Am Nationalfeiertag, dem 26. Oktober 2026, zeigte die „Gesunde Gemeinde“ Eberndorf, was in ihr steckt: Zum sechsten Mal standen ein Gesundheitslauf sowie ein Walk- und Wandertag auf dem Programm. Heute, am 27. Oktober, ist der sportliche Einsatz in Völkermarkt noch frisch in Erinnerung.

Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Altersgruppen nahmen die mehr als 5,4 Kilometer lange Strecke in Angriff. Manche liefen, andere walkten oder wanderten – Hauptsache draußen und gemeinsam unterwegs. Für die nötige Stärkung sorgten kostenloses Obst, Kipferl sowie warme und kalte Getränke.

Gemeinsam auf der Strecke

Unterstützt wurde die Veranstaltung von den Naturfreunden Kühnsdorf unter Obmann Alfred Piskernik. Auch Bürgermeister Wolfgang Stefitz, Vizebürgermeister Wolfgang Tischler und Gesundheitsreferent Kurt Lengauer blieben nicht am Rand stehen: Sie nahmen selbst aktiv teil und übernahmen später auch die Prämierung.

Ausgezeichnet wurden die zahlenmäßig stärksten Teilnehmergruppen. Den ersten Platz holte „Fit for Fun Sportunion Südkärnten“ mit Obfrau Maria Pressl. Dahinter folgte „Fit & Locker“ mit ASKÖ-Übungsleiterin Claudia Jegart. Rang drei ging an den Pensionistenverband Mittlern.

Gesundheit beginnt vor der Haustür

Die Idee hinter den „Gesunde Gemeinde“-Initiativen in Österreich ist, Gesundheitsförderung direkt im Lebensumfeld der Bevölkerung umzusetzen. Dadurch sollen Lebensqualität und Wohlbefinden steigen. Viele Gemeinden und Städte sind bereits in entsprechenden Netzwerken aktiv.

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Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass eine Gemeinde Gesundheitsthemen und Gesundheitsförderung gezielt bearbeiten will. Für den Beitritt zum Netzwerk „Gesunde Gemeinde“ beziehungsweise „Gesundes Dorf“ braucht es zunächst einen positiven Gemeinderatsbeschluss. Danach wird ein Arbeitskreis eingerichtet. Mitwirken können Ärztinnen und Ärzte, Apotheken, Wohlfahrtseinrichtungen wie Volkshilfe oder Caritas sowie interessierte Einwohnerinnen und Einwohner. Informationen zu Angeboten und teilnehmenden Gemeinden stellen die jeweiligen Bundesländer auf ihren Websites bereit.

In Kärnten dient die Initiative „Gesunde Gemeinde“ der regionalen Gesundheitsförderung. 122 Gemeinden beteiligen sich. Im Mittelpunkt steht, günstige Rahmenbedingungen für die Erhaltung, Verbesserung und Förderung der Gesundheit zu schaffen. Der Lauf in Eberndorf passt da gut hinein – mit Turnschuhen, Vereinsgruppen und einem Kipferl danach.

Von „Gesundes Dorf“ bis „Gesunde Bezirke“

Die Modelle unterscheiden sich je nach Bundesland. Im Burgenland berät und unterstützt das Projekt „Gesundes Dorf“ Gemeinden bei gesundheitsfördernden Maßnahmen. 96 von 171 burgenländischen Gemeinden nehmen teil; Regionalmanagerinnen und -manager helfen bei Gesundheitsförderung und Prävention. Die Maßnahmen werden gemeinsam entwickelt und an die regionalen Bedingungen angepasst. Durchgeführt wird das Projekt im Auftrag der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK).

In Niederösterreich gehört „Gesunde Gemeinde“ zur Initiative „Tut gut!“. Das Programm unterstützt Gemeinden bei Gesundheitsförderung und Prävention, bündelt verschiedene Angebote und dient als zentrale Anlaufstelle für Gesundheitsaktionen. Ziel ist ein Umfeld, in dem gesundes Verhalten leichter möglich wird. 370 Gemeinden sind aktiv beteiligt.

Oberösterreich setzt auf ein Netzwerk, das vom Land Oberösterreich, Abteilung Gesundheit, gemeinsam mit teilnehmenden Städten und Gemeinden getragen wird. Gesundheitsbewusstsein und gesundheitsfördernde Strukturen sollen gestärkt werden. 432 von 438 Gemeinden, also 98,6 Prozent, nehmen teil – damit gilt das Netzwerk als flächendeckend und als eine der größten Gesundheitsinitiativen des Bundeslandes.

In der Steiermark trägt Styria vitalis das Netzwerk der „Gesunden Gemeinden“ seit mehr als 30 Jahren. Gemeinden können ihre Mitgliedschaft flexibel gestalten und aus verschiedenen Kooperationsmöglichkeiten, Themenschwerpunkten, Angeboten und Unterstützungsleistungen wählen. Dahinter steht Gemeindeentwicklung zugunsten von mehr Lebensqualität und Gesundheit.

Salzburg hat mehr als 40 „Gesunde Gemeinden“. Das Programm wurde 1992 vom Land Salzburg und AVOS, dem Arbeitskreis für Vorsorgemedizin Salzburg, gegründet. Vor Ort entstehen bedarfsorientierte Angebote, vor allem in den Bereichen Ernährung, Bewegung und psychosoziale Gesundheit. Tirol verfügt hingegen über kein landesweites Netzwerk „Gesunder Gemeinden“. Einzelne engagierte Gemeinden widmen sich dennoch intensiv der kommunalen Gesundheitsförderung.

In Wien läuft die Initiative unter dem Namen „Gesunde Bezirke“ derzeit in neun Bezirken: Leopoldstadt, Margareten, Mariahilf, Favoriten, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring, Brigittenau, Floridsdorf und Donaustadt. Gemeinsam mit Bezirksvorstehungen und Partnereinrichtungen gibt es die Schwerpunkte „Gesunde Jugendliche im Grätzel“ und „Gesunde Nachbarschaft“. Bewohnerinnen und Bewohner sollen ihr unmittelbares Lebensumfeld mitgestalten und gesundheitsfördernde Aktivitäten umsetzen.

Städte-Netzwerk und Unterstützung für Projekte

Neben Wien gehören 20 weitere österreichische Städte zum Netzwerk Gesunde Städte Österreichs. Erfahrungsaustausch, Informationstransfer und gemeinsame Projekte sollen Gesundheitsförderung im städtischen Raum voranbringen.

Auch der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) fördert Projekte zur Gesundheitsförderung und umfassenden Primärprävention. Ein Schwerpunkt liegt auf kommunalen Gesundheitsförderungsprojekten. Die Förderschiene „Gemeinsam gesund in …“ richtet sich an kleinere Projekte in Gemeinden, Städten und Stadtteilen, die allen Einwohnerinnen und Einwohnern offenstehen können. Besonderes Augenmerk gilt der sozialen Einbindung und der Unterstützung von Menschen mit geringer gesellschaftlicher Teilhabe oder hoher Belastung.

Eine Broschüre des FGÖ stellt sieben Beispiele guter Praxis aus Gemeinden, Städten und Bezirken vor. Die Informationen zur Initiative „Gesunde Gemeinden“ wurden zuletzt am 6. November 2020 aktualisiert und vom Fonds Gesundes Österreich fachlich geprüft.