Donaubrücke Tulln: Freie Fahrt nach Sanierung, nächste Baustufe folgt 2027
In Tulln, Königstetten und Maria Anzbach sind drei Straßenbaustellen abgeschlossen. Das Land Niederösterreich und zwei Gemeinden investierten dafür zusammen knapp eine Million Euro. Heute, am 7. November 2026, ist auf den betroffenen Strecken wieder freie Fahrt – zumindest vorerst.
Ganz ohne Fortsetzung bleibt die Geschichte allerdings nicht. Auf der Donaubrücke Tulln steht 2027 die nächste größere Etappe an. Zeitpunkt und mögliche Sperren sind noch offen.
Neue Übergänge auf der Donaubrücke
Auf der Landesstraße B 19a wurden alle fünf Fahrbahnübergänge der Donaubrücke erneuert. Diese Bauteile verbinden Brücke und Straße und gleichen die temperaturbedingten Bewegungen des Bauwerks aus. Gerade bei großen Temperaturunterschieden muss die Konstruktion arbeiten können – für Autofahrer bleibt davon meist nur ein kurzes Überfahren der Übergänge.
Durchgeführt wurden die Arbeiten von der Straßenmeisterei Tulln, der Brückenmeisterei Alland und der Stadtgemeinde Tulln. Die Kosten beliefen sich auf rund 145.000 Euro und wurden vollständig vom Land Niederösterreich getragen. Die Stadtgemeinde Tulln finanzierte außerdem die Umrüstung beziehungsweise die neue Beleuchtung auf der Brücke.
2027 sollen sämtliche Leiteinrichtungen erneuert werden. Dazu zählen unter anderem Leitschienen und Leitpflöcke. Auch der Asphalt zwischen den beiden Kreisverkehren ist an der Reihe. Wann genau die Arbeiten beginnen und ob dafür Sperren notwendig werden, steht noch nicht fest.
900 Meter neue Fahrbahn in Königstetten
Im Gemeindegebiet von Königstetten erhielt die Neuwaldegger Straße L 120 im Bereich Dopplerberg auf rund 900 Metern einen neuen Fahrbahnbelag. Ausgeführt wurde die Sanierung von der Pittel+Brausewetter GmbH und der Straßenmeisterei Tulln.
Das Land Niederösterreich übernahm die Kosten zur Gänze. Rund 270.000 Euro flossen in die Erneuerung der Strecke.
Fahrbahn und Gehsteige in Maria Anzbach
Auf der Landesstraße L 2247 in Maria Anzbach wurde zwischen Stiftergasse und Liliengasse auf rund 680 Metern die gesamte Straße erneuert. Nicht nur die Fahrbahn war betroffen: Auch Nebenanlagen wie Gehsteige und Randstreifen wurden saniert.
Die Gesamtkosten betrugen rund 500.000 Euro. Rund 300.000 Euro davon trug das Land Niederösterreich, rund 200.000 Euro übernahm die Marktgemeinde Maria Anzbach.
Erhaltung bleibt Daueraufgabe
Wie viel Arbeit in Straßen und Brücken steckt, zeigt auch der Blick auf die Quellen- und Literaturliste des VCÖ zur Straßeninfrastruktur. Sie reicht von Verkehrswende, Finanzierung und Erhaltung bis zur Klimaanpassung und umfasst Veröffentlichungen aus den Jahren 2000 bis 2025.
Genannt werden unter anderem das Bundesamt für Statistik Schweiz mit „Kosten und Finanzierung des Verkehrs 2021“, veröffentlicht 2024 in Neuchâtel, sowie Statistiken des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) zu Straße, Verkehr und Verkehrsinfrastruktur im Klimawandel. Dazu kommen VCÖ-Publikationen über Raumordnung, Verkehrswende, Infrastruktur und Straßenschäden durch Lastkraftwagen, wissenschaftliche Arbeiten zu Verkehrsinfrastruktur, Energiebedarf, CO₂-Emissionen und Verkehrswirtschaft sowie Normen und Richtlinien zur Lebensdauerplanung, zum Straßenbau und zur Erhaltung von Straßenbefestigungen.
Auch ASFINAG-Geschäftsberichte aus den Jahren 2000 bis 2023 und der Netzzustandsbericht 2023 sind angeführt, ebenso österreichische Budget- und Infrastrukturberichte, Studien zu den Kosten sanierungsbedürftiger Landes- und Gemeindestraßen sowie Berichte des Rechnungshofs und der Landesrechnungshöfe zur Erhaltung von Bundesstraßen, Landesstraßen und Brücken. Ergänzt wird die Liste durch Quellen zu Brückenzuständen in Salzburg und Vorarlberg.
Mehrere Veröffentlichungen tauchen wiederholt auf: der ASFINAG-„Geschäftsbericht 2023“, „Zukunftsfit unterwegs. Netzzustandsbericht 2023“, Baum et al. mit „Zukunftsfähige Straßeninfrastruktur – Kosten und Lösungen für baufällige Landes- und Gemeindestraßen“ und die VCÖ-Publikation „Infrastrukturen für die Verkehrswende“. Ebenfalls mehrfach genannt wird eine Studie der European Commission zu Klimaanpassung und grenzüberschreitendem Investitionsbedarf im TEN-T-Netz.
In den Unterlagen finden sich außerdem Studien zu wirtschaftlichen Schäden durch Extremwetter und zu regionalen Klimamodellen bis 2100, Arbeiten zu den Folgen des Klimawandels für Verkehr und österreichische Volkswirtschaft, Verkehrsberichte des Landes Tirol sowie Medienberichte über zusätzliche Straßenbau- und Erhaltungsmittel. Dazu kommen Studien der Europäischen Kommission zum Klimaanpassungs- und Investitionsbedarf des TEN-T-Netzes, eigene Berechnungen des WIFO und Auskünfte der Länder Kärnten und Salzburg. Auf der Donaubrücke in Tulln wartet währenddessen schon die nächste Runde – mit Leitschienen, Leitpflöcken und neuem Asphalt.
