BahnhofCity Wels: Wie aus dem Bahnhof ein Verkehrsknotenpunkt mit Einkaufszentrum wurde
Wels hat einen Grund zum Feiern: Die BahnhofCity Wels besteht seit 20 Jahren. Das Projekt liegt direkt am Bahnhof und zugleich mitten im Zentrum der Stadt. Als beteiligtes Unternehmen wird die Consulting Company genannt.
Heute, am 6. November 2026, ist der Bahnhof weit mehr als ein Ort, an dem man mit Koffer und Kaffee in der Hand auf den nächsten Zug wartet. Rund 20.000 Reisende nutzen ihn täglich. Im Schnitt fahren etwa 700 Züge pro Tag ein oder durch. Dazu kommen eine S-Bahn-Linie, acht Stadtbuslinien und zwei Regionalbuslinien. Für Wels und die umliegende Region ist das Areal damit ein echter Verkehrsknotenpunkt.
Vom romantischen Aufnahmegebäude zur BahnhofCity
Die Geschichte reicht bis 1859 zurück. Damals wurde der Welser Hauptbahnhof als Teil des Ausbaus der Westbahn eröffnet. Das ursprüngliche Aufnahmegebäude hatte einen lang gestreckten Mitteltrakt und Eckpavillons und war im Stil der Romantik gestaltet.
1937 wurde das Gebäude modernisiert und vereinheitlicht. Dabei gingen Teile der historischen Architektur verloren. Nach den Bombenschäden des Zweiten Weltkriegs folgte zwischen 1945 und 1959 ein vollständiger Neu- beziehungsweise Wiederaufbau. Abgeschlossen wurde dieser 1959, einschließlich moderner Inselbahnsteige.
Eine weitere große Veränderung brachte die ÖBB-Bahnhofsoffensive: Von 2003 bis 2005 wurde der Bahnhof umfassend modernisiert. Das neue Aufnahmegebäude entstand etwas westlich des ursprünglichen Standorts und prägt seither die heutige Bahnhofssituation. 2009 wurde die Bahnhofsfläche in „Bahnhof Center“ umbenannt; die erste Pächtergemeinschaft war bereits 2005 gegründet worden.
Im Frühjahr 2026 wurde daraus die „BahnhofCity Wels“. Der neue Name ergänzt die österreichweite Dachmarke der ÖBB Infrastruktur AG. Auf rund 1.600 Quadratmetern Geschäftsfläche spielt sich heute einiges ab, während das gesamte Bahnhofsareal etwa 31.000 Quadratmeter umfasst.
Züge, Busse und 700 Fahrradplätze
Wer mit dem Rad kommt, findet insgesamt 700 Fahrradabstellplätze, darunter eine Fahrradgarage im Parkdeck. E-Bike-Ladestationen gibt es nicht. Ein Scooterverleih ist je nach Auslastung verfügbar – manchmal klappt es, manchmal eben nicht.
Die Zahlen zeigen, wie dicht hier alles zusammenläuft: Reisende, Pendler, Stadtbusse, Regionalbusse und Züge. Der Bahnhof ist kein stiller Wartesaal, sondern ein täglich bewegter Teil des Welser Stadtlebens. Und mittendrin liegt die BahnhofCity.
Teil einer österreichweiten Bahnhofsoffensive
Die Entwicklung in Wels steht im größeren Zusammenhang der ÖBB-Bahnhofsoffensive. Ab 1997 modernisierten die ÖBB die 20 meistfrequentierten Bahnhöfe Österreichs. Ziel war, sie zu multifunktionalen Verkehrsknotenpunkten umzugestalten.
Dazu gehörten Generalsanierungen der Bahnhofsgebäude, erneuerte und barrierefrei gestaltete Eingänge und Zugänge sowie höhere Bahnsteige, die das Einsteigen erleichtern. Auch Kundendienstzentren, Geschäfts- und Gastronomiebereiche wurden neu gestaltet. Das Bahnhofsumfeld und die Umsteigemöglichkeiten sollten an moderne Anforderungen angepasst werden.
In der ersten Phase bis 2005 wurden Feldkirch, Innsbruck, Graz, Baden, Krems an der Donau, Linz, Wiener Neustadt, Leoben, Wels und Klagenfurt neu gestaltet.
Bis 2014 folgte die zweite Phase mit Wien-Praterstern, dem Wien-Westbahnhof einschließlich Bahnhof-City Wien West, St. Pölten, Wien Mitte, Wien-Hütteldorf, Salzburg Hauptbahnhof, Wien Heiligenstadt, Wien Meidling und dem Wien Hauptbahnhof als Großprojekt.
Aus reinen Warte- und Umsteigeorten wurden dadurch Bahnhöfe mit Einkaufs-, Gastronomie- und Aufenthaltsangeboten. In Wels lässt sich diese Entwicklung seit 20 Jahren an der BahnhofCity ablesen.
Die Bilder zur BahnhofCity Wels sind mit „Wolfram Heidenberger, MBA, Wels“ urheberrechtlich gekennzeichnet.
