Am Freitag, dem 29. Mai, wird im Lore-Segal-Park ein ganz besonderes Nachbarschaftsfest stattfinden. Von 15 bis 18 Uhr lädt das Regionalforum Josefstadt alle Nachbarn und Interessierten ein, um den Europäischen Nachbarschaftstag zu feiern. Unter dem Motto „Auf gute Nachbarschaft!“ steht der Austausch, die Vielfalt und der Zusammenhalt im Mittelpunkt dieser Veranstaltung. Das Programm ist reichhaltig: Info- und Büchertische, Kreativstationen, Angebote für Kleinkinder sowie Brett- und Riesenspiele sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Außerdem kann man im Erzählcafé Geschichten austauschen oder im Grätzlcafé neue Bekanntschaften schließen. Für die Tanzfreudigen gibt es eine Tanzwerkstatt! Und das Beste daran? Der Eintritt ist frei!
Aber was hat es mit dem Lore-Segal-Park auf sich? Der Park, der bis vor Kurzem noch den Namen Hamerlingpark trug, wurde nach der jüdischen Schriftstellerin Lore Segal umbenannt. Dieser Beschluss wurde am 25. März 2026 von der Bezirksvertretung Josefstadt gefasst, unterstützt von allen politischen Parteien, darunter die Grünen, SPÖ, ÖVP, Neos und KPÖ. Die Umbenennung war das Resultat eines mehrjährigen Diskussionsprozesses, in dem die Unterrepräsentation von Frauen in der Benennung öffentlicher Plätze thematisiert wurde. Bezirksvorsteher Martin Fabisch und seine Stellvertreterin Lena Köhler hoben die Bedeutung von Lore Segals Lebenswerk hervor – und das ist wahrlich beeindruckend!
Ein Leben voller Herausforderungen und Erfolge
Lore Segal wurde am 9. März 1928 in der Josefstadt geboren und wuchs dort auf. Ihre Kindheit war geprägt von den Schulen in der Pfeilgasse, Lerchengasse und Albertgasse, wo sie vermutlich auch viele spielerische Stunden im Hamerlingpark verbrachte. Doch die Idylle währte nicht lange: Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 wurde ihre Familie von der Gestapo verfolgt. Lore floh mit dem ersten Kindertransport nach Großbritannien. Ihre Eltern schafften es ebenfalls, während die meisten ihrer Verwandten im Holocaust umkamen. Ein Schicksal, das einen tiefen Eindruck hinterließ, aber sie nicht davon abhielt, eine erfolgreiche Karriere als Schriftstellerin aufzubauen.
In London studierte sie Englische Literatur, bevor sie nach New York zog. Hier schrieb sie für „The New Yorker“ und veröffentlichte zahlreiche Romane, für die sie viel Lob erhielt. Ihr Werk „Shakespeare’s Kitchen“ brachte ihr sogar eine Nominierung für den Pulitzerpreis ein. 2024, also nur kurze Zeit nach der Umbenennung des Parks, verstarb sie im Alter von 96 Jahren in New York.
Ein europäischer Feiertag mit Bedeutung
Der Europäische Nachbarschaftstag, der in diesem Jahr in Wien gefeiert wird, hat eine lange Tradition. Er wurde 1999 in Paris ins Leben gerufen und fand 2004 seinen Weg auf europäischer Ebene. Jedes Jahr am letzten Freitag im Mai versammeln sich Menschen in 36 Ländern, um den Gemeinschaftsgeist zu fördern und nachbarschaftliche Beziehungen zu stärken. Die Zahl der Teilnehmer beläuft sich auf etwa 30 Millionen! In Österreich wird dieser Tag seit 2007 gefeiert, und die Veranstaltungen sind eine wunderbare Möglichkeit, um neue Nachbarn kennenzulernen und die Gemeinschaft zu stärken.
Wie schön ist es doch, dass in einem Park, der nun den Namen einer so bedeutenden Schriftstellerin trägt, die Menschen zusammenkommen, um das Miteinander zu zelebrieren! Wer also am 29. Mai Zeit hat, sollte sich das Nachbarschaftsfest im Lore-Segal-Park auf keinen Fall entgehen lassen. Für weitere Informationen kann man sich auf der Website www.nachbarschaftstag.at umsehen.
