Am 13. Mai 2026 war das Wiener Rathaus der Schauplatz eines besonderen Ereignisses. Über 700 Gäste fanden sich ein, um die feierliche Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft zu zelebrieren. Unter ihnen waren mehr als 370 neue Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die aus über 55 verschiedenen Herkunftsländern stammten. Die emotionale Bedeutung der Staatsbürgerschaft war für viele Anwesende spürbar. Bürgermeister Michael Ludwig und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling hielten bewegende Reden, in denen sie die Geschichten und Hintergründe der neuen Staatsbürger würdigten. Ludwig bemerkte, dass viele Menschen nach Wien kamen, sei es aus beruflichen Gründen oder der Liebe wegen. Emmerling ergänzte, dass die Staatsbürgerschaft nicht nur Rechte, sondern auch Verantwortung mit sich bringe und zur aktiven Mitgestaltung der Demokratie einlade.

Der 3. Bezirk war der drittletzte Bezirk, der auf die Bühne gebeten wurde, und die persönliche Begrüßung der neuen Staatsbürger durch Ludwig und Emmerling war ein berührender Moment. Es gab viele spannende Geschichten zu hören: Zwei Brüder aus Somalia waren da, der ältere arbeitet als Einzelhändler, während der jüngere im Zivildienst ist und ein Studium plant. Eine Frau aus Kroatien, die in der Altenpflege tätig ist, feierte diesen besonderen Tag zusammen mit ihrer Mutter. Ein syrischstämmiges Ehepaar war ebenfalls anwesend: Die Frau arbeitet im Umfeld von Emmerling, während ihr Mann Zahnarzt ist und die Eröffnung einer eigenen Praxis im 10. Bezirk plant.

Vielfalt und Hoffnung

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll die Vielfalt Wiens und die Hoffnungen der neuen Staatsbürger. Eine serbischstämmige Frau, die Pflegewissenschaften studiert hat und in einer leitenden Funktion in einem Wiener Spital arbeitet, möchte ihren Partner nach Wien holen. Ein junges Paar aus der Filmbranche, das bereits mehrfach ausgezeichnet wurde und Projekte auf Festivals weltweit präsentiert, war ebenfalls unter den neuen Staatsbürgern. Bezirksrät:innen äußerten sich erfreut über die Möglichkeit, neue Staatsbürger:innen willkommen zu heißen, und beschrieben es als eine schöne Aufgabe.

Ein Blick auf die Zahlen der Einbürgerungen in Österreich zeigt, dass das Interesse an der Staatsbürgerschaft groß ist. Im Jahr 2024 erhielten 21.891 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft, was einem Anstieg von 1.952 Personen (9,8 %) im Vergleich zu 2023 entspricht. Interessanterweise lebten 13.036 der neuen StaatsbürgerInnen im Inland, während 8.855 im Ausland lebten. Seit 2020 können auch Nachkommen von Opfern des NS-Regimes die Staatsbürgerschaft unter erleichterten Bedingungen erwerben. Diese Regelung führte ab 2021 zu einem Anstieg der Einbürgerungen, was sich auch in der Tatsache widerspiegelt, dass 2024 Personen mit 130 unterschiedlichen Staatsangehörigkeiten die Staatsbürgerschaft erhielten.

Die häufigsten Gründe für Einbürgerungen waren ein sechsjähriger Aufenthalt in Verbindung mit Deutschkenntnissen oder nachhaltiger Integration. 2024 stieg die Zahl der Asylberechtigten, die die Staatsbürgerschaft erhielten, auf 4.155, was 32 % der Inlandseinbürgerungen ausmachte. Wien verzeichnete die meisten Einbürgerungen, jedoch mit einem Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Die Einbürgerungsrate in Österreich war 2024 bei 0,71 %, ein Anstieg von 0,67 % im Vorjahr, was zeigt, dass die Zahl der ausländischen Wohnbevölkerung in den letzten zehn Jahren die Zahl der Einbürgerungen überstieg.

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Die Veranstaltung im Wiener Rathaus war nicht nur eine Feier der Neuankömmlinge, sondern auch ein bedeutendes Zeichen für die Vielfalt und das Miteinander in Wien. Sie stärkt das Gefühl der Zugehörigkeit und lässt auf eine bunte, lebendige Zukunft hoffen. Mehr Informationen über die Einbürgerungen in Österreich findet man auf migration-infografik.at.