Die ÖVP Eberndorf geht mit Andreas Kutej als Bürgermeisterkandidat in die Gemeinderatswahlen im Februar 2027. Beim Gemeindeparteitag am 4. November 2026 wurde Kutej einstimmig zum neuen Ortsparteivorsitzenden und zum Spitzenkandidaten nominiert. Seinen Wahlkampf will er mit einem klaren Anspruch führen: Kutej erklärte, als Vollzeitbürgermeister arbeiten zu wollen.

Der Auftakt fand in Eberndorf statt, politisch richten sich die Blicke damit bereits auf den Februar. Kutej sprach von einem gemeinsamen Aufbruch. Das Miteinander sei in den vergangenen Jahren schwächer geworden, sagte er. Nun gehe es darum, lokale Probleme selbst gemeinsam zu lösen, statt auf andere zu warten.

Trinkwasser und Energie im Mittelpunkt

Als zentrale Themen nannte Kutej die Sicherung der Trinkwasserversorgung und die Energiesicherheit. Ohne eine verlässliche Trinkwasserversorgung könnte Eberndorf langfristig unbewohnbar werden, warnte er. Fehle es an Energiesicherheit, könnten die Lebenshaltungskosten stark steigen.

In diesen Herausforderungen sieht der neue Ortsparteivorsitzende zugleich Chancen: für neue Arbeitsplätze und für ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl. Das klingt nach einem großen Anspruch für eine Gemeinde – aber Kutej will den Wahlkampf genau auf diese Fragen zuspitzen.

Neben der Wahl Kutejs wurde beim Gemeindeparteitag auch der gesamte Gemeindeparteivorstand neu gewählt. Zu Obmannstellvertretern wurden DI Isabell Pucher-Popodie, Otto Partl, Paul Schliesser und Abbas Rahmansetayes BSc bestimmt.

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Kärnten plant Wasserschiene

Dass die Trinkwasserversorgung nicht nur in Eberndorf auf der politischen Tagesordnung steht, zeigt ein großes Kärntner Infrastrukturvorhaben. Im Zentralraum startet das Großprojekt „Wasserschiene“, mit dem die Trinkwasserversorgung langfristig abgesichert werden soll. Gemeinden sollen überregional besser vernetzt werden, damit Trockenperioden, steigender Wasserbedarf und Krisenfälle bewältigt werden können.

Die Wasserschiene ist das Kernprojekt des vor rund einem Jahr gegründeten Wasserverbands Kärnten. Wasserreiche Regionen sollen mit Gebieten verbunden werden, in denen bei Trockenheit oder höherem Bedarf Engpässe drohen. Begonnen wird im Kärntner Zentralraum, danach soll das Netz schrittweise erweitert werden.

Die nächsten Projektschritte wurden am 18. Mai bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt vorgestellt. Daran nahmen unter anderem Landeshauptmann Daniel Fellner, Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger, die Bürgermeister Günther Albel und Christian Scheider sowie Vertreter der Stadtwerke Klagenfurt und der Wasserwirtschaft teil.

Ein Teilprojekt im Raum Villach ist bereits im Bau. Villach, Weißenstein und Paternion sollen besser miteinander verbunden werden. Die direkte Verbindung zwischen Klagenfurt und Villach gilt als „Herzstück“ der Wasserschiene und soll 2028 in Bau gehen. Die Kosten dafür werden mit rund 30 Millionen Euro angegeben.

Hilfe in der Krise, Ausgleich im Alltag

Wasserexperte Erich Eibensteiner sieht für die Wasserschiene zwei Funktionen. In Notsituationen soll sie rasche und gezielte Hilfe zwischen den Regionen ermöglichen. Im laufenden Betrieb soll ein dauerhafter Ausgleich zwischen wasserreichen Gebieten und Regionen mit geringerem Wasserdargebot geschaffen werden. Damit soll die Versorgungssicherheit im gesamten Zentralraum steigen.

Die Grünen Kärnten pochen dabei darauf, Infrastrukturmaßnahmen mit konsequentem Natur- und Umweltschutz zu verbinden. Als Anzeichen der Klimakrise nennen sie austrocknende Wiesen, harte Böden, sinkende Grundwasserpegel und Engpässe in Gemeinden. Für Eberndorf bleibt die Frage damit nicht bloß ein Punkt im Wahlprogramm: Am 5. November 2026, dem Tag nach Kutejs Nominierung, liegt sie auch sichtbar auf dem Tisch.