Yotam Ottolenghi – ein Name, der in der kulinarischen Welt immer wieder fällt. Geboren 1968 in Jerusalem, trägt er deutsche und italienische Wurzeln in sich, die ihn mit dem Herzen Europas verbinden. Seine verwandtschaftlichen Beziehungen nach Österreich haben sicher einen bleibenden Eindruck in seiner Küche hinterlassen. Erinnerungen an die Fritattensuppe aus seiner Kindheit in Wien sind nur ein Teil seiner reichhaltigen gastronomischen Biografie. Nach seinem Studium zog es ihn nach Amsterdam und später nach London, wo er sich als Patissier in der Kochschule Le Cordon Bleu ausbilden ließ.
In London erlangte Ottolenghi große Bekanntheit durch seine Zusammenarbeit mit dem palästinensischen Koch Sami Tamimi. Gemeinsam revolutionierten sie die Gastronomie mit mehreren erfolgreichen Restaurants und Delis, die moderne orientalische Küche servieren. Seine vielfach ausgezeichneten Kochbücher, in denen Gemüse und die Aromen des Nahen Ostens im Mittelpunkt stehen, tragen zur Popularität des „Ottolenghi-Effekts“ bei. Dieser beschreibt, wie er exotische Zutaten wie Za’atar, Sumach und Granatapfelkerne in die alltägliche Küche integriert hat.
Ein Meister der Gemüse-Küche
Besonders bemerkenswert ist, wie Ottolenghi das Gemüse ins Zentrum des Tellers rückt und dem vegetarischen Genuss eine völlig neue Dimension verleiht. Obwohl er selbst kein Vegetarier ist, bietet er in seinen Rezepten kreative Möglichkeiten, Fleisch oder Fisch zu integrieren. Sein Buch „Plenty“, das ins Deutsche als „Genussvoll vegetarisch“ übersetzt wurde, enthält 125 innovative Rezepte aus der orientalisch-mediterranen Küche. Diese Gerichte sind nicht nur einfach zuzubereiten, sondern lassen auch viel Raum für eigene Variationen.
Beispiele aus diesem Buch sind ein winterlicher Linsensalat mit Sellerie, Minze und Haselnüssen oder geröstete Auberginen mit Granatapfelkernen. Auch die Verwendung von Sumac, um gebratene weiße Bohnen eine fruchtige Säure zu verleihen, ist ein Highlight. Das Layout des Buches ist minimalistisch, gepaart mit stimmungsvoller Food-Fotografie, was das Kochen zu einem visuellen Fest macht.
Ein kulinarischer Botschafter
Yotam Ottolenghi wird nicht nur als Küchenmeister, sondern auch als globaler Kulturbotschafter des verantwortungsvollen Geschmacks angesehen. Sein Einfluss auf die Gastronomie und die private Küche des 21. Jahrhunderts ist unbestreitbar. Vor kurzem wurde er mit dem Gault&Millau Ambassador ausgezeichnet, eine Ehrung, die in der kulinarischen Welt hoch angesehen ist. In den letzten Jahren wurden Persönlichkeiten wie Tim Mälzer und Wolfgang Puck in ähnlicher Weise geehrt.
Sein Engagement für die Gastronomie und die Förderung kulinarischer Diplomatie sind bemerkenswert. Gault&Millau, die Plattform, die ihn als Botschafter ehrt, bedankt sich bei Partnern wie der Erste Bank, Laurent-Perrier und Mandarin Oriental für ihre Unterstützung. In einer Zeit, in der die Welt mehr denn je nach Verbindungen sucht, hat Ottolenghi eine Brücke zwischen Tradition und Moderne geschlagen.
Sein Einfluss ist überall spürbar, sei es in den Küchen der Hobbyköche oder in den renommierten Restaurants. Die Art und Weise, wie er Zutaten und Aromen kombiniert, hat Millionen von Menschen die Angst vor dem Kochen genommen. Seine Expertise vermittelt er auf eine verständliche, zugängliche Weise, die nicht nur zum Nachkochen anregt, sondern auch zur Entdeckung neuer Geschmäcker und Kombinationen.