Heute ist der 22.09.2026 und wir blicken auf eine herausfordernde Zeit für die Weinbauern in Völkermarkt. Das Wetter hat heuer nicht gerade mit den Landwirten geknausert. Spätfrost und Trockenheit haben die Ernteverluste auf bis zu 50 Prozent gedrückt. Besonders hart getroffen hat es die Domäne Lilienberg, das größte Weingut im Bezirk mit stolzen 20 Hektar Anbaufläche. Sie ist insolvent und hat Verbindlichkeiten von mindestens vier Millionen Euro. Das ist ein Schlag ins Gesicht für die Region, die stolz auf ihre Weinkultur ist.

Am Weingut Hren in Sittersdorf hingegen gab es einen Lichtblick. Die Familie Hren, die das Gut seit 2001 bewirtschaftet, hat die Ernte weitgehend abgeschlossen – mit etwa 2000 Litern. Sie setzen auf biologische PIWI-Sorten und haben sogar ein neues Produkt auf den Markt gebracht: Frozen-Rosé, eine erfrischende Mischung aus Rosé mit Erdbeere und Limette. Das klingt wirklich spannend! Wenn man da nicht Lust auf ein Glas bekommt…

Tradition trifft auf Herausforderung

Die Geschichte des Weinbaus in Sittersdorf reicht beeindruckende 1000 Jahre zurück. In den späten 1970er-Jahren wurde die Tradition dann wiederbelebt. Jedes Jahr findet das Sittersdorfer Weinfest am 27. September statt, mit einem bunten Programm aus Feldmesse, Weinsegnung und musikalischer Unterhaltung. Es ist ein Fest der Gemeinschaft, gerade in solch schwierigen Zeiten.

Im Trixnertal sieht die Lage jedoch weniger rosig aus. Die Weinbauern dort müssen ebenfalls mit Ernteeinbußen rechnen. Der Weinbauverein Völkermarkt-Trixnertal zählt derzeit 13 Mitglieder, die ihre kleinen Flächen im Nebenerwerb bewirtschaften. Man fragt sich, wie lange die Leidenschaft für den Weinbau bestehen bleibt, wenn das Wetter immer unberechenbarer wird.

Klimawandel und seine Folgen

Internationale Wissenschaftler des World Weather Attribution Network haben sich mit dem Zusammenhang zwischen Frostperioden in Europa und dem Klimawandel beschäftigt. Ihre Untersuchung zu den Spätfrösten im April 2021 zeigt, dass milde Temperaturen im März den frühen Austrieb von Pflanzen begünstigten, was die Frostschäden verstärkte. Besonders betroffen waren nicht nur die Weinbaugebiete in unserer Region, sondern auch in Frankreich, wo große Schäden in den Weinbergen auftraten.

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Die globale Erwärmung hat die Wahrscheinlichkeit solcher extremen Wetterlagen um 20 bis 120 Prozent erhöht. Prof. Markus Reichstein warnt: Für Weinbauern und Landwirte bedeutet das eine existentielle Bedrohung. Und das ist nicht nur ein Wort. Es geht um Existenzen, um Traditionen, die durch solche Wetterereignisse auf dem Spiel stehen.

Neue Ansätze und Herausforderungen

Der Klimawandel bringt nicht nur Probleme, sondern auch Chancen. Ein wärmeres Klima könnte die Blüte der Reben früher anstoßen und die Reifezeiten verlängern. Aber Vorsicht – das erhöhte Risiko von Spätfrösten bleibt. Frostschutzberegnung und Windmaschinen sind teuer und nicht überall verfügbar. Hier in Völkermarkt könnte es für die Winzer also eine Überlegung wert sein, in solche Infrastrukturen zu investieren.

Aber auch andere Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Starkregen kann Pilzkrankheiten wie Mehltau begünstigen, was natürlich auch die Qualität der Weine beeinflusst. Da sind pilzwiderstandsfähige Rebsorten, wie die PIWI-Sorten, wirklich ein Segen. Sie bieten eine Möglichkeit, der Situation entgegenzuwirken und die Weinproduktion aufrechtzuerhalten.

Die Weinbauern hier in der Region stehen also vor großen Herausforderungen, aber auch vor neuen Möglichkeiten. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Dinge entwickeln und welche Schritte die Winzer unternehmen, um diese alten Traditionen zu bewahren und gleichzeitig den neuen Gegebenheiten Rechnung zu tragen. Der Weinbau in Völkermarkt hat eine lange Geschichte, und wir hoffen, dass sie auch eine ebenso lange Zukunft hat.