In Tamsweg geht es im November und Dezember um Stärke, Sicherheit und den Umgang mit schwierigen Situationen. Ferenc Albrecht lädt zu einem kostenlosen Selbstverteidigungsworkshop ein. Trainiert wird im Turnsaal der HAK/Gymnasium Tamsweg.

Die Termine: 7. November 2026, 21. November 2026 und 5. Dezember 2026, jeweils von 10:00 bis 14:30 Uhr. Mitmachen können alle Interessierten ab 14 Jahren. Auf dem Programm stehen praktische Selbstverteidigungstechniken ebenso wie selbstbewusstes Verhalten, wenn eine Situation unangenehm oder brenzlig wird.

Training mit erfahrenem Karateka

Ferenc Albrecht ist Trainer und Obmann im Kono Karate Dojo Tamsweg. Er trägt den 5. Dan im Wadō-Ryū Karate, den 2. Dan im Shindō Yōshin Ryū und verfügt über eine Trainerlizenz B. Karate trainiert er seit 1981, Shindō Yōshin Ryū seit 1990. Dabei handelt es sich um eine traditionelle Jiu-Jitsu-Schule und um eine Grundlage des Wadō-Ryū.

Zu seinen Lehrern gehörten Hanshi Teruo Kono, der Namensgeber des Dojos, Hans Rau, Gunther Dankert aus Heidelberg und Shihan Sahin Ince aus Hilden. Albrecht leitet das Training für Kinder und Erwachsene. Im Oktober 2025 berichteten die Salzburger Nachrichten über sein Selbstverteidigungstraining beim Bushido Tamsweg.

Wer dabei sein möchte, braucht bequeme, lockere Sportbekleidung, Motivation und Freude am Lernen. Die Teilnahme ist kostenlos und basiert auf freiwilligen Spenden. Der Erlös kommt der Karateschule Tamsweg zugute. Anmeldungen sind unter 0664 8329593 möglich.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Mehr als bloß ein Griff oder ein Tritt

Selbstverteidigung wird auch außerhalb des Karatevereins zunehmend als Zusammenspiel von Wahrnehmung, Kommunikation und Bewegung verstanden. Die Initiative Gewaltfreies Österreich bietet Workshops zu Prävention, Deeskalation und Selbstverteidigung für Schulen und Bildungseinrichtungen in ganz Österreich an. Dazu kommen Notwehrseminare und Handlungskompetenztrainings für Frauen und FLINTA-Personen sowie Schulungen für Eltern und Erziehungspersonen.

In interaktiven, bewegungsorientierten Einheiten werden Alltagssituationen praktisch durchgespielt. Teilnehmer:innen üben, Konflikte frühzeitig zu erkennen, Grenzen zu setzen, Hilfe zu holen, zu deeskalieren und sich aus unangenehmen oder gefährlichen Situationen zu befreien. Das Ziel: Gewaltrisiken durch frühe und proaktive Maßnahmen verringern, damit körperliche Selbstverteidigung möglichst selten notwendig wird.

Wie wichtig das sein kann, zeigen Zahlen aus der jüngsten österreichischen HBSC-Auswertung: 32 Prozent der Schüler:innen waren innerhalb des vergangenen Jahres mindestens einmal an einer Schlägerei oder Rauferei beteiligt. Bei Schülern lag der Anteil bei 44 Prozent, bei Schülerinnen bei 19 Prozent. Gewaltfreies Österreich veröffentlichte dazu am 5. Oktober 2026 die Presseaussendung „Gewaltprävention: Wissen allein schützt nicht“.

Darin wird unter anderem das Beispiel einer 15-jährigen Schülerin beschrieben, die nach Unterrichtsende an einer Bushaltestelle einen eskalierenden Streit zwischen Mitschülern beobachtet. Wegen der versammelten Gruppe kann sie nicht weitergehen. Grenzen zu kennen, reicht in so einem Moment nicht automatisch: Das Einschätzen der Lage, Grenzenziehen, Hilfeholen und Verlassen angespannter Situationen muss vorher praktisch erprobt werden.

Handlungssicherheit statt körperlicher Überlegenheit

Geleitet wird Gewaltfreies Österreich von Adrian Schmidt, Sportpädagoge sowie Präventions- und Gewaltschutzbeauftragter. Der Ansatz verbindet Gewaltprävention, Deeskalation, Selbstverteidigung und handlungsorientierte Pädagogik. Teilnehmer:innen sollen verstehen, wie Gewalt entstehen kann, und konkrete Möglichkeiten kennenlernen und üben.

In Kursen für Frauen und FLINTA-Personen geht es ausdrücklich nicht um körperliche Überlegenheit. Im Mittelpunkt stehen die Einschätzung von Situationen, persönliche Grenzen, das Einholen von Unterstützung sowie das Beenden oder Verlassen akuter Gewaltsituationen. FLINTA* steht hier für Frauen, Lesben, inter-, nicht-binäre, trans- und agender Personen.

Auch an Schulen laufen bereits Workshops. Das didaktische Konzept orientiert sich am Kompetenzmodell des Bildungsministeriums: Wissen soll verstanden, praktisch erprobt und im Alltag angewendet werden. Pädagog:innen und Schüler:innen berichten von praktischen Übungen, gewaltfreien Konfliktlösungen, Situationstrainings und einer vertrauensvollen Lernatmosphäre.

Das zehnköpfige Team vereint unterschiedliche Erfahrungen. Dazu gehören ein Exekutivbeamter der LPD Wien, ein Vorstandsmitglied des internationalen Jiu-Jitsu-Verbands mit Zuständigkeit für Gewaltschutz und die Fighting-Nationaltrainerin des JJVÖ. In die Arbeit fließen außerdem Fachkenntnisse aus Sportpädagogik, Bildungswissenschaft, Kinder- und Gewaltschutz, Psychologie, Sportwissenschaft, Polizei und Jiu Jitsu ein.

Pläne für Jugendliche, Männer und Schulen

Für die Zukunft plant die Initiative ein Curriculum zur Gewaltprävention für Jugendliche, Begleitmaterialien für die Kurse, ein Präventionsprogramm für Männer sowie weitere Angebote für Unternehmen und Bildungseinrichtungen. Das Männerprogramm soll sich mit Rollenbildern, Konfliktkultur, Männlichkeit und Zivilcourage befassen. Männer sollen frühzeitig für die Entstehung von Gewalt und Konflikten sensibilisiert werden und Handlungsmöglichkeiten kennenlernen.

Für den Ausbau sucht Gewaltfreies Österreich Unternehmen und Organisationen als Sponsor:innen und Kooperationspartner:innen. Mit der Unterstützung sollen insbesondere Workshops für Kinder und Jugendliche finanziert sowie bestehende Programme und weitere Vorhaben ermöglicht werden. Laut der Initiative fehlen vielen Schüler:innen und Eltern die finanziellen Mittel für solche Angebote.

Eine Grundlage der Arbeit ist Jiu Jitsu. Adrian Schmidt beschreibt den Sport als Vermittler von Situationswahrnehmung, Entscheidungsfähigkeit und Handlungsfähigkeit – also mehr als reine Technikanwendung. Gewaltfreies Österreich arbeitet mit dem Verein Ju Jitsu Ryu Tsunami Alterlaa zusammen, der die Bedeutung von Selbstvertrauen und Handlungssicherheit betont.

Am 7. November wird im Turnsaal der HAK/Gymnasium Tamsweg jedenfalls nicht nur geredet: Zwischen 10:00 und 14:30 Uhr stehen Bewegung, Übung und Aufmerksamkeit im Mittelpunkt. Die jüngste österreichische Gewaltstatistik bezieht sich laut dem genannten HBSC-Factsheet von Felder-Puig und Teufl aus dem Jahr 2025 auf die Erhebung 2021/22.