In Wien-Wieden, genauer gesagt an der Informatik-Fakultät der Technischen Universität Wien (TU Wien), hat sich etwas Grünes getan. Die Fassade des Gebäudes in der Favoritenstraße 9-11 wurde Ende 2025 mit einer Vielzahl von Pflanzen begrünt. Dieses Projekt, das den Namen „Green Facade Digital Twin“ trägt, hat großes Interesse geweckt – nicht nur bei den Studierenden, sondern auch bei anderen Fakultäten und Instituten der Universität. Projektleiterin Azra Korjenic hat sich der Aufgabe angenommen und berichtet von den anfänglichen Sorgen über die Auswirkungen eines harten Winters auf die Pflanzen. Doch die ersten Ergebnisse sprechen eine andere Sprache!

Statt gefrorener Erdbeeren und erfrorener Geranien zeigen die Pflanzen auf der begrünten Fassade positive Entwicklungen. Insgesamt wurden rund 7.700 Pflanzen eingesetzt, die nun dank einer automatischen Bewässerungsanlage, die dreimal täglich mit einer Zeitschaltuhr und einem Computer für die richtige Menge Wasser sorgt, bestens versorgt werden. Die Fassade steht dabei unter Denkmalschutz und muss nach der Bepflanzung sichtbar bleiben. Und das ist nicht nur gut für die Pflanzen, sondern auch für die Studierenden, die nun die Möglichkeit haben, die Wärmeschutzwirkung der Begrünung zu erforschen.

Forschung auf grünem Terrain

Die unterschiedlichen Bepflanzungsdichten werden getestet, um die besten Ergebnisse in Bezug auf Wärmeschutz, Feuchtigkeitsregulierung und konstruktive Sicherheit herauszufinden. Der erste Messzyklus des Projekts endet im Juli 2026 und die ersten Ergebnisse zeigen bereits, dass es in der Nähe der Pflanzen deutlich kühlere Temperaturen gibt. Ein 3D-Modell des Gebäudes wird verwendet, um die Auswirkungen von Sonne und anderen Faktoren auf die Fassade zu analysieren. Korjenic ist überzeugt, dass grüne Fassaden in Zukunft häufiger in unserem Stadtbild zu sehen sein werden.

Doch was sind die Vorteile von grünen Fassaden eigentlich? Laut Experten bieten sie zahlreiche Vorteile: Sie kühlen im Sommer, speichern Wasser, fördern die Artenvielfalt und verbessern die Luftqualität. In Zeiten von Extremwetterereignissen und dem Verlust der Biodiversität ist integriertes Gebäudegrün entscheidend für gesunde Quartiere. Grüne Gebäude fungieren gewissermaßen als natürliche Klimaanlagen durch Verschattung, Verdunstung und Isolation. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern steigert auch den Komfort und die Energieeffizienz.

Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten

Die Wirtschaftlichkeit der Begrünung ist ebenfalls ein Thema, das nicht unbeachtet bleiben sollte. Extensive und intensive Dachbegrünungen haben unterschiedliche Kosten, während die Fassadenbegrünung zwischen 10 und 1.500 Euro pro Quadratmeter liegen kann. Die jährlichen Pflegekosten betragen 5 bis 10 Prozent der Herstellungskosten. Eine extensive Dachbegrünung von 150 m² kostet beispielsweise cirka 9.453 Euro, was mit jährlichen Einsparungen von 1.133 Euro einhergeht. Es gibt zudem Fördermöglichkeiten für die Gebäudebegrünung auf kommunaler Ebene, die den Prozess unterstützen können.

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Wien plant bis Ende 2025 immerhin 400.000 Quadratmeter neue Grünflächen und verpflichtet Dach- und Fassadenbegrünungen bei Neubauten. Städte wie Paris, Stuttgart und Wien setzen auf Begrünung als Strategie gegen den Klimawandel. Das könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein – für die Stadt, die Umwelt und uns alle.

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