Am 5. Juni 2023 fand der Weltumwelttag statt und das Thema Wasserverbrauch rückte dabei in den Fokus. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat dazu aufgerufen, sich intensiver mit unserem Wasserverbrauch auseinanderzusetzen. Die Situation in Österreich ist alarmierend, denn der Frühling 2023 war der niederschlagsärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und die erste Hitzewelle kam schon im Mai – das lässt einen schon ins Schwitzen kommen, nicht wahr?

Gerade in Zeiten, in denen die Grundwasserpegel niedrig sind, ist es wichtig, die Hintergründe des Wasserverbrauchs zu beleuchten. Statistiken zeigen, dass der versteckte Wasserverbrauch in Österreich bei etwa 4.700 Litern pro Kopf und Tag liegt. Das klingt fast unvorstellbar, oder? Besonders erschreckend ist der Wasserverbrauch, der für die Produktion von Kleidung anfällt. Ein einfaches T-Shirt benötigt rund 2.500 Liter Wasser, während eine Jeans sogar über 3.500 Liter verbraucht. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs!

Die Rolle der Fast Fashion

Der Einfluss von Fast Fashion ist nicht zu unterschätzen. Jährlich werden in der EU etwa 910.000 Tonnen Textilabfälle von privaten Haushalten produziert – ein Problem, das durch die rapide Expansion der Fast Fashion seit den 1990er-Jahren nur gewachsen ist. Viele ausrangierte Kleidungsstücke landen in Ländern wie Südamerika, Afrika oder Südostasien, wo sie oft verbrannt oder unsachgemäß entsorgt werden. Damit tragen wir nicht nur zu einem hohen Wasserverbrauch bei, sondern auch zu einer massiven Umweltbelastung.

Und nicht nur das: Der Onlinehandel hat die Anzahl der Kollektionen und Designs pro Jahr in die Höhe getrieben. Super-Fast-Fashion und Ultra-Fast-Fashion sind Begriffe geworden, die für den schnellen Trendwechsel stehen. So landen viele Kleidungsstücke schnell im Müll. Synthetische Fasern wie Polyester sind nicht nur umweltschädlich, sondern führen auch zu Mikroplastik-Emissionen, die bis 2050 schätzungsweise 22 Millionen Tonnen in die Ozeane gelangen könnten. Wer hätte gedacht, dass die Modeindustrie so viel Wasser und Rohstoffe verbraucht? Im Schnitt verbraucht jede Person in der EU jährlich 12.000 Liter Wasser für Kleidung!

Regulierungsmaßnahmen und Kreislaufwirtschaft

Die EU hat bereits Maßnahmen geplant, um die Bekleidungsindustrie zu nachhaltigerem Wirtschaften zu verpflichten. Im Rahmen eines Aktionsplans für eine Kreislaufwirtschaft sollen beispielsweise Bekleidungsanbieter in jedem EU-Land registriert sein und aktiv bei der Alttextilentsorgung mitwirken. Das klingt zwar nach viel Bürokratie, könnte aber auch eine Lösung für die enormen Textilmüllmengen bieten.

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Das BMZ arbeitet gemeinsam mit der EU an der gesetzlichen Verankerung der Kreislaufwirtschaft. Die „EU-Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien“ umfasst über 20 Gesetzesinitiativen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft im Textilsektor. Ziel ist es, zukünftige Textilprodukte langlebiger, reparierbar und recyclingfähig zu gestalten. Ein digitaler Produktpass soll den Konsumenten helfen, informierte Entscheidungen zu treffen.

Die Umstellung auf Mehrwegverpackungen könnte in Europa jährlich etwa 2,6 Billionen Liter Wasser einsparen, das sind rund 80% des jährlichen Wasserverbrauchs in Österreich. Auch der Vorschlag, ein Gesetz gegen Fast Fashion zu erlassen, ist in der Diskussion. Eine Deadline für die EU-Lieferkettenrichtlinie steht für Juni 2027 an, während die erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien erst im Juli 2028 greift. Das klingt nach einer Menge Arbeit, und die Zeit für Abstimmungsprozesse zwischen den Regierungsparteien und Interessengruppen ist knapp.

Die Entwicklung der Nachfrage wird entscheidend für die Umsetzung von Nachhaltigkeit in der Modeindustrie sein. Es bleibt abzuwarten, wie schnell sich die Industrie anpassen wird und ob wir tatsächlich einen nachhaltigen Wandel erleben werden. Aber eines ist sicher: Wasser wird keine Selbstverständlichkeit mehr sein, und unser Umgang damit ist entscheidend für die Zukunft.

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