Wolfsberg: Neue Wege für Jugendliche in die Berufswelt
In Wolfsberg wird derzeit intensiv daran gearbeitet, Jugendlichen den Zugang zu Lehrstellen zu erleichtern. Das AMS Wolfsberg hat dazu ein überbetriebliches Ausbildungsmodell ins Leben gerufen, das vor allem jungen Menschen ohne Lehrstelle zugutekommt. In Kooperation mit der Technischen Ausbildungs GmbH (TAK) in St. Andrä nehmen zurzeit zwölf Jugendliche an einem überbetrieblichen Lehrgang teil. Das Ziel ist klar: eine Ausbildung ermöglichen und die Jugendlichen rasch in reguläre Lehrbetriebe vermitteln.
Besonders herausfordernd ist die Situation für viele dieser jungen Menschen, die häufig mit schulischen, sozialen oder persönlichen Defiziten kämpfen. Diese Hürden machen den Einstieg ins Berufsleben nicht gerade einfach. Die überbetriebliche Ausbildung reagiert darauf, indem sie zusätzliche Begleitung bietet und sich an die individuellen Voraussetzungen der Jugendlichen anpasst. TAK ist dabei nur einer von mehreren Partnern des AMS, die sich aktiv für die Förderung von Lehrausbildungen und die Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit einsetzen. Hier wird auch Wert darauf gelegt, Fachkräfte auszubilden und den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, Zusatzqualifikationen wie Stapler-, Erste-Hilfe- oder Kranschein zu erwerben.
Veränderungen auf dem Lehrstellenmarkt
Eine interessante Entwicklung zeigt der Lehrstellenmarkt: Tatsächlich gibt es im Raum Wolfsberg mehr offene Lehrstellen als suchende Jugendliche. Das klingt vielleicht erstmal positiv, doch die Realität sieht oft anders aus. Jugendliche benötigen häufig zusätzliche Unterstützung, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Das AMS bietet deshalb verschiedene Formen der überbetrieblichen Ausbildung an – sei es durch die Verlängerung der Lehrzeit oder Teilqualifizierungen. Der Fokus bleibt immer auf dem Wechsel in einen regulären Lehrbetrieb.
Die meisten Jugendlichen schaffen es, in einen Lehrbetrieb zu wechseln, während einige ihre Ausbildung vollständig bei der TAK absolvieren. Die Aussicht auf einen Wechsel im zweiten Lehrjahr wird als sinnvoll erachtet, denn dann haben die Jugendlichen bereits erste fachliche Kenntnisse gesammelt. Die Unterstützung endet jedoch nicht mit dem Ausbildungsplatz: Das AMS hilft auch bei der Berufspraxis und der Bewerbungsunterstützung.
Ein Blick über die Grenzen
<pDoch wie sieht es eigentlich im Rest von Europa aus? In Deutschland zum Beispiel ist die Situation für viele junge Menschen nicht viel einfacher. Etwa jeder zehnte junge Mensch im Alter von 20 bis 24 Jahren ist ohne Job, Bildungs- oder Ausbildungsplatz – eine besorgniserregende Zahl, die für 2025 auf 10% prognostiziert wird. Die NEET-Quote (Not in Employment, Education or Training) zeigt seit Jahren einen Anstieg. 2022 lag sie bei 8,8%. Gründe dafür sind vielfältig: 25% der Betroffenen gelten als arbeitssuchend, während 66% dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Häufige Ursachen sind Betreuungspflichten, gesundheitliche Einschränkungen und bildungsbezogene Gründe.
In größeren Städten Deutschlands ist die NEET-Quote höher als in ländlichen Gebieten. Es sind vor allem junge Frauen, die von dieser Problematik betroffen sind – 10,5% der Frauen im Vergleich zu 9,6% der Männer. Ein weiterer Punkt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte: In der EU sind junge Menschen in ländlichen Regionen öfter betroffen als in urbanen. In Österreich bemüht man sich, diesen Herausforderungen entgegenzuwirken, insbesondere durch Initiativen wie die AMS-Förderung „Frauen in Handwerk und Technik“ (FiT), die Frauen beim Einstieg in technische Berufe unterstützt und Betriebe finanziell entlastet.
Insgesamt ist klar, dass die Herausforderungen, mit denen junge Menschen konfrontiert sind, auch in Wolfsberg durchaus repräsentativ für eine breitere Problematik sind. Die Bemühungen des AMS Wolfsberg sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um diesen Jugendlichen eine Perspektive zu bieten und sie auf ihrem Weg in die Berufswelt zu begleiten.
