam konnte sie ihre Deutschkenntnisse und Bewerbungsunterlagen verbessern und beginnt im Juli eine duale Ausbildung im FiT-Bereich.

Die Erzählungen dieser Frauen zeigen deutlich, wie wichtig die richtigen Rahmenbedingungen sind. Politische Unterstützung kam unter anderem von LAbg. Bgm. Klaudia Stroißnig und Bürgermeister Bernd Gratzer. Ihre Botschaft war klar: Wenn Frauen unterstützt werden, stärkt das die gesamte Region – und führt letztendlich zu mehr wirtschaftlicher Stärke, finanzieller Unabhängigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe.

Wirtschaftliche Gleichstellung im Fokus

Und hier wird der Bogen zu einer breiteren Diskussion geschlagen. Der Grundsatz der wirtschaftlichen Gleichstellung von Frauen und Männern ist nicht nur auf lokaler Ebene von Bedeutung. Auch auf nationaler Ebene sind Maßnahmen nötig. Der Gender Care Gap in Deutschland beträgt beispielsweise 43,4 %. Frauen verbringen mehr Zeit mit Familie, Pflege und Haushalt. Jede zweite abhängig beschäftigte Frau arbeitet in Teilzeit, was ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit beeinträchtigt. Das Grundgesetz verpflichtet zur Förderung dieser Gleichstellung, aber die Realität sieht oft anders aus.

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Das Aktionsprogramm „Gleichstellung am Arbeitsmarkt. Perspektiven schaffen“ (GAPS) ist ein Ansatz, um diese Probleme anzugehen. Es zeigt, dass die Gleichstellungspolitik umfassender gestaltet werden muss, um wirkliche Veränderungen zu erzielen. Unterstützung für wirtschaftliche Eigenständigkeit sollte nicht nur Müttern, sondern auch Vätern zugutekommen, denn die partnerschaftliche Aufteilung von Aufgaben in der Familie ist entscheidend.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Die Herausforderungen sind klar, und ebenso die Notwendigkeit für Veränderungen. Um die wirtschaftliche Gleichstellung zu fördern, bedarf es Investitionen in Bildungs-, Betreuungs- und Pflegeinfrastruktur. Reformen im Steuer- und Sozialsystem sind ebenfalls notwendig. Projekte wie „Was verdient die Frau?“ helfen, junge Frauen für die Bedeutung ihrer Erwerbsbiografie zu sensibilisieren und sie auf ihrem Weg zur ökonomischen Unabhängigkeit zu unterstützen.

In Voitsberg sind solche Veranstaltungen wie „Weil jede Frau zählt“ ein Schritt in die richtige Richtung. Sie bringen wichtige Themen auf die Agenda und sorgen dafür, dass Frauen, die in der „stillen Reserve“ sitzen, nicht nur gehört, sondern auch gesehen werden. Und das ist, um ehrlich zu sein, einfach nur großartig.

Für weitere Informationen zu diesem Thema, besuchen Sie die vollständige Berichterstattung auf meinbezirk.at.

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