Im Herzen des Alsergrunds, genauer gesagt im Bezirksmuseum, findet am Donnerstag, den 18. Juni, eine Veranstaltung statt, die die Seele Wiens atmet. Unter dem Titel „Die Wäschermädel vom Alsergrund“ dürfen sich die Besucher auf eine fesselnde Mischung aus Wiener Liedern, Geschichten und Musik freuen. Das Wienerlied-Trio „Weana Gspia“ wird mit seinen Klängen verzaubern: Julia Wiszniewski wird mit ihrem Gesang das Publikum begeistern, während Djordje Davidovic am Akkordeon und Marko Čuček an der Kontragitarre die Melodien untermalen. Ergänzt wird die musikalische Darbietung durch spannende Geschichten von Norbert Doubek, die das Thema „Wasser/Wäschermädel am Alsergrund“ aufgreifen.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und wird von der Bezirksvorsteherin Saya Ahmad (SPÖ) eröffnet. Ein weiterer Höhepunkt ist die Einführung durch Anja Grebe, die Leiterin des Bezirksmuseums. Der Eintritt ist frei, doch eine Anmeldung bis Freitag, 12. Juni, ist erforderlich – das kann ganz bequem per E-Mail an bm1090@bezirksmuseum.at erledigt werden. Wer schon früher vorbeischaut, kann sich von 18 bis 18.45 Uhr die Sonderöffnung des Sparefroh-Hauses im Bezirksmuseum nicht entgehen lassen. Außerdem findet am Freitag, den 12. Juni, von 16 bis 17.30 Uhr ein Ehrenamts- und Interessierten-Stammtisch in der Museumsbibliothek statt; auch hier sind Anmeldungen per E-Mail erwünscht.

Eine faszinierende Geschichte

Die Wäschermädel, ein Begriff, der tief in der Wiener Geschichte verwurzelt ist, bezieht sich auf die Frauen, die einst die Wäsche der wohlhabenden Bürger abholten und lieferten. Vor allem im 9. Wiener Gemeindebezirk, dem Himmelpfortgrund, waren diese Frauen für ihre Dienstleistungen bekannt. Die Wasserquellen, wie der Währingerbach und die Als, waren wichtige Anlaufstellen für die Wäscherinnen, die oft in Gruppen arbeiteten und dabei eine bemerkenswerte Schlagfertigkeit zeigten. Es ist interessant zu wissen, dass viele von ihnen verwandt waren und als selbstständige Gewerbetreibende agierten – keine Lohnarbeiterinnen, sondern echte Unternehmerinnen des Alltags.

Die Wäsche wurde oft an speziellen Waschplätzen, wie dem „Waschstadel“ am Währinger Bach, gereinigt. Dazu gehörte ein aufwendiger Prozess mit mehreren Etappen: vom Trog über das Wringen bis hin zum Aufhängen und Bügeln. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie sich die Frauen in ihren typischen Trachten kleideten, um die fertige Wäsche in Körben zu transportieren. Ein echtes Stück Wiener Geschichte! So war die „Kaiserwäscherin“, die Wäsche direkt aus der Hofburg abholte, eine besonders berühmte Figur unter den Wäschermädeln.

Eine kulturelle Eigenart

Die Wäschermädel waren nicht nur für ihre harte Arbeit bekannt, sondern auch für ihre kulturellen Beiträge. Über sie wurden Lieder geschrieben, wie das bekannte „Die Wäschertonerl vom Himmelpfortgrund“ aus dem Jahr 1830, das die Lebensweise und die Herausforderungen der Wäscherinnen thematisiert. Die Wäschermädelbälle waren ein beliebtes Vergnügen, nicht nur in der Faschingszeit, sondern das ganze Jahr über. Ein besonders bekanntes Lokal für diese Bälle war der Gschwandner in Hernals, wo sich die Menschen in festlicher Stimmung versammelten. Der letzte Wäschermädelball fand 1890 statt und wurde von bekannten Musikern, wie dem Schrammelquartett, begleitet.

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Die Bedeutung der Wäschermädel begann jedoch gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu schwinden. Technische Fortschritte und die Einführung von Großbetrieben führten dazu, dass die einst so geschätzten Wäscherinnen zunehmend verdrängt wurden. Dies war ein großer Einschnitt in die Geschichte der Wäschewirtschaft in Wien. Doch die Erinnerung an diese starken Frauen lebt weiter, und Veranstaltungen wie die im Bezirksmuseum tragen dazu bei, ihr Erbe lebendig zu halten.

Erlebt also die einzigartige Verbindung von Musik und Geschichte am 18. Juni im Alsergrund! Sichert euch rechtzeitig einen Platz und lasst euch von den Klängen und Geschichten in die faszinierende Welt der Wäschermädel entführen. Weitere Informationen findet ihr auf der Website des Bezirksmuseums.

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