In Wien ist das Radfahren auf dem Vormarsch. Rund 610.000 Wienerinnen und Wiener nutzen gelegentlich das Fahrrad als Verkehrsmittel. Davon radeln etwa 250.000 täglich oder mehrmals pro Woche. Diese Zahlen stammen aus einer aktuellen Analyse der Mobilitätsorganisation VCÖ, die auf Daten von Statistik Austria basiert. Die Umfrage zur Radfahrfreundlichkeit der Wiener Bezirke ist noch bis zum 21. Juni 2023 geöffnet. VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk hebt die Vorteile des Radfahrens hervor, besonders in Zeiten hoher Spritpreise. Radfahren fördert Gesundheit und Fitness und hilft, Geld bei Alltagswegen zu sparen.

Viele Wienerinnen und Wiener nutzen das Fahrrad nicht nur für Freizeitaktivitäten, sondern auch für Einkäufe, zur Arbeit oder zur Schule. Auch Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre sind in die Nutzung des Fahrrads einbezogen. Eine Auswertung der MA18 zeigt zudem, dass viele Autofahrten in Radfahr-Distanz liegen. Der Radverkehrsanteil variiert allerdings stark zwischen den Bezirken. Während in der Leopoldstadt 18% der Wege mit dem Rad zurückgelegt werden, liegt dieser Wert in Liesing lediglich bei 4%.

Unterschiede zwischen den Bezirken

Eine VCÖ-Analyse hat nun ergeben, dass in zehn Wiener Bezirken mehr als 50% der Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden. Die Innere Stadt führt hier mit stolzen 71%, gefolgt von Mariahilf und Neubau mit 62% und der Leopoldstadt mit 58%. Weitere Bezirke, die ebenfalls über 50% aktiver Mobilität aufweisen, sind Wieden, Margareten, Landstraße, Ottakring, Josefstadt und Alsergrund. Besonders auffällig ist der niedrige Anteil aktiver Mobilität in der Donaustadt mit nur 31%.

Der durchschnittliche Radverkehrsanteil in Wien liegt bei 9,5%. In der Leopoldstadt, Landstraße und der Inneren Stadt sind die Zahlen jedoch deutlich höher. Während in der Leopoldstadt 18% der Wege mit dem Rad zurückgelegt werden, sind es in Liesing nur 4% – ein himmelweiter Unterschied! Es ist klar, dass hier Handlungsbedarf besteht.

Radfahren für die Umwelt

Radfahren ist nicht nur praktisch, sondern auch umweltfreundlich. Es verursacht keine schädlichen Klimagase, spart Platz und ist geräuscharm. Laut dem Umweltbundesamt können durch Rad- und Fußverkehr rund 166 Gramm Treibhausgas-Emissionen pro Personenkilometer im Vergleich zum Pkw eingespart werden. Wenn man bedenkt, dass über 40% der Autofahrten kürzer als 5 km sind, zeigt sich hier ein großes Potenzial für den Umstieg auf das Rad.

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Die Notwendigkeit von Verbesserungen in der Radinfrastruktur ist offensichtlich. Eine gute Radinfrastruktur kann nicht nur Radunfälle vermeiden, sondern auch das Radfahren sicherer und attraktiver machen. Zu den wichtigen Maßnahmen gehören der Ausbau der Radwege, das Schließen von Lücken im Radwegenetz sowie Verkehrsberuhigung und Tempo 30 statt 50 zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. VCÖ fordert fußgängerfreundliche Verkehrsplanung und konkrete Vorschläge wie breite Gehsteige und übersichtliche Übergänge.

Insgesamt lässt sich sagen, dass das Radfahren in Wien ein enormes Potenzial hat. Die aktuellen Umfragen und Analysen zeigen, dass die Wienerinnen und Wiener bereit sind, ihre Mobilität zu ändern und das Fahrrad als eine der umweltfreundlichsten und gesundheitsförderndsten Fortbewegungsarten zu nutzen. Ob das nun auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder einfach für einen Ausflug ins Grüne ist – es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Radfahrkultur in Wien weiterentwickelt.

Quellen: Ökonews, VCÖ, Umweltbundesamt