HLW-Steyr-Schülerinnen machen Asthma beim Praxisabend greifbar
Im Gemeindesaal von St. Ulrich drehte sich am 22. Oktober 2026 alles um eine Frage, die für viele im Alltag plötzlich sehr konkret werden kann: Wie lässt sich trotz Asthma gut aufatmen? Die Diplomarbeitsgruppe der HLW Steyr – Leonie Mühlberger, Julia Reimann und Annika Scharnreitner – lud zum Praxisabend „Aufatmen trotz Asthma“.
Die Schülerinnen wollten über die chronische Erkrankung informieren und das Bewusstsein für die Herausforderungen stärken, mit denen Betroffene tagtäglich umgehen. Zu Beginn erklärten sie die Entstehung von Asthma, das Krankheitsbild, typische Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und Strategien für den Umgang mit der Erkrankung.
Medizinisches Wissen und Erfahrungen aus dem Alltag
Danach entwickelte sich eine Fragen- und Diskussionsrunde mit drei Referentinnen: Dr. Höller, einer langjährigen Ärztin, Daniela Janosch, Mitarbeiterin der Abteilung Gesundheit in der SKF und selbst von Asthma betroffen, sowie Anna Nopp, ebenfalls Asthmapatientin. Ihre unterschiedlichen beruflichen und persönlichen Erfahrungen machten den Austausch sehr praxisnah.
Neben medizinischen Informationen kamen jene Dinge zur Sprache, die in keinem Lehrbuch ganz so greifbar wirken: persönliche Erfahrungen, alltägliche Herausforderungen und Situationen, in denen die Luft plötzlich knapp wird. Die Gäste konnten eigene Fragen stellen und Einblicke aus erster Hand erhalten. Das war kein Vortrag zum Zurücklehnen, eher ein Abend, bei dem man gedanklich immer wieder andockte.
Husten, Atemnot oder Kurzatmigkeit können allerdings verschiedene Ursachen haben. Deshalb beginnt die Abklärung meist mit einer ausführlichen Anamnese. Dabei wird nach Asthma-Risikofaktoren wie Allergien, Rauchen oder beruflichem Kontakt mit schädlichen Substanzen gefragt. Ebenso wichtig ist, wann die Beschwerden auftreten – etwa in der Pollensaison, nach Tierkontakt oder während der Arbeit.
Vom Abhören bis zur Lungenfunktion
Anschließend folgen eine körperliche Untersuchung, das Abhören von Herz und Lunge sowie eine Blutdruckmessung. Meist wird auch Blut untersucht. Dabei kann beispielsweise eine Allergie festgestellt werden; außerdem wird unter anderem die Zahl eosinophiler Granulozyten, kurz EOS, bestimmt. Eine erhöhte EOS-Zahl weist auf starke Entzündungsprozesse hin und kann auf eosinophiles Asthma hindeuten. Bei Verdacht auf allergisches Asthma kommen weitere Untersuchungen wie ein Pricktest infrage.
Eine zentrale Untersuchung ist die Spirometrie. Sie zeigt, ob die Atemluft normal durch die Bronchien strömt. Ein wichtiger Messwert ist der FEV1-Wert, die Ein-Sekunden-Kapazität: Dafür pustet die betroffene Person innerhalb einer Sekunde möglichst kräftig in ein Messgerät. Ein niedriger FEV1-Wert kann auf verengte Bronchien, Asthma oder andere Atemwegserkrankungen wie COPD hinweisen. Werden ältere und neuere Werte verglichen, lässt sich erkennen, ob sich die Lungenfunktion verändert hat.
Um Asthma und COPD besser voneinander zu unterscheiden, wird die Spirometrie nach der Gabe eines bronchienerweiternden Medikaments wiederholt. Bei Asthma verbessert sich der FEV1-Wert häufig, bei COPD bleibt er erniedrigt. Komischerweise können die Werte bei einer Untersuchung ohne aktuelle Beschwerden normal sein. In bestimmten Fällen wird dann ein Provokationstest durchgeführt: Die betroffene Person atmet geringe Mengen allergieauslösender Substanzen ein. Verschlechtert sich danach die Lungenfunktion, kann das auf eine Allergie oder eine Überempfindlichkeit der Atemwege hindeuten.
Bei einer Ergo-Spirometrie wird wiederum geprüft, ob sich die Lungenfunktion während körperlicher Belastung auf einem Fahrrad-Ergometer verschlechtert. Und für zu Hause gibt es die Peak-Flow-Messung. Damit kann die betroffene Person regelmäßig selbst kontrollieren, ob sich die Bronchien verengen. Die Werte werden dokumentiert und anhand eines Ampelschemas bewertet. Verschlechterungen lassen sich so früh erkennen, damit gegebenenfalls Medikamente angepasst oder ärztlicher Rat eingeholt werden kann.
Wenn weitere Untersuchungen nötig werden
Je nach Situation können zusätzliche Untersuchungen erforderlich sein. Die Ganzkörper-Plethysmographie, auch „große Lungenfunktion“ genannt, misst die Bronchienverengung und die Luft, die nach dem Ausatmen in der Lunge verbleibt. Sie eignet sich auch für kleinere Kinder, weil dabei weniger Mitarbeit nötig ist als bei der Spirometrie. Möglich sind außerdem eine Röntgenaufnahme der Lunge, eine CT oder eine Bronchoskopie.
Anhand der Untersuchungsergebnisse werden die Ursache und die Form des Asthmas sowie der Schweregrad beziehungsweise die Asthma-Kontrolle bestimmt. Darauf aufbauend werden gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten passende Medikamente und unterstützende Maßnahmen festgelegt. Bei späteren Untersuchungen kann überprüft werden, ob sich die Erkrankung verbessert oder verschlechtert hat.
Asthma wird nach dem auslösenden Reiz in allergisches oder nicht allergisches Asthma unterteilt. Nach der Art der Entzündung wird zwischen eosinophilem und nicht eosinophilem Asthma unterschieden. Beim Grad der Kontrolle gibt es kontrolliertes, teilweise kontrolliertes und unkontrolliertes Asthma.
Nach dem offiziellen Programm klang der Abend in St. Ulrich bei Kuchen und Säften der Firma Hasenfit aus. Es wurde weitergeredet, gefragt und persönliche Erfahrungen wurden ausgetauscht – die angenehme, etwas ungezwungene Phase nach dem eigentlichen Teil. Die Diplomarbeitsgruppe zog eine positive Bilanz und erklärte, mit der Veranstaltung zur Aufklärung über Asthma und zur Stärkung des Bewusstseins für die Erkrankung beigetragen zu haben.
Eine weiterführende S3-Leitlinie zum Thema Asthma war über die angegebene Webseite allerdings nicht abrufbar: Anubis konnte die Seite nicht laden, möglicherweise war der Server überlastet. Das System schützt Server vor umfangreichem automatisiertem Abrufen von Webseiten und verwendet dafür ein Proof-of-Work-Verfahren nach dem Vorbild von Hashcash. Die zusätzliche Belastung soll bei einzelnen Zugriffen gering bleiben, sich bei massenhaften Abrufen aber summieren.
Anubis wird als vorläufige Lösung bezeichnet, bis Methoden zur Erkennung von Headless-Browsern verbessert sind. Zur Erkennung können unter anderem Unterschiede beim Rendern von Schriftarten herangezogen werden. Für Anubis sind moderne JavaScript-Funktionen erforderlich; JavaScript-Schutz-Plugins wie JShelter können diese Funktionen deaktivieren und sollen für die betreffende Domain deaktiviert werden.
Quelle: MeinBezirk.at
Medizinische Informationen: gesundheit.gv.at
Weiterführende Leitlinie: AWMF
