SKN St. Pölten beendet Durststrecke mit 2:1 gegen Hertha Wels
Der SKN St. Pölten hat am Freitagabend, 30. Oktober 2026, den FC Hertha Wels in der NV-Arena mit 2:1 besiegt. Vor 1.585 Zuschauern legten die Gastgeber los wie die Feuerwehr – und beendeten damit ihre Serie von drei sieglosen Spielen. Für Wels blieb am Ende trotz einer starken Phase nach der Pause nur das Nachsehen.
Schon in der 7. Minute schlug es im Tor der Gäste ein: Jesus David setzte Elhadj Mane mit einem Heber in Szene, Bacary Mane traf ins lange Eck zum 1:0. St. Pölten kontrollierte die erste Halbzeit, Wels kam kaum zur Ruhe. In der 23. Minute erhöhte der 17-jährige Marek Kolodziejczyk mit einem Distanzschuss aus rund 20 Metern auf 2:0.
St. Pölten legt vor, Wels kommt zurück
Weitere Möglichkeiten vor dem Seitenwechsel gab es ebenfalls. Ein Schuss von Stendera wurde abgeblockt, Gabbichler köpfelte in der 38. Minute knapp am Tor vorbei. Kurz nach der Pause verpasste Gabriel Jesus aus kurzer Distanz sogar das 3:0. Wenig später scheiterte Wanner nach einer Freistoßvariante an Wels-Torhüter Schröcker.
Ab der Stundenmarke wurde Hertha Wels offensiv gefährlicher. Drammeh zwang SKN-Torhüter Knett in der 58. Minute zu einer Parade, auch bei einer weiteren Standardsituation blieb Knett gegen Drammeh Sieger. In der 71. Minute war er dann machtlos: Nach einem Eckball von Wernitznig kam Mankan zum Schuss, der Versuch wurde abgefälscht und landete zum 1:2 im Tor.
Plötzlich war Wels wieder dran. Kurz nach dem Anschlusstreffer verhinderte Knett mit einer Parade gegen Mankan den Ausgleich. Danach verteidigte St. Pölten den knappen Vorsprung mit viel Einsatz bis zum Schlusspfiff. Es blieb beim 2:1 (2:0).
Geleitet wurde die Partie von Dr. Safak Barmaksiz. Aufseiten des SKN sahen Szerencsi, Kolodziejczyk und Stendera die Gelbe Karte, bei Hertha Wels gab es keine Verwarnung.
Derby wartet in der Südstadt
Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt den Niederösterreichern nicht. Am Freitag, 6. November, trifft der SKN St. Pölten in der Südstadt im Niederösterreich-Derby auf Admira Wacker. Anpfiff ist um 20:30 Uhr.
Die Verbindung zu Admira Wacker ist in der jüngeren SKN-Geschichte ohnehin nicht ganz belanglos: Im Februar 2016 erreichte St. Pölten durch einen 2:1-Sieg gegen Mattersburg das ÖFB-Pokal-Halbfinale, verlor dort in Mödling gegen Admira Wacker mit 1:2.
Vom Neustart zur NV Arena
Der SKN St. Pölten wurde am 6. Juli 2000 nach der Auflösung des FCN St. Pölten und dessen Vorgänger VSE St. Pölten gegründet. Der Verein übernahm die Infrastruktur, das Stadion und die Patronanz über das Bundes-Nachwuchs-Zentrum, kurz BNZ, vom FCN. Dadurch durfte der SKN in der 2. Landesliga West, der fünften Spielklasse, starten.
In der ersten Saison holte St. Pölten den Meistertitel und stieg in die 1. Landesliga auf. 2001/02 folgte dort der nächste Titel und damit der Sprung in die Regionalliga Ost. Im selben Spieljahr erreichte der SKN das Finale des Niederösterreichischen Landescups, verlor dieses aber gegen den SC Theresienfeld.
In der Regionalliga Ost belegte der Verein 2002/03 den zehnten, 2003/04 den vierten und 2004/05 den sechsten Platz. Im ÖFB-Pokal 2004/05 besiegte St. Pölten zunächst den SV Wörgl mit 3:0, danach Schwarz-Weiß Bregenz mit 2:1 und Austria Salzburg mit 5:1. Im Viertelfinale war am 27. April 2005 gegen Austria Wien beim 0:6 Endstation.
2005/06 verpasste der SKN den Aufstieg in die Erste Liga als Tabellenzweiter hinter dem SC-ESV Parndorf 1919 um einen Punkt. Das Aufstiegsziel für 2006/07 wurde nach schwachen Herbstleistungen und internen Streitigkeiten aufgegeben. Sportlicher Leiter Markus Kernal wurde entlassen, mehrere Stammspieler verließen den Verein in der Winterpause. Geschäftsführer Raphael Landthaler trat Ende November 2006 wegen Auffassungsunterschieden mit Anton Pfeffer zurück. Trainer Walter Hörmann ging kurz vor Beginn der Vorbereitung und wechselte als Sportkoordinator zu Sturm Graz, Martin Scherb übernahm.
Mit einer stark verjüngten Mannschaft wurde der SKN im Frühjahr 2007 hinter Meister Schwadorf zweitbeste Mannschaft der Regionalliga. In einem umstrittenen Spiel gegen Schwadorf wurden kurz vor Schluss drei SKN-Spieler ausgeschlossen. Ende Juni 2007 trat Obmann Christian Walter zurück, der frühere Obmann und Aufsichtsratsvorsitzende Sepp Hintermeier übernahm. Wenige Tage später kündigte Landesrätin Petra Bohuslav den Bau eines neuen Stadions bis 2011 an.
Für 2007/08 war zunächst ein Platz unter den ersten fünf vorgesehen. Dann blieb St. Pölten zwischen dem 27. April und dem 9. November 2007 in 24 Pflichtspielen ungeschlagen – 20 Siege und vier Unentschieden. Nach einer Niederlage gegen Vienna verpasste der SKN den Herbstmeistertitel und lag zur Winterpause zwei Punkte hinter dem FAC Team für Wien. Zwei Spieltage vor Saisonende fixierte St. Pölten den Meistertitel in der Regionalliga Ost und stieg in die Erste Liga auf.
Die erste Erste-Liga-Saison 2008/09 endete mit 13 Siegen, acht Unentschieden und zwölf Niederlagen. Mit 51 erzielten Toren belegte das Team den fünften Platz. Am 31. Oktober 2008 gewann der SKN auswärts mit 1:0 gegen den Bundesliga-Absteiger FC Wacker Innsbruck und stand danach zwei Runden lang an der Tabellenspitze.
2009/10 wurden neun Spieler aus der Nachwuchsakademie in den Profikader übernommen. Mit 51 Punkten, 14 Siegen, neun Unentschieden und zehn Niederlagen erreichte St. Pölten den vierten Platz; das Torverhältnis lautete 44:42. Im Herbst 2009 wurden die Pläne für ein neues Stadion in St. Pölten-Ratzersdorf präsentiert, im Frühjahr 2010 ein neuer Vorstand gewählt.
Die NV Arena wurde ab März 2011 errichtet und etwa ein Jahr später fertiggestellt. Am 7. Juli 2012 wurde sie mit einem Blitzturnier zwischen dem SKN, Rapid Wien und Sparta Prag eröffnet.
Aufstieg, Europa League und turbulente Jahre
Trainer Martin Scherb wurde am 1. September 2013 beurlaubt. Thomas Nentwich übernahm interimistisch, ehe am 5. September 2013 Gerald Baumgartner als neuer Trainer verpflichtet wurde. Unter Baumgartner erreichte der SKN 2014 das ÖFB-Cup-Finale, verlor gegen Red Bull Salzburg mit 2:4. In der Ersten Liga 2013/14 wurde St. Pölten mit 53 Punkten Vierter.
Baumgartner wechselte anschließend zu Austria Wien, Herbert Gager wurde am 4. Juni 2014 sein Nachfolger. Als Cupfinalist qualifizierte sich der SKN für die zweite Qualifikationsrunde der Europa League. Gegen Botev Plovdiv setzte sich St. Pölten mit 3:2 im Gesamtscore durch – damit war der Verein der erste österreichische Zweitligist, der eine Europacup-Runde überstand. Gegen PSV Eindhoven verlor der SKN das Hinspiel mit 0:1 und das Rückspiel mit 2:3; insgesamt schied St. Pölten mit 2:4 aus.
Im Sommer 2016 stieg der SKN erstmals in die Bundesliga auf. Die Saison 2016/17 beendete der Verein auf dem vorletzten Tabellenplatz. 2017/18 wurde Trainer Oliver Lederer am 1. April auf dem letzten Tabellenplatz durch Dietmar Kühbauer ersetzt. Unter Kühbauer gewann St. Pölten die letzten drei Bundesliga-Spiele.
In der Relegation gegen den SC Wiener Neustadt setzte sich der SKN mit 3:1 durch – 2:0 und 1:1 – und sicherte den Klassenerhalt. Der SC Wiener Neustadt legte anschließend Protest ein. Daraufhin zog St. Pölten eine zuvor erteilte Zusage zur Nutzung der NV Arena zurück. Am Freitagabend war die Arena nun wieder Schauplatz eines Heimsiegs: 2:1 gegen Hertha Wels, vor 1.585 Zuschauern und mit einem Derby in der Südstadt vor der Brust.
