Kunstprojekt Pfandkellner in Wien-Margareten: Eine kreative Lösung gegen das Elend in der Stadt
In den Straßen von Wien-Margareten gibt es aktuell ein Thema, das die Gemüter bewegt. Eine Anrainerin der Wientalterrasse hat beobachtet, wie Menschen in Abfallkübeln nach Pfandflaschen und Dosen suchen. Dies ließ sie nicht kalt. „Es ist einfach traurig, dass man im Müll nach Pfand suchen muss“, äußerte sie besorgt. Ihre Beobachtungen werfen ein Licht auf das Elend, das in der Stadt herrscht und auf das Bedürfnis, kreative Lösungen zu finden.
Ein Lichtblick könnte das Kunstprojekt „Pfandkellner“ sein, das bereits in der Lerchenfelder Straße zum Einsatz kommt. Hier stehen 13 Figuren, die Flaschen und Dosen aufnehmen – eine Initiative des Künstlers Golif, die von der IG Kaufleute Lerchenfelder Straße unterstützt wird. Die MA 48 hat zwar aus hygienischen Gründen Pfandringe abgelehnt, doch das Kunstprojekt wird als positiver Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und sozialen Zusammenhalts anerkannt. Die Anrainerin fragt sich, ob solche Pfandkellner auch auf der Wientalterrasse aufgestellt werden könnten.
Ein positives Beispiel für Nachhaltigkeit
Die Bezirksvorstehung von Margareten ist sich der Problematik bewusst und bedauert, dass Menschen im Müll nach Pfandflaschen suchen müssen. Bezirkschef Michael Luxenberger (Grüne) ist bereits im Austausch mit seinen Amtskollegen aus den Bezirken 7 und 8 über das Pfandkellner-Projekt. Ein Antrag in der Bezirksvertretungssitzung im Juni 2025 zeigt, dass eine Mehrheit für Pfandringe ist. Die Möglichkeit, ein ähnliches Projekt in Margareten zu initiieren, wird in Aussicht gestellt. Das könnte nicht nur den Pfandsammlern helfen, sondern auch das Bewusstsein für den Umgang mit Ressourcen schärfen.
Das Projekt soll nicht nur in den Bezirken Josefstadt und Neubau wirken. Die Idee, Kunst mit gesellschaftlichem Nutzen zu verbinden, ist vielversprechend. Die künstlerisch gestalteten Objekte ermöglichen Passant:innen, unkompliziert Pfandflaschen und Dosen abzustellen. Dies fördert einen bewussten Umgang mit Ressourcen und unterstützt die Pfandsammler, die oft am Rande der Gesellschaft stehen. Geplante Ergänzungen, wie geführte Spaziergänge zum Thema Kreislaufwirtschaft und Workshops mit Schüler:innen aus den Bezirken, bringen zusätzlich frischen Wind in die Sache.
Kunst im öffentlichen Raum
Diese Initiative zeigt, wie Kunst im öffentlichen Raum nicht nur ästhetische Anziehungskraft entwickeln, sondern auch soziale und kulturelle Bedeutungen in die Stadt einweben kann. Weltweit gibt es zahlreiche Projekte, die zeigen, wie Kunst städtische Umgebungen bereichern kann. Von Katharina Grosses „Rockaway!“ im MoMA PS1 bis hin zu Banksys kritischen Installationen – Kunst regt zur Reflexion an und fördert die Gemeinschaft.
Die Umwandlung urbaner Räume durch Kunst ist nicht neu, aber sie hat das Potenzial, das alltägliche Leben zu verändern. Projekte wie das der Pfandkellner könnten eine ähnliche Wirkung in Margareten entfalten, indem sie Menschen zusammenbringen und zum Nachdenken anregen. Die Frage bleibt, ob und wie sich diese Ideen entwickeln werden, und ob Margareten ein weiterer Ort werden kann, an dem Kunst und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen.
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