Red Cat bietet 205 Millionen Euro für Steyr Motors – Standortzusagen für Steyr
Steyr Motors steht vor einem unruhigen Jahresausklang. Der österreichische Motorenhersteller erzielte in den ersten neun Monaten 2026 einen Umsatz von 35,3 Millionen Euro – nach 34,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Beim Ergebnis schaut es deutlich angespannter aus: Das EBIT rutschte auf minus 0,7 Millionen Euro, nachdem im Vergleichszeitraum noch 4,0 Millionen Euro zu Buche standen.
Als wesentlichen Grund nennt das Unternehmen zeitliche Verschiebungen bei internationalen Verteidigungsprojekten. Im dritten Quartal kam allerdings Bewegung hinein: Der Umsatz stieg um 11,2 Prozent auf 12,5 Millionen Euro, das bereinigte EBIT lag bei 1,4 Millionen Euro.
Übernahmeangebot mit Frist bis Dezember
Parallel plant die US-Drohnenspezialist Red Cat die Übernahme von Steyr Motors. Das freiwillige öffentliche Barangebot kommt von SMOT Acquisition GmbH, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Red Cat Holdings, und richtet sich an sämtliche Aktien. Geboten werden 39,00 Euro je Aktie. Der Gesamtwert der Transaktion beträgt knapp 205 Millionen Euro; der Angebotspreis liegt rund 29 Prozent über dem Schlusskurs der Steyr-Motors-Aktie vom Freitag.
Die Annahmefrist endet am 18. Dezember 2026 um 17:00 Uhr MEZ. Für den Vollzug braucht es unter anderem eine Mindestannahmequote von 50 Prozent plus einer Aktie sowie die üblichen regulatorischen und behördlichen Genehmigungen. Red Cat erwartet den Abschluss der Übernahme im ersten Halbjahr 2027, sofern alle Bedingungen erfüllt werden.
Die Red-Cat-Tochter SMOT Acquisition hat sich bereits rund 15 Prozent der Steyr-Motors-Aktien von der B&C Holding Österreich gesichert. Die B&C Holding Österreich GmbH hat sich verpflichtet, ihren Anteil anzudienen. Die übrigen Aktien befinden sich im Streubesitz.
Standort Steyr soll bleiben
Für die Belegschaft und den Standort enthält die Zusammenschlussvereinbarung einige klare Zusagen. Sitz, Produktion sowie Forschung und Entwicklung sollen drei Jahre lang in Steyr bleiben. Außerdem sollen zwei Jahre lang keine betriebsbedingten Kündigungen veranlasst werden. Das dürfte in der Stadt genau beobachtet werden – gerade weil die Zahlen zuletzt nicht gerade mit viel Rückenwind daherkamen.
Steyr Motors hält unterdessen an seiner Jahresprognose für 2026 fest. Vorgesehen sind ein Umsatzwachstum von 15 bis 25 Prozent und eine EBIT-Marge von 8 bis 12 Prozent. Wie stark die verschobenen internationalen Verteidigungsprojekte das Bild noch verändern, bleibt offen.
Red Cat kommt aus Drohnen- und Robotikwelt
Red Cat ist ein US-amerikanischer Anbieter von Drohnen- und Robotiklösungen für Verteidigung und nationale Sicherheit. Über die vollständig eigenen Tochtergesellschaften Teal Drones und FlightWave Aerospace entwickelt das Unternehmen in den USA hergestellte Hardware und Software.
Die Lösungen sind für militärische Einsätze sowie für Behörden und den Katastrophen- und Sicherheitsdienst bestimmt. Abgedeckt werden Luft, Land und See. Zum Portfolio gehört eine „Family of Systems“, darunter die kleine unbemannte Luftfahrzeugplattform Black Widow.
Über die Tochtergesellschaft Blue Ops, Inc. baut Red Cat zudem seine Aktivitäten im maritimen Bereich aus. Dort entwickelt das Unternehmen unbemannte Überwasserschiffe, sogenannte USVs, sowie integrierte Plattformen. Weitere Informationen führt Red Cat auf www.redcat.red.
