Beim FC Tulln läuft es sportlich, regelmäßig kommen Zuschauer und Gäste zu den Spielen. Gleichzeitig gelten die Sportanlagen laut FPÖ als veraltet und nicht mehr zeitgemäß. Zwischen Erfolgen am Platz und bröckelnder Infrastruktur klafft damit eine Lücke, die in Tulln zunehmend zum politischen Streitpunkt wird.

Die FPÖ brachte deshalb am 30. Juni 2026 im Gemeinderat einen Dringlichkeitsantrag ein. Vorgeschlagen wurde eine parteiübergreifende Arbeitsgruppe unter Einbindung des FC Tulln. Sie sollte Lösungen für eine Sanierung, eine Attraktivierung oder auch einen Neubau der Anlage erarbeiten.

Streit um Ausschuss und Dachsanierung

Laut FPÖ lehnte die ÖVP-Mehrheit den Antrag ab und verwies auf eine Behandlung im Sportausschuss. FPÖ-Gemeinderat Robert Handelberger kritisiert nun, dass dieser Ausschuss seit dem 30. Juni nicht getagt habe. Auch eine von Bürgermeisterseite angekündigte Beschlussfassung zur Dachsanierung fand sich in der Gemeinderatssitzung am 29. September nicht auf der Tagesordnung.

Handelberger wirft der ÖVP deshalb Untätigkeit vor. Er kündigt an, sich weiter für eine Modernisierung der Sportanlage einzusetzen. Für den FC Tulln geht es dabei nicht bloß um ein schöneres Umfeld: Die Anlage wird regelmäßig genutzt, während am Spielfeld sportlich einiges weitergeht.

ÖVP verweist auf Gespräche und hohe Kosten

Die ÖVP betont, der FC Tulln sei ein wichtiger Bestandteil des Tullner Sportlebens. Die Stadt stehe hinter dem Verein. TVP-Obmann Peter Höckner sagt, die ÖVP sei bereits mit dem FC Tulln im Gespräch. Gemeinsam mit den Vereinsverantwortlichen wolle man eine Lösung entwickeln, statt über sie hinweg zu entscheiden.

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Höckner verweist zugleich auf die Größe der geplanten Investition und auf die Verantwortung gegenüber allen Tullner Sportvereinen. In Tulln gibt es 46 Sportvereine, die rund 2.600 Kinder und Jugendliche betreuen. Der Vereinsbetrieb wird überwiegend ehrenamtlich organisiert – eine Menge Arbeit, die meist neben Beruf, Familie und Alltag erledigt wird.

Vor einer Entscheidung wolle die ÖVP die Möglichkeiten sorgfältig prüfen. Danach soll eine gemeinsame Lösung umgesetzt werden. Wann der Sportausschuss darüber berät und wie es mit der Dachsanierung weitergeht, bleibt vorerst offen.

Sportstättenplanung mit Blick über Tulln hinaus

Auch auf Bundesebene gibt es Überlegungen zur Entwicklung von Sportanlagen. Das Regierungsprogramm 2020–2024 sah ein österreichisches Sportstättenentwicklungsprogramm vor. Grundlage sollten abgestimmte Kriterien mit den Bundesländern und Gemeinden sein.

Vorgesehen waren Versorgungskriterien, die Sportarten für Spitzen- und Breitensport priorisieren, ebenso eine Evaluierung und mögliche Neuordnung des Finanzierungsschlüssels. Der sogenannte „Zentrenansatz“ sollte stärker berücksichtigt werden – durch die Evaluierung, Stärkung und den Ausbau bestehender Zentren.

Für Regierungsleitprojekte im Zusammenhang mit Österreich als Austragungsort von Großereignissen waren Sonderprojekte und Sonderbudgets vorgesehen. Zusätzlich sollte ein digitaler Marktplatz, der „Österreichische Sportstättenatlas“, entstehen. Darin sollten Schulsportanlagen, Sportstätten und sämtliche Sportangebote erfasst werden.

Einbezogen werden sollten bestehende Geoinformationssysteme der Bundesländer, Angebotsdatenbanken des organisierten Sports und kommerzielle Sportbuchungsplattformen. Ziel war auch, die Auslastung öffentlich finanzierter Sportinfrastruktur, von Gebäuden und anderen Liegenschaften zu verbessern. Als Beispiel wurde die ganzjährige Nutzung öffentlicher Sportflächen genannt, etwa in Schulen.

Weitere Schwerpunkte des Programms waren Barrierefreiheit und nachhaltiges Bauen, bezeichnet als „green Bau“. Dabei sollten ökologische, ökonomische und sozio-kulturelle Faktoren berücksichtigt werden. In Tulln dreht sich die konkrete Debatte derzeit aber um eine Frage, die weit näher liegt: Wie bekommt der FC Tulln eine zeitgemäße Anlage – und wann wird darüber tatsächlich entschieden?