Im Bezirk Völkermarkt tut sich etwas ganz Besonderes: Alle Polizeidienststellen wurden als demenzfreundlich klassifiziert. Das ist nicht nur eine nette Geste, sondern ein ernstzunehmender Schritt in die richtige Richtung. Hier geht es darum, Menschen mit Demenz mit Würde und Respekt zu begegnen. Alle Polizeibediensteten haben dafür eine umfassende Schulung im Umgang mit Betroffenen absolviert. Diese Schulung ist alles andere als theoretisch – sie vermittelt Fachwissen über Demenz und gibt wertvolle praktische Tipps für den Umgang mit den betroffenen Personen. Da wird nicht einfach nur ein bisschen geschult – hier wird das Leben vieler Menschen in den Fokus gerückt.

Ein zentraler Bestandteil der Schulung ist die ruhige Ansprache und verständliche Kommunikation. Geduld ist gefragt – schließlich können Angehörige von Menschen mit Demenz oft in stressige Situationen geraten. Chefinspektor Rudolf Stiff hebt die Verletzlichkeit dieser Menschen hervor und betont, wie wichtig Sicherheit und Empathie in herausfordernden Momenten sind. Oft ist auffälliges oder orientierungsloses Verhalten kein Anzeichen für akute Gefährdung, sondern ein Hilferuf. Die Polizei lernt, solche Signale besser zu erkennen und angemessen zu reagieren. Das ist nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für ihre Angehörigen von großer Bedeutung.

Langfristige Schulungen und E-Learning

Die Schulung wird nicht als einmalige Aktion betrachtet. Vielmehr soll das Wissen langfristig im Polizeialltag verankert werden. So bleibt die Sensibilisierung für die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz ein stetiger Prozess. Darüber hinaus gibt es ein neues E-Learning-Angebot, das die Polizeikompetenz im Umgang mit Menschen mit Demenz weiter stärkt. Verantwortlich dafür ist die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen. Das Ziel? Die Einsatzkräfte noch besser für die Bedürfnisse und Rechte dieser Menschen zu sensibilisieren.

Dieses E-Learning-Angebot wurde basierend auf einem zweijährigen Forschungsprojekt entwickelt und ist das Resultat einer Kooperation mit der Polizei Hamburg sowie der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Der Fokus liegt auf menschenrechtsorientiertem polizeilichem Handeln – ein Ansatz, der in komplexen Einsatzsituationen für mehr Handlungssicherheit sorgt. Die Module sind flexibel gestaltet, sodass sie bedarfsgerecht genutzt werden können. Und das Beste? Es ist kostenfrei und lässt sich auf allen gängigen Endgeräten nutzen. So wird die kontinuierliche Fortbildung für Polizistinnen und Polizisten zum Kinderspiel, ohne dass es einen großen Aufwand erfordert.

Ein wichtiger Schritt für die Gesellschaft

Die Maßnahmen, die im Bezirk Völkermarkt ergriffen wurden, sind ein bedeutender Schritt in Richtung einer inklusiveren Gesellschaft. Es ist wichtig, dass Menschen mit Demenz nicht nur als „Fälle“ betrachtet werden, sondern als Mitglieder unserer Gemeinschaft, die Respekt und Unterstützung benötigen. Gerade die Einbeziehung von Angehörigen in die Polizeiarbeit zeigt, wie wichtig das Verständnis füreinander ist. Wenn die Polizei in der Lage ist, die Bedürfnisse dieser Menschen zu erkennen und darauf einzugehen, wird die gesamte Gesellschaft profitieren.

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In einer Welt, die oft chaotisch und hektisch ist, sind solche Initiativen ein Lichtblick. Sie bringen nicht nur mehr Sicherheit für die Betroffenen, sondern auch ein Stück mehr Menschlichkeit in den Alltag der Einsatzkräfte. Und das ist schließlich genau das, was wir alle wollen: ein Miteinander, in dem jeder Mensch zählt, unabhängig von seinen Herausforderungen.