Heute ist der 5.05.2026 und in Wien-Josefstadt steht ein bedeutender Abschied an. Herbert Föttinger, nach über 30 Jahren als Schauspieler und 20 Jahren als Direktor des renommierten Theaters in der Josefstadt, gibt seine letzte Vorstellung. Mit dem Stück „Was für ein schönes Ende“ schließt er nicht nur seine Intendanz ab, sondern spielt auch noch die Rolle des Lorenzo Da Ponte, des berühmten Librettisten von Wolfgang Amadeus Mozart. Es ist eine ironische Reflexion über den flüchtigen Ruhm, den das Theater oft mit sich bringt — und die Schattenseiten des Künstlerlebens werden hier eindrucksvoll thematisiert. Diese Inszenierung wurde von Peter Turrini umgearbeitet und trägt nun einen neuen Titel.

Föttinger hat in seiner beeindruckenden Karriere fast 300 Premieren geleitet, darunter viele Ur- und österreichische Erstaufführungen. Seine Zeit am Theater war geprägt von kreativen Höhenflügen und künstlerischen Herausforderungen. Nun, am Ende seiner Laufbahn, wird er seinen Platz an der Spitze des Theaters an Marie Rötzer übergeben, die ab der kommenden Spielzeit seine Nachfolgerin sein wird. Rötzer, die seit 2016 das Landestheater Niederösterreich in St. Pölten leitet, wird ihr Abschiedsstück „Speed – Auf den letzten Metern“ präsentieren. In dieser Inszenierung wird ein Reisebus als Bühne genutzt, in dem das Ensemble „Die Odyssee“ aufführt — ein ebenso eindringliches Stück über Abschied und die Vergänglichkeit des Theaters.

Abschied mit Wehmut und Vorfreude

Beide Stücke, sowohl Föttingers „Was für ein schönes Ende“ als auch Rötzers „Speed – Auf den letzten Metern“, zeugen von der Flüchtigkeit der Theaterwelt, die sowohl mit großen Emotionen als auch mit schmerzhaften Niederlagen verbunden ist. Es ist eine Zeit des Wandels, die nicht nur die Akteure, sondern auch das Publikum berührt. Die Zuschauer dürfen sich auf eine bewegende letzte Vorstellung freuen, die den Abschied von zwei bedeutenden Persönlichkeiten der österreichischen Theaterlandschaft würdigt.

Der Wechsel an der Spitze des Theaters in der Josefstadt ist nicht nur ein persönlicher Abschied, sondern auch ein Zeichen für den kontinuierlichen Wandel in der Kulturszene. Es bleibt abzuwarten, wie Rötzer, die frische Ideen und Perspektiven in die Josefstadt bringen wird, die Traditionen weiterführen und gleichzeitig neue Impulse setzen wird. Die Theatergemeinde hat große Erwartungen und gleichzeitig auch viel Aufregung über die bevorstehenden Veränderungen. In einer Zeit, in der Theater immer wieder neu erdacht werden muss, ist dieser Wechsel sowohl Herausforderung als auch Chance.